Australian Open: Darum heißt es Happy Slam
Die Australian Open gelten als Happy Slam unter den Grand-Slam-Turnieren. Roger Federer prägte den Begriff Happy Slam.
Die Australian Open galten viele Jahre als das unbedeutendste der vier Grand-Slam-Turniere. Wegen der langen Anreise nach Melbourne, wo das Turnier seit 1972 fest ausgetragen wird, sowie des Termins am Ende des Jahres – es wurde längere Zeit zwischen Weihnachten und Silvester gespielt – verzichteten viele Profis, darunter Björn Borg, Jimmy Connors, John McEnroe und Andre Agassi, über Jahre hinweg auf ihre Teilnahme.
Als die Australian Open im Januar 1988 aus dem Stadtteil Kooyong in den Flinders Park (heute bekannt als Melbourne Park) umzogen, der Bodenbelag von Rasen auf Hartplatz wechselte und ein Jahr zuvor auf den Austragungstermin im Januar umgestellt wurde, begann eine neue Zeitrechnung in Melbourne.
Die Australian Open haben sich seitdem zum zuschauerfreundlichsten und spielerfreundlichsten Grand-Slam-Turnier gemausert. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist nun die komplette Weltelite in Melbourne am Start. Die Australian Open haben sich vom Mauerblümchen unter den Grand-Slam-Turnieren zum Trendsetter entwickelt. In Melbourne ist man der Entwicklung im Tennissport meist einige Schritte voraus.
Happy Slam? Roger Federer gibt Initialzündung
Wegen der fröhlichen und ausgelassenen Stimmung der Zuschauer sowie wegen des warmen und sonnigen Wetters werden die Australian Open auch als Happy Slam bezeichnet. Und wer es dafür verantwortlich? Kein Geringerer als Roger Federer. Im Jahr 2007 bezeichnete Federer die Australian Open als Happy Slam, unter anderem wegen der entspannten Atmosphäre in Melbourne, aber auch weil die Spieler „happy“ sind, dass das Tennisjahr beginnt und man seine Spielerkollegen nach der Saisonpause wiedersieht.
Der Begriff Happy Slam setzte sich schließlich immer mehr durch und entwickelte sich zum geflügelten Wort, wenn von den Australian Open die Rede ist. In Melbourne geht es eine Spur bunter, fröhlicher und internationaler zu als bei den anderen Grand-Slam-Turnieren. Es ist sozusagen ein Festival der Nationen und Kulturen.
Happy Slam: Mix aus Sport und Unterhaltung bei den Australian Open
Besonderen Charme bekommt das Turnier dadurch, dass der Melbourne Park nur einen zehnminütigen Fußmarsch von der Innenstadt entfernt ist und man direkt am Yarra River entlangspaziert, um zur Anlage zu kommen.
In Melbourne ist die Atmosphäre, so sind sich die meisten einig, familiärer und entspannter als bei den anderen Grand-Slam-Turnieren. In Melbourne bekommt der Zuschauer einen guten Mix aus Sport und Unterhaltung geboten. So hat der Tennisfan die Chance, seine Stars hautnah beim Training zu erleben und mit Glück ein Autogramm oder Selfie zu ergattern. Das fachkundige und faire Publikum trägt ein Übriges dazu bei, dass sich die Spieler pudelwohl fühlen in Melbourne.
Allerdings schreitet die Eventisierung bei den Australian Open in rasantem Tempo voran, sodass aufgrund der Vielzahl der Zuschauer auf der Anlage (2025 kamen während des Turniers mehr als 1,2 Millionen Zuschauer auf die Anlage) der Wohlfühlfaktor beim Happy Slam für einige Tennisfans nachgelassen hat.
