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Davis Cup-Reform: Pique investiert in „World Cup of Tennis Finals”

Der Davis Cup steht offenbar vor einer großen Reform. Wie der internationale Tennisverband (ITF) heute verkündete, soll der Davis Cup ab dem Jahr 2019 innerhalb einer Woche unter dem Namen „World Cup of Tennis Finals” ausgetragen werden.



Offenbar will die ITF einen Vertrag mit der Investmentgruppe Kosmos abschließen, der dem Weltverband drei Milliarden US-Dollar in 25 Jahren bringen wird. Das Geld soll vor allem in die Preisgelder der Spieler gesteckt werden. Anscheinend hofft man so, einen zusätzlichen Anreiz für die Spieler zu schaffen.

Der Davis Cup leidet seit Jahren unter den Absagen zahlreicher Spitzenspieler. Im engen Terminplan der ATP-Tour finden die Nationenduelle kaum noch Platz. Die erste Runde in diesem Jahr wurde eine Woche nach den Australian Open ausgetragen. Alexander Zverev, Dominic Thiem und David Goffin waren dabei als einzige Top-10-Spieler am Start.

Zudem soll auch Geld in Tennis-Entwicklungsprojekte gesteckt werden. Die Investmentgruppe Kosmos wurde vom spanischen Fußballer Gerard Pique gegründet. Schon im Mai letzten Jahres hatte es Gerüchte darüber gegeben, dass der Spanier plane, ein Nationen-Tennisturnier nach dem Vorbild der Fußball-Weltmeisterschaft, zu organisieren. „Mit einem World Cup of Tennis, bei dem die besten Nationen und Spieler mitspielen, können wir den Davis Cup in neue Sphären heben”, äußerte sich Piquet zu dem Projekt.

Davis Cup: Kürzere Spiele und weniger Matches

Dafür soll das Davis Cup-Format massiv umgestaltet werden. Die Anzahl der teilnehmenden Nation wird von 16 auf 18 Nationen erhöht. Diese treten in einer Gruppenphase gegeneinander an. Über die Anzahl der Gruppen machte die ITF noch keine Angabe. Möglich wären aber beispielsweise sechs Dreiergruppen. Aus der Gruppenphase sollen sich acht Teams für das Viertelfinale qualifizieren und dann in einer K.o.-Runde den neuen Davis Cup-Champion ausspielen.

Damit das Turnier innerhalb einer Woche ausgespielt werden kann, sollen die Matches nur noch aus zwei Einzeln und einem Doppel bestehen. Zudem wird die Spieldauer massiv dadurch verkürzt, dass die Spiele im Best-of-three-Modus ausgetragen werden. Das Turnier soll im November in der Kalenderwoche stattfinden, in der sonst das Finale im Davis Cup spielt wurde. Laut der ITF gibt es auch schon mehrere große Städte, die Interesse daran hätten, die Veranstaltung auszutragen.

Bei der ersten Durchführung des Turnieres sollen die 16 Teams spielen, die sich in diesem Jahr für die Weltgruppe qualifizieren, sowie zwei Teams, die vom Weltverband ausgewählt werden.  Im Rahmen des Turnieres soll es dann auch eine Playoff-Runde geben, bei der die acht schlechtesten Teams des Events Playoff-Spiele gegen die Gewinner der Zonengruppen spielen.

„Das ist ein kompletter Umbruch für das Tennis“

Schon lange gab es Spekulationen über größere Reformen am Davis Cup-Format. In den letzten Jahren gab es jedoch nur kleinere Anpassungen. So durfte ab dieser Saison ein fünfter Spieler nominiert werden und das fünfte Match musste nicht mehr gespielt werden, wenn eine Mannschaft das Spiel schon für sich entschieden hatte.

„Das ist ein kompletter Umbruch für das Tennis und die ITF”, sagte ITF-Präsident David Haggerty. „Das Board of Directors hat einem kühnen und ambitionierten Projekt für die Zukunft des Davis Cups zugestimmt.“

Die Reformen müssen allerdings noch mit einer Zweidrittelmehrheit bei der jährlichen Generalversammlung der ITF bestätigt werden. Diese findet im August in Orlando statt. 2017 war der Plan, die Endspiele im Davis- und Fed Cup auf neutralem Boden auszutragen, bereits vor einer möglichen Abstimmung auf dem Verbandstag in Ho-Chi-Minh-Stadt gescheitert.

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  1. Joseph

    So wird der Davis Cup sinn- und wertlos.

    Außerdem ist es nicht entscheidend, ob Top10-Spieler in jeder Runde spielen.

    ALLE Top10-Spieler (Federer, Nadal, Djokovic, Murray,…) haben insgesamt relativ selten Davis Cup gespielt.
    Das tat ihm aber nie einen Abbruch.
    Denn die lange Tradition ist einfach nicht weg zu leugnen.

    Und wenn zukünftig nur noch 2 Einzel + 1 Doppel („Best-of-three“) gespielt werden sollten, dann entwertet das den Davis Cup nur um so mehr.

    Haggarty sollte seinen Stuhl bei der ITF räumen.

    Mit sportlichem Gruß,

  2. Marc

    Peinlich und traurig. Da wird der tollste Wettbewerb im Sport zu Grabe getragen. Und wie bereits geschrieben wurde spielt es keine Rolle, wenn mal nur 2-3 Toptenspieler teilnehmen. Der neue Wettbewerb wäre nichts anderes als der WTC zu seiner besten Zeit. Ich bin schwer enttäuscht.

  3. Joseph

    Noch etwas:

    ITF-Präsident Haggerty will einen „kompletten Umbruch“ im Davis Cup.
    Den Davis Cup-Ersatz „World Cup of Tennis“ will er dafür in den November legen.

    Was hat sich der Herr denn dabei gedacht?

    Seit Langem finden im November – am Ende einer langen und strapaziösen Tennisssaison (s. Verletztenliste 2017) – dann abschließend die ATP World Tour Finals statt, wo die 8 besten Spieler des Jahres eine ganze Woche lang im Einzel antreten…

    Sollen diese im „WCT“ jetzt nochmals eine Woche lang antreten?

    Irgendwie ergibt das so recht keinen Sinn…


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