BNP Paribas Open – Day 7

Monfils: „In jedem Spiel rassistische Kommentare“

Gael Monfils ist für seinen extrovertierten Jubel bekannt. Mit seiner neuesten Geste in Indian Wells lenkt der Franzose auf eine Rassismusdebatte und mahnt. Auch er sei Schmähungen dauerhaft ausgesetzt.



Nach seinem Sieg in der zweiten Runde von Indian Wells gegen John Isner kannte die Freude bei Gael Monfils keine Grenzen mehr. Erst tanzte er kurz auf der Stelle, lief dann zum Netz und klatschte mit dem US-Amerikaner ab. Nach dem obligatorischen Handschlag mit dem Schiedsrichter, stellte er sich in die Mitte des Platzes, kreuzte die Arme vor der Brust und ließ sie kraftvoll wieder zur Seite gleiten. In alle vier Richtungen zeigte Monfils die Geste – für jeden Zuschauer klar ersichtlich.

„Es ist ein Zeichen, dass ich die Black Panther Community unterstütze“, sagte Monfils nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Die „Wakanda Forever“-Geste stammt aus dem gleichnamigen Film „Black Panther“, der derzeit in den Kinos läuft. Im Film zeigen die Bewohner des fiktiven Landes Wakanda mit diesem Zeichen die Treue zu ihrem Land.

Die Figur Black Panther wurde ursprünglich in den 1960er Jahren von Stan Lee und Jack Kirby erfunden und diente als Vorlage für den ersten schwarzen Superhelden im amerikanischen Comic-Universum. Damit war sie identitätsstiftend für viele Afroamerikaner und Namensgeber für die wenig später gegründete Black Panther Party, die eine zentrale Rolle während der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung spielte.

Monfils: „Sehe mich nicht als Lautsprecher, aber…“

„Wenn es Filme gibt, die helfen, den Glauben zu stärken und Stärke zeigen, dann hilft das“, sagte Monfils. Auch er selbst werde während seiner Matches immer wieder mit Rassismus konfrontiert. „Grundsätzlich höre ich in jedem Spiel rassistische Kommentare“, schilderte der Franzose. Im gleichen Atemzug hob er aber auch die vielen positiven Erfahrungen hervor, die er mit Fans gemacht habe.

Auf die Frage, ob er sich selbst als jemanden sehe, der soziale Probleme thematisiert, antwortete der 31-Jährige: „Ich sehe mich nicht als Lautsprecher, aber wenn ich die Botschaft mit einem Zeichen verbreiten kann, dann mach ich das.“

Auch andere dunkelhäutige Sportler griffen in den vergangen Tagen die Geste aus dem Film auf, um auf Rassismus aufmerksam zu machen. Die 22-Jährige Sachia Vickery machte nach ihrem Überraschungssieg in der zweiten Runde gegen Garbine Muguruza ebenfalls die „Wakanda Forever“-Geste.  Ebenso die beiden Fußballer Paul Pogba und Jesse Lingard, die nach einem Tor für Manchester United, das Zeichen zeigten.

 

 

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  1. Erika Seidenbecher

    Ich finde es gut, wenn auf das Rassismusproblem aufmerksam gemacht wird. Die Arroganz der „Weißen“ ist für mich unbegreiflich. Menschen sollte nach ihrer Persönlichkeit bewertet werden: Wissen, Können, Fähigkeiten- nicht nach ihrer Hautfarbe.


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