Barbara Rittner

Nach beschlossener Fed Cup-Reform: Rittner kritisiert ITF

Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass auch der Fed Cup, der internationale Teamwettbewerb der Frauen, eine vorgezogene Endrunde erhält, hat sich Barbara Rittner in ihrer Funktion als Head of Women’s Tennis im DTB zu Wort gemeldet. Gegenüber tennis MAGAZIN kritisiert die 46-Jährige die Entscheidung und den Weltverband.

Der Fed Cup wird – ähnlich wie der Davis Cup bei den Herren – reformiert. Am Donnerstagvormittag kursierte im Netz die Meldung, dass der Weltverband ITF die Reform im Laufe des Tages bekanntgeben werde. Inhalt: zwölf Teams, die im April 2020 in einem sechstägigen Finalturnier auf Sand in Budapest um den Titel spielen. Im Februar soll es wie beim Davis Cup auch eine K.o-Runde zuvor geben. Der Weltverband will 18 Millionen US Dollar an Preisgeld ausschütten – sechs davon an die nationalen Verbände. (zur News).

Mittlerweile hat das der Weltverband bestätigt. Insgesamt 20 Nationen werden an der K.o.-Runde im Februar teilnehmen. vom 14. bis 19. April 2020 steigt dann die neue Endrunde in der Laszlo Papp-Arena in Budapest.

Barbara Rittner galt bisher als Verfechterin des bisherigen Modus und plädierte in ihrer Funktion als Head of Women’s Tennis im DTB für eine Aufstockung auf 16 Teams bei Beibehaltung des K.o-Systems mit Heim- und Auswärtsspielen. Nun ist sie froh, dass es überhaupt mehr Teams geworden sind. Die Reform bezeichnet sie gegenüber tennis MAGAZIN als „eine Kompromisslösung“, schränkt aber ein: „Angestrebt wurde von den Verantwortlichen immer, dass 16 Teams um den Titel kämpfen sollen. Jetzt sind es zwölf bei der Endrunde, allerdings sind darin zwei Wildcards einberechnet.“

Kritik übt die frühere langjährige Teamchefin von Angelique Kerber, Julia Görges, Andrea Petkovic und Co.  an der Kommunikation der ITF. „Es gab leider keine Kommunikation mit den Teamchefs und den Spielerinnen vor dieser Entscheidung.“

Rittner: „ITF geht es primär ums Geld“

In dem Komitee seien zwar Verbandspräsidenten eingebunden gewesen. Aber der Weltverband habe nach Rittners Verständnis die Vollmacht gehabt, die Reform alleine abzusegnen. Rittner, die sich bisher mit dem tschechischen Kapitän Petr Pala und der spanischen Kapitänin Anabel Medina Garrigues über die Neuerung ausgetauscht hat, sagt: „Die Spielerinnen und Teamchefs wussten bisher nichts und sind auch nicht wirklich begeistert.“

Rittner kritisiert weiter: „Dem Weltverband geht es primär nur ums Geld – auch im Herrenbereich. Dieses Gefühl habe ich schon seit langem.“ Auch den Termin im April findet Rittner unpassend. „Ich bin mir sicher, dass viele Topspielerinnen und Trainer einen Termin nach den vier Grand Slams im September oder Oktober bevorzugt hätten. Jetzt haben wir ein Match im Februar und eine Endrunde im April und dann zehn Monate keinen Teamwettbewerb. Das finde ich schwierig.“

Ähnlich wie die deutschen Herren will aber auch Rittner der neuen Endrunde eine Chance einräumen. „Am Ende müssen sich die Verantwortlichen an der Umsetzung der Endrunde messen lassen. Ich bin gespannt, auch auf die Endrunde des Davis Cups, aber ich bin nicht begeistert.“