Coco Gauff,

Zeigt eine klare politische Haltung: Coco Gauff sprach in Dubai auch über die ICE-Gewalttaten in den USA. Bild: IMAGO

Coco Gauff: „Ich hasse es, wenn man uns sagt, wir sollen uns aus der Politik heraushalten“

Coco Gauff sorgt bei den Dubai Tennis Championships für klare Worte – und spricht offen über Politik, Gewalt in den USA und die Rolle von Sportlern als öffentliche Stimmen.

US-Tennisstar Coco Gauff hat bei den Dubai Tennis Championships deutliche Worte gefunden – nicht zu ihrem Spiel, sondern zur politischen Lage in ihrem Heimatland. Die 21-Jährige, die bereits zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hat, sprach über Gewalt, gesellschaftliche Spaltung und die Rolle von Sportlerinnen und Sportlern als öffentliche Stimmen.

„Ich finde nicht, dass Menschen auf der Straße sterben sollten, nur weil sie existieren“, sagte Gauff mit fester Stimme, als sie auf die jüngsten tödlichen Einsätze der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE in den USA angesprochen wurde. Im Januar hatten Bundesbeamte in Minneapolis den 30-jährigen Alex Pretti erschossen – nur wenige Wochen zuvor war Renee Good in einem anderen Stadtteil von derselben Behörde getötet worden.


Coco Gauff: „Ich recherchiere zu Themen“

Für Gauff ist es schwer, diese Nachrichten auszublenden, selbst wenn sie Tausende Kilometer entfernt auf Turnieren unterwegs ist. „Ich bin jemand, der gerne auf dem Laufenden bleibt. Wenn ich sehe, dass etwas passiert, recherchiere ich dazu“, erklärte sie. „Es ist schwierig, morgens aufzuwachen und solche Dinge zu sehen, weil mir unser Land sehr am Herzen liegt. Ich bin stolz darauf, Amerikanerin zu sein – aber das heißt nicht, dass ich alle Werte der politischen Führung teile.“

Ihre Haltung reiht sich ein in eine wachsende Zahl von US-Athleten, die sich zu gesellschaftlichen Themen äußern. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina hatten etwa Freestyle-Skifahrer Hunter Hess, Snowboarderin Chloe Kim und Eiskunstläuferin Amber Glenn öffentlich über das politische Klima in den USA gesprochen – und dafür teils scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident J.D. Vance geerntet.

Coco Gauff will nicht Schweigen

Gauff sieht darin keinen Grund zum Schweigen. „Viele Menschen sagen, wir sollen uns aus der Politik heraushalten. Aber wenn man uns zu diesen Themen befragt, wollen die Leute unsere Meinung hören. Manche sagen ‚kein Kommentar‘ – das ist ihr gutes Recht. Aber ich hasse es, wenn man uns sagt, wir sollen uns heraushalten, wenn wir gefragt werden.“

Ihre Haltung hat familiäre Wurzeln: Gauffs Großmutter Yvonne war in den 1960er-Jahren maßgeblich daran beteiligt, die Rassentrennung an öffentlichen Schulen in Delray Beach, Florida, zu beenden. „Wenn Sie mich fragen, werde ich Ihnen meine ehrliche Antwort geben“, betonte Gauff. „Ich versuche immer, ehrlich zu antworten.“

Sportlich gesehen, erwischte Coco Gauff einen guten Start: Die an drei Gesetzte schlug Anna Kalinskaya 6:4, 6:4. Letztes Jahr hatte Gauff an gleicher Stelle in drei Sätzen gegen Kalinskaya verloren. In der Vorwoche beim WTA-1000er-Turnier in Doha war Gauff zum Auftakt mit 4:6, 2:6 an Elisabetta Cocciaretto gescheitert. Dabei waren ihr 39 vermeidbare Fehler unterlaufen.