Ignacio Buse: 10 Fakten über den Hamburg-Champion

Ignacio Buse Bild: Imago/Tischler

Ignacio Buse aus Peru spielte beim ATP-Turnier in Hamburg das bislang beste Tennis in seiner Karriere.

Ignacio Buse gewann bei den Hamburg Open erstmals einen Titel bei einem ATP-Turnier. Das sollte man über den 22-Jährigen aus Peru wissen.

Alles begann mit einer Anmeldepanne. „Ich sollte eigentlich im Hauptfeld spielen, aber habe vergessen, mich einzuschreiben“, sagte Ignacio Buse über seine Teilnahme am ATP-Turnier in Hamburg. Der 22-Jährige aus Peru feierte am Hamburger Rothenbaum seinen großen Durchbruch auf der ATP-Tour. Hätte sich Buse für das Hauptfeld in Hamburg eingeschrieben, wäre er dank einiger Absagen vor Beginn der Auslosung direkt ins Hauptfeld gerutscht.

So musste Buse in die Qualifikation. Rückblickend vielleicht sein großes Glück. Dort spielte sich der Peruaner warm und erreichte mit zwei überzeugenden Siegen das Hauptfeld. Dort ging sein Siegeszug mit Siegen gegen hochkarätige Gegner weiter: Titelverteidiger Flavio Cobolli, Jakub Mensik – Miami-Champion von 2025 – und Ugo Humbert, ehemals Nummer 13 der Welt.

Nach dem Halbfinalsieg gegen die weitere Turnierüberraschung, Lucky Loser Aleksandar Kovacevic (USA), erreichte Buse erstmals das Finale eines ATP-Turniers. In einem der längsten Finale der Turniergeschichte (3:03 Stunden) setzte er sich gegen Tommy Paul (USA) durch und feierte den ersten ATP-Titel eines Peruaners seit 19 Jahren.

Hier sind zehn Fakten, die man über Ignacio Buse wissen sollte!

1. Erfolgreiche Juniorenkarriere

Bei den Junioren gewann Buse zwei Titel und erreichte Platz 9 in der Weltrangliste. Mit seinem Landsmann Gonzalo Bueno stand er im Finale der French Open 2022.

2. Profi statt College-Tennis

Nach seiner Juniorenkarriere wollte Ignacio Buse auf ein US-College. 2022 erhielt er ein Stipendium für die University of Georgia, um dort bei den Georgia Bulldogs zu spielen. „Ich wollte eigentlich College-Tennis spielen, aber daraus wurde nichts. Es gab ein Problem mit den Aufenthaltspapieren, die nicht genehmigt wurden”, sagt Buse. Im Nachhinein eine glückliche Fügung.

3. Auf dem Weg zum besten Peruaner der Tennisgeschichte

In der Profiära gibt es bislang nur vier Top-50-Spieler aus Peru: Jaime Yzaga (Platz 18), Pablo Arraya (Platz 29), Luis Horna (Platz 33) und nun auch Ignacio Buse. Der 22-Jährige kletterte mit dem Titelgewinn in Hamburg bis auf Platz 31 im ATP-Ranking. „Ich weiß, dass Jaime Yzaga oft zum Davis Cup nach Lima fährt, aber ich meine, ich habe ihn noch nie persönlich getroffen. Natürlich würde ich Jaime gerne kennenlernen. Luis Horna, unser Davis-Cup-Kapitän, und Pablo Arraya stehen mir nahe. Sie geben mir wirklich gute Ratschläge. Mit Pablo rede ich viel. Er ist viel unterwegs mit mir, nicht in meinem Team, sondern als Fan“, sagt Buse.

Ignacio BuseBild: Imago/Justus Stegemann

Konfettiregen: Ignacio Buse wird die Woche mit seinem ersten ATP-Titel in Hamburg sicherlich nie vergessen.

4. Deutsche Wurzeln

Buse hat einen großen Bezug zu Deutschland. „Mein Urgroßvater ist auf einem Auswandererschiff nach Südamerika geboren. Seine Familie stammte aus Deutschland. Ich bewerbe mich auf einen deutschen Pass. Ich werde natürlich mein ganzes Leben Peruaner bleiben, aber ich habe auch deutsche Gene“, sagt er. Der Peruaner gewann seinen ersten Challenger-Titel in Heilbronn, in Hamburg folgte nun sein erster Titel auf der ATP-Tour.

5. Peruanische Tennis-Dynastie

Buse ist Teil einer großen Tennis-Dynastie in Peru. Sein Vater Hans ist ein ehemaliger Tennisspieler und Tennistrainer, der seinem Sohn mit zwei Jahren erstmals einen Schläger in die Hand gab. Sein Großvater väterlicherseits Eduardo und Großonkel Enrique sind bekannte Tennisspieler und haben in Peru Legendenstatus. Nach ihnen ist das Tennisstadion in Lima benannt – Estadio Hermanos Buse. „Es ist eine Ehre. Die meisten Spiele im Davis Cup finden in diesem Stadion statt. Es ist etwas ganz Besonderes, meinen Nachnamen als Namen zu tragen. Ