French Open

picture of a tennis ball taken in front of the Eifel Tour in Paris, 19 May 2004 at Roland-Garros in Paris, before this season's second Grand Slam tournament starting at Roland Garros next 24 May. AFP PHOTO THOMAS COEX (Photo credit should read THOMAS COEX/AFP/Getty Images)

French-Open-ABC: Roland Garros von A bis Z

N wie Na Li

Am 4. Juni 2011 schrieb Na Li internationale Sportgeschichte. Mit dem Titelgewinn bei den French Open wurde die Chinesin die erste Asiatin (weiblich und männlich), die ein Grand Slam-Turnier im Einzel gewann. Das Finale wurde von 330 Millionen Fernsehzuschauern, hauptsächlich in China, verfolgt.

O wie Open Era

Im Jahr 1968 begann die Open Era, das Profitennis wurde geboren. Bei den vier Grand Slams und vielen weiteren Events waren nun auch Profispieler zugelassen. Tennislegenden wie Rod Laver, Ken Rosewall oder Pancho Gonzales durften nach ihrem Wechsel zu den Profis nun auch wieder bei den Majors antreten. Die French Open waren das erste Grand Slam-Turnier in der Open Era. Bei den Herren kam es im Finale zum australischen Duell zwischen Laver und Rosewall, das Rosewall für sich entschied. Bei den Damen siegte die US-Amerikanerin Nancy Richey.

P wie Philippe Chatrier

Der größte Platz der Anlage im Stade Roland Garros trägt den Namen Philippe Chatrier, wo 14.911 Zuschauer Platz finden. Philippe Chatrier hat große Verdienste um das französische Tennis als Spieler und Kapitän im Davis Cup, Verbandspräsident und als langjähriger Präsident des Tennis-Weltverbandes. Unter seinem Wirken wurde Tennis wieder ins olympische Programm aufgenommen. Nach dem Tod von Chatrier im Jahr 2000 wurde der Center Court der French Open in seinen Namen umbenannt.

Q wie Qualifikant

Qualifikanten verabschieden sich bei Grand Slam-Turnieren in der Regel meist vor Beginn der zweiten Woche. Bei den French Open 1997 war alles anders. Nicht nur, dass Gustavo Kuerten aus dem Nichts den Titel gewann, mit Filip Dewulf stand ein Qualifikant sensationell im Halbfinale. Der Belgier schaffte damit das beste Abschneiden eines Qualifikanten in Paris und wurde erst der dritte Spieler bei den Herren, der bei einem Grand Slam-Turnier als Qualifikant die Vorschlussrunde erreichte. Einer der anderen beiden war John McEnroe beim Wimbledonturnier 1977. Der andere war Wladimir Woltschkow in Wimbledon 2000. Das Paris-Märchen von Dewulf wurde jedenfalls von Kuerten beendet.

R wie Roland Garros

Das Grand Slam-Turnier in Paris ist in Deutschland und weitgehend international unter dem Namen French Open geläufig. Seit 1928 wird das Turnier im Stade Roland Garros ausgetragen. Der offizielle Turniername der French Open heißt seitdem Les Internationaux de France de Roland-Garros oder Tournoi de Roland-Garros oder kurz Roland Garros. Wer ist Roland Garros? Er war ein Luftfahrtpionier und französischer Kampfflieger im Ersten Weltkrieg. Roland Garros überflog 1913 als Erster das Mittelmeer.

S wie Suzanne Lenglen

Der zweitgrößte Platz der Anlage im Stade Roland Garros ist nach Suzanne Lenglen benannt. Die Französin war der erste Weltstar im Damentennis und dominierte das Geschehen in den 20er-Jahren. Sie gewann zwölf Grand Slam-Titel, darunter sechsmal die French Open. Lenglen wurde als „Göttliche“ bezeichnet und sorgte dafür, dass sich das Damentennis emanzipierte. Ihre modischen Kleider sorgten für großes Aufsehen, vor allem auch deswegen, weil sie als erste Spielerin Haut zeigte.

T wie Triple Bagel

Es ist der absolute Alptraum eines Tennisprofis, ein Match bei einem Grand Slam-Turnier mit 0:6, 0:6, 0:6 zu verlieren. Im Fachjargon heißt solch eine Höchststrafe Triple Bagel. Bei einem Major kam dies bislang fünfmal vor, dreimal bei den French Open. Nikola Spear schaffte einen Triple Bagel 1968 gegen Henri Cochet, Karel Novacek zerlegte 1987 Eduardo Bengoechea. Für den letzten Triple Bagel bei einem Grand Slam sorgte Sergi Bruguera, der Thierry Champion (immerhin einmaliger French Open-Viertelfinalist) mit der absoluten Höchststrafe nach Hause schickte.

