Sabine Lisicki

Sabine Lisicki: „Ich fühle mich wie ein Rennpferd in der Startbox“

Sabine Lisicki ist im WTA-Ranking bis auf Platz 298 abgestürzt. Beim WTA-Turnier in Charleston steht die 29-Jährige dank einer Wildcard im Hauptfeld. Sie sagt: „Aufgeben ist für mich keine Option“.

Zehn Jahre ist es her, dass Sabine Lisicki ihren ersten WTA-Titel gewinnen konnte. Mit damals 19 Jahren siegte die Deutsche beim WTA-Turnier in Charleston – ausgerechnet auf Sandplatz. Lisicki bezwang im Finale Caroline Wozniacki mit 6:2, 6:4. Der Beginn einer Weltkarriere? In den folgenden Jahren ging es bei Lisicki trotz einiger verletzungsbedingter Rückschläge Schritt für Schritt nach oben – 2013 mit dem großen Paukenschlag mit dem Einzug ins Wimbledonfinale.

Die Endspielteilnahme auf dem „Heiligen Rasen“ sollte der riesengroße Höhepunkt in der Karriere von „Bum Bum Bine“ gewesen sein. Trotz des Erreichen eines Grand-Slam-Finals konnte Lisicki ihre beste Karriereplatzierung mit Platz 12 (Mai 2012) nicht verbessern. In der Folgezeit hieß es: Absturz statt Top Ten. Lisicki ist derzeit nur noch die Nummer 298 im WTA-Ranking. Beim WTA-Turnier in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina, das am morgigen Montag beginnt, steht sie trotzdem im Hauptfeld dank einer Wildcard. Schlagzeilen machte sie zuletzt nur mit ihrer Tierliebe zu einem Käfer.

Lisicki: „Da muss man mich bremsen”

Im Gespräch mit der Bild am Sonntag blickt Lisicki trotz des Absturz in die Niederrungen des WTA-Rankings optimistisch in die Zukunft. „Ich bin gesund und fit, fühle mich wie ein Rennpferd in der Startbox, das nur darauf wartet, dass die Türen aufgehen.“ Im September wird die Wahl-Amerikanerin 30 Jahre alt. Für eine neue Leistungsexplosion sei es längst noch nicht zu spät, meint Lisicki „Es gibt so viele gute Spielerinnen, die älter sind. Ob Angie Kerber, Jule Görges oder zuletzt Su-Wei Hsieh, die mit 33 plötzlich durchstartete.“

Lisicki trainiert an der Akademie von Nick Bollettieri in Bradenton im US-Bundesstaat Florida verbissen daran, wieder dorthin zu kommen, wo sie einst war. Auf die Frage, ob sie in jungen Jahren zu früh und zu schnell zufrieden war, entgegner sie entschieden: „Bestimmt nicht. Einige in meinem Umfeld wären manchmal ganz froh, wenn ich etwas mehr piano machen würde. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich am Ende des Tages hier von der Anlage kriechen. Erst dann war es ein guter Tag. Da muss man mich bremsen.“ Schafft es Lisicki noch mal zurück auf die große Tennisbühne? Der Wiedereinzug in die Top 100 wäre bereits ein großer Erfolg für die ehemals große deutsche Tennishoffnung. 2009 ging Lisickis Stern in Charleston auf. Klappt es zehn Jahre später an gleicher Stelle mit einem neuen Lebenszeichen auf dem Platz?