Billie Jean King Cup – Schweiz

Bleibt erstklassig: Das Schweizer Billie-Jean-King-Cup-Team um Susan Bandecchi, Céline Naef, Captain Heinz Günthardt, Simona Waltert und Valentina Ryser (v.l.n.r.) spielt auch 2026 in der Weltrgruppe. Bild: Swiss Tennis

Billie Jean King Cup: Dieses Team macht Lust auf mehr!

Das Securitas Team Schweiz setzt sich in den Billie Jean King Cup Play-offs gegen die Slowakei und Argentinien durch und spielt auch 2026 im Konzert der Grossen – mit spannenden Perspektiven.

Viel erlaubte der Modus in den Billie Jean King Cup Play-offs wahrlich nicht: Nur eines von drei Teams konnte am Ende den Sprung in die Qualifiers 2026, über welche der Weg in die Finals führen wird, schaffen. Nach dem Auftaktsieg gegen die Slowakei musste die Schweiz deshalb auch gegen die Gastgeberinnen aus Argentinien bestehen.

Dass die Truppe von Captain Heinz Günthardt tatsächlich beide Begegnungen gewinnen konnte, ist ihr nicht hoch genug anzurechnen. Zweimal lag man nach dem ersten Einzel in Rücklage, zweimal liess man zwei Siege folgen. Dabei kämpften die Spielerinnen nicht nur gegen ihre Gegnerinnen, sondern auch gegen widrige, weil extrem windige Bedingungen in Cordoba. 

Überragende Teamleaderin: Simona Waltert sichert der Schweiz vier Punkte

Die grosse Gewinnerin dieser Play-offs heisst Simona Waltert (WTA 86). Als die Schweiz im November 2022 den Billie Jean King Cup gewann, war die Bündnerin – damals Debütantin – noch die klare Nummer vier im Team. Drei Jahre später war ihre Rolle nun eine komplett andere. In Abwesenheit von Belinda Bencic und Viktorija Golubic führte Waltert das Securitas Team Schweiz erstmals als Leaderin an. Sie tat dies mit Bravour, gab in ihren beiden Einzeln gegen Rebecca Sramkova (WTA 74) und Solana Sierra (WTA 66) keinen Satz ab und zeichnete im Doppel zusammen mit Céline Naef für zwei weitere wichtige Siege verantwortlich.

Captain Heinz Günthardt: «Simona hat nicht nur ihre Spiele gewonnen, sondern mit ihrem Auftreten alle im Team besser gemacht. Sie war eine exzellente Leaderin.» Walterts Leistungen waren auf der einen Seite insofern beachtlich, als dass die 24-Jährige bis dahin noch kein Match für ihr Land hatte gewinnen können. Andererseits waren die Siege auch eine Art logische Konsequenz ihrer zuletzt starken Form, die sie im Einzel wie auch im Doppel in die Top-100 der Weltrangliste vorstossen liess. 

Simona Waltert, Celine Naef

Eiskalt zugeschlagen: Simona Waltert und Céline Neaf harmonierten im Doppel perfekt.Bild: Swiss Tennis

«Ich fühlte mich die ganze Woche über sehr gut. Das ist aber nie eine Garantie dafür, dass die Siege kommen. Ich bin extrem stolz darauf, wie wir als Team unsere Leistung haben abrufen können», resümiert die Frau der Stunde.   

Herauszustreichen ist auch die eben bereits erwähnte Céline Naef. Die 20-jährige Schwyzerin musste im Einzel zweimal ihrer Teamkollegin Susan Bandecchi den Vortritt lassen, liess sich davon aber nicht entmutigen. Nicht zuletzt ihrer positiven Energie war es zu verdanken, dass die Schweiz die beiden – letztlich entscheidenden – Doppel gewinnen konnte.

Naef steht somit symbolisch für ein Team, in welchem jede für jede kämpft und wo persönliche Ansprüche hintenanstehen müssen. Sie betont, dass sogar die in Argentinien nicht anwesenden Spielerinnen zum Erfolg beigetragen hätten: «In unserem WhatsApp-Chat haben sie das Team aus der Ferne angefeuert. Ihre Energie konnten wir bis hier hin spüren.»

Die Qual der Wahl: Auf wen setzt Günthardt im neuen Jahr?

So tritt also das Securitas Team Schweiz auch nächstes Jahr wieder in der obersten Spielklasse an. In den Qualifiers wird es darum gehen, sich einen Platz in den Finals der besten acht Nationen zu sichern. Gut möglich, dass dann auch Belinda Bencic und Viktorija Golubic wieder mit von der Partie sein werden. Mit Jil Teichmann und Rebeka Masarova könnten Captain Heinz Günthardt darüber hinaus zwei weitere interessante Spielerinnen zur Verfügung stehen.

Es darf also mit Spannung erwartet werden, wie sich das Schweizer Nationalteam im kommenden Jahr personell präsentieren wird. Klar ist, die Equipe, die in Argentinien den Klassenerhalt bewerkstelligte, hat beste Werbung in
eigener Sache gemacht.