Björn Borg stand im Achtelfinale der French Open 1981 gegen Teddy Moore beim Stand von 6:0, 6:0, 5:0 ganz kurz vor dem Triple Bagel. Nach dem Match sagte Moore, dass er darüber nachgedacht hätte, nach dem Spielgewinn in die Knie zu gehen – genauso wie bei Borgs Jubelpose nach dessen Wimbledonsiegen. Doch er wollte sich seine Knie nicht schmutzig machen und ließ es lieber bleiben.

U wie Überraschungssieger

Im Jahr 1997 gab es neben Gustavo Kuerten auch einen überraschenden Titelgewinn bei den Damen. Iva Majoli siegte im Finale gegen Martina Hingis und verhinderte rückblickend den Kalender-Grand-Slam der Schweizerin. Jelena Ostapenko triumphierte letztes Jahr sensationell in Paris und holte dabei ihren allerersten WTA-Titel. Auch die French Open-Siege von Andres Gomez (1990, im Finale gegen Andre Agassi), Albert Costa (2002) und Gaston Gaudio (2004, im denkwürdigen Endspiel gegen Guillermo Coria) kamen aus dem Nichts.

V wie Vier Musketiere

Wenn während der French Open von den vier Musketieren die Rede ist, dann dreht es sich um das erfolgreiche französische Tennis-Quartett in den 20er- und 30er-Jahren. Jean Borota, Jacques Brugnon, Henri Cochet und René Lacoste dominierten neben dem US-Amerikaner Donald Budge das Herrentennis. Sie gewannen von 1927 bis 1932 sechsmal in Folge den Davis Cup. Seit 1981 trägt der Herrenpokal bei den French Open zu Ehren der vier Musketiere den Namen „Coupe des Mousquetaires“.

W wie Wutausbruch

Auch auf den Plätzen in Roland Garros geht es selbstverständlich emotional hoch her. Wutausbrüche stehen an der Tagesordnung. Mikhail Youzhny ließ seinen Frust über seine schlechte Leistung gegen Tommy Haas an seiner Spielerbank aus. Novak Djokovic konnte im Jahr 2016, als er den Titel gewann, von Glück reden, dass er im Viertelfinale gegen Tomas Berdych nicht disqualifiziert wurde. Djokovic warf seinen Schläger unglücklich in Richtung Wand des Platzes und verfehlte den Linienrichter nur knapp – weil dieser sich rechtzeitig in Deckung brachte.

X wie Xtra-Klasse

Das Spiel auf Sand ist prädestiniert für lange Ballwechsel. In der Geschichte der French Open gab es zahlreiche spektakuläre Ballwechsel und Zauberschläge zu bestaunen. Hier ist eine Auswahl.

Y wie Yannick Noah

Seit 1983 warten die Franzosen nicht nur auf einen heimischen Sieger im Herreneinzel im Paris, sondern generell auf einen männlichen Grand Slam-Champion. Yannick Noah ist der letzte Sieger aus Frankreich. Spätestens nach seinem Titelgewinn bei den French Open 1983 im Finale gegen Mats Wilander wurde Noah zum Volkshelden in Frankreich. „Wenn du ein Champion wirst, lernst du viele Sachen. Aber niemand lehrt dich, wie man mit dem plötzlichen Ruhm umgeht“, erklärte Noah einst. Mit ihm als Kapitän gewann Frankreich 1991, 1996 und 2017 den Davis Cup. 1997 führte er Frankreichs Damen zum Titel im Fed Cup.

Z wie Zählweise

Die French Open haben ein Alleinstellungsmerkmal unter den Grand Slam-Turnieren. Der Vorstellung der Spieler und der aktuelle Spielstand werden nur auf Französisch bekanntgeben. Wenn es in den Tiebreak gehört, sagt der Schiedsrichter demnach „Jeu décisif“. Und es gibt noch eine weitere Besonderheit. Steht es erstmals 40:40, wird der Spielstand als Quarante á ausgerufen. Erst beim zweiten Einstand klingt ein Égalité aus dem Schiedsrichtersuhl.