BMW Open by FWU 2018 – Day 3

Becker bei Zverev-Ehrung: „Ein Diamant, der noch geschliffen werden muss“

Es ist nicht zu übersehen, dass die beiden eine besondere Beziehung haben. Alexander Zverev steht auf dem Trainingsplatz, er bereitet sich auf sein erstes Match beim ATP-Turnier in München vor, und oben auf dem Schiedsrichterstuhl sitzt wie selbstverständlich Boris Becker. Er sieht aufmerksam zu, gibt Ratschläge, hin und wieder wird sogar gescherzt. Ein paar Stunden später dann wird Alexander Zverev der „Iphitos Award“ des gastgebenden Klubs verliehen, und die Laudatio hält: Boris Becker.

Die Lobrede von Becker auf Zverev gipfelt in dem Satz: „Du bist ein Tennis-Diamant, der wirklich noch geschliffen werden muss.“ Shakehands, kurze Umarmung, Schulterklopfen, und Becker witzelt, er habe die Trophäe, die der MTTC Iphitos für „besondere Leistungen“ im Tennis verleiht, erst 2017 im Alter von 49 Jahren bekommen. „Dafür“, entgegnet Zverev lässig, „habe ich nicht mit 17 Wimbledon gewonnen“. Und prompt drängt sich wieder die Frage auf: Könnte nicht Becker den Diamanten Zverev schleifen?

Im Kosmos von Zverev spielt Becker, von Amts wegen ja der Head of Men’s Tennis in Deutschland, eine bedeutende Rolle. Am Wochenende hat Zverev bereits betont, dass er, sollte er mal mehr als einen „normalen Coach“ benötigen, nur über zwei Kandidaten nachdächte: Ivan Lendl und Boris Becker. Mit Lendl und Becker komme er außerhalb des Platzes so gut klar wie mit niemandem sonst, das gelte auch für seinen Vater und Trainer Alexander: „Er versteht sich gut mit beiden, vor allem mit Boris.“

Hatten auf der Player’s Party sichtlich Spaß zusammen: Boris Becker und Alexander Zverev

Zverev soll einfach ausprobieren

Womöglich sollte Zverev einfach ausprobieren, ob, wie schnell und wie weit ihn Becker voranbringen kann. Er will aber erst darüber nachdenken, „wenn ich ein Problem habe“, und das, betont er, sehe er momentan nicht. Er gibt gleichwohl zu, dass es ihm, was für einen 21-Jährigen auch nicht allzu verwunderlich ist, an der Erfahrung mangele. Er müsse daher daran arbeiten, „wie du die Turniere spielst und dich darauf vorbereitest“. Dass einer wie Becker das weiß, beweist dessen erfolgreiche Zusammenarbeit mit Novak Djokovic.

Einstweilen glaubt Zverev, dass er und seine Familie ganz gut auch so zurecht kommen. Rang drei auf der Weltrangliste widerspricht dem ganz sicher nicht – wäre da nicht auch die noch ausbaufähige Bilanz bei den Grand Slams. Nach München, Madrid und Rom folgt Paris, Roland Garros, die nächste Chance, bei einem Grand Slam mal weiter zu kommen als bis zum Achtelfinale wie 2017 in Wimbledon. Zverev ficht die bisherige Bilanz nicht an, er betont: „Ich weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich bei den Grand Slams weit komme.“

Dass Zverev womöglich schon weiter sein könnte, ist auch aus Beckers Worten herauszuhören. An den Laudator gewandt, stellt der „Diamant“ deshalb fest: „Ich muss in Riesen-Fußstapfen treten, das weiß ich. Und ich weiß, dass ich noch nicht da bin, wo ich sein möchte.“ Am Mittwoch spielt er in München erst mal gegen Yannick Hanfmann. (SID)

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