Roger Federer

Als eine Lehrstunde für Roger Federer bei McDonalds endete

Roger Federer sprach nach der Lehrstunde im Wimbledon-Achtelfinale gegen Matteo Berrettini über zwei bittere Erfahrungen bei den Grand-Slam-Turnieren, die er erleben musste.  

Für Matteo Berrettini war das Achtelfinale in Wimbledon eine Lehrstunde. Der 23-jährige Italiener, der zuvor mit dem Titelgewinn in Stuttgart und der Halbfinalteilnahme in Halle auf Rasen glänzte, wurde von Roger Federer mit 1:6, 2:6, 2:6 in nur 74 Minuten vom Platz geschossen. Es war das schnellste Achtelfinale in der Wimbledongeschichte. „Sein Trainer hat mir beinahe dafür gedankt. Ich fragte ihn warum. Er meinte, es sei gut für ihn, eine Lehrstunde zu bekommen. Wichtig ist, dass er nicht allzu enttäuscht ist, weil er einen tollen Lauf hatte“, sagte Federer über das Match gegen Berrettini.

Der Schweizer fühlte sich erinnert an eine schmerzliche Erfahrung bei einem Grand-Slam-Turnier, als er ebenfalls mit hohen Erwartungen in ein Match ging und eine Lektion erteilt bekam. Bei den US Open 2001 spielte sich Federer mit starken Leistungen ins Achtelfinale und wurde dann von Andre Agassi vom Platz gefegt – 1:6, 2:6, 4:6. „Ich dachte mir: ‚Oh, vielleicht nehme ich Andre aus dem Turnier.‘ Dann wirst du demontiert, gehst nach Hause und verstehst nicht, was passiert ist. Du bemerkst, dass du härter arbeiten musst. So einfach ist das. Vielleicht brauchst du eine andere Taktik, vielleicht benötigst du eine andere Einstellung, um ins Match zu gehen“, berichtete Federer über eine seiner lehrreichsten Momente bei einem Grand Slam-Turnier.

Federer: „Manche Niederlagen kannst du nicht erklären”

Eine weitere bittere Erfahrung machte Federer ein Jahr später, als er ebenfalls bei den US Open im Achtelfinale an Max Mirnyi in drei Sätzen scheiterte. „Als ich gegen Max Mirnyi spielte, musste ich zehn Stunden warten, um zu spielen. Es hat den ganzen Tag geregnet. Sie haben uns um 23 Uhr rausgeschickt. Auf Court 8 habe ich glatt verloren und bin um 2 Uhr morgens zu McDonalds gegangen. Ich habe mich gefragt, was passiert ist.“

Bis Federer beim Wimbledonturnier 2003 seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann und danach auf der Tour durchstartete, musste er zahlreiche Lektionen lernen. Für seinen Achtelfinalgegner Berrettini hatte er folgenden Rat übrig. „Manche Niederlagen kannst du nicht erklären. Wichtig ist, wenn man ziemlich heftig verloren hat und hohe Erwartungen hatte, dass du dann einen gewaltigen Schritt nach vorne machst. Es ist okay, einen Schritt zurück zu machen, aber dann musst du zwei Schritte nach vorne machen. Ich hoffe, das ist es, was er von heute an tun wird“, sagte Federer.