Sabine Lisicki

Flashback: Als Sabine Lisicki ihren ersten Titel gewann

Sabine Lisicki gewann heute vor genau zehn Jahren, am 19. April 2009, beim WTA-Turnier in Charleston ihren ersten WTA-Titel. Die hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, konnte Lisicki in der Folgezeit nur teilweise erfüllen.

Heute vor zehn Jahren, am 19. April 2009, ging der Stern von Sabine Lisicki so richtig auf. Beim WTA-Turnier in Charleston gewann die 19-jährige Deutsche ihren ersten WTA-Titel – und das auf dem ungeliebten Sandboden und ohne Satzverlust. Die Siegerliste in Charleston liest sich wie das Who is Who im Damentennis: Steffi Graf, Martina Navratilova, die Williams-Schwestern, Martina Hingis. 2009 kam Sabine Lisicki hinzu. Die Teenagerin spielte beim Sandplatzturnier das beste Turnier ihrer noch jungen Karriere. Auf dem Weg ins Endspiel schaltete Lisicki Venus Williams, Elena Vesnina und Marion Bartoli aus.

Rittner über Lisicki: „Sie spielt mit der gleichen Wucht wie Steffi”

Im Endspiel besiegte sie die Dänin Caroline Wozniacki mit 6:2, 6:4 und nutzte dabei ihren sechsten Matchball. „Ich konnte nicht glauben, dass ich gewonnen habe, weil ich meinen ersten Matchball nicht nutzen konnte. Als ich schließlich gewonnen habe, wusste ich nicht der wievielte Matchball es war. Es fühlte sich wie der 30. an. Ich bin so glücklich“, strahlte Lisicki nach ihrem Premierentitel auf der WTA-Tour und ergänzte: „Ich habe so hart gearbeitet in den letzten Wochen und Monaten. Es zahlt sich endlich aus. Ich wusste, dass ich das Spiel habe, um solche Gegner zu schlagen. Ich denke, ich bin nun reifer, um Turniere zu gewinnen.“

Nach ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour wurde Lisicki mit Lob überschüttet. Die gebürtige Troisdorferin sollte der neue Star im deutschen Damentennis werden. „Sabine ist ganz klar eine Top-Ten-Spielerin. Sie hat ein unglaubliches Gespür für die Situation und einen satten Treffpunkt wie Jennifer Capriati in ihren besten Jahren“, sagte die damalige deutsche Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner. Sogar den Vergleich zu Tennisikone Steffi zog Rittner. „Sabine kann genau wie damals Steffi einer Gegnerin ihr Spiel aufzwingen, und sie spielt mit der gleichen Wucht wie Steffi. Sie geht immer drauf und schlägt vor allem die Bälle aus dem Halbfeld mit unglaublicher Wucht. An Tagen, an denen alles passt, kann sie spielen wie von einem anderen Stern.“

Sabine Lisicki: Wimbledonfinale, aber keine Top 10

Die folgenden zehn Jahre waren ein großes Wechselbad der Gefühle für Lisicki. Grandiose Auftritte wie bei einigen Wimbledonturnieren (dreimal Viertelfinale, einmal Halbfinale, einmal Finale), bittere Niederlagen und zahlreiche Verletzungen wechselten sich ständig ab. Tennis von einem anderen Stern konnte Lisicki nur recht selten spielen, sodass sie es trotz des Erreichen des Wimbledonfinals 2013 nie in die Top Ten im WTA-Ranking schaffte. Ihre beste Platzierung: Platz zwölf im Mai 2012.

Im September wird Lisicki 30 Jahre alt. Ihre Karriere ist arg ins Straucheln gekommen. Im aktuellen WTA-Ranking belegt sie nur Platz 295. Den Glauben an bessere Zeiten hat Frohnatur Lisicki aber nie verloren. „Ich bin gesund und fit, fühle mich wie ein Rennpferd in der Startbox, das nur darauf wartet, dass die Türen aufgehen“, sagte sie kürzlich im Interview mit der Bild am Sonntag. Aufgeben sei für Lisicki keine Option. Der Turniersieg in Charleston vor zehn Jahren war ihr erster WTA-Titel. Drei weitere Titel kamen noch hinzu. Lisickis fünfter WTA-Titel scheint derzeit in großer Ferne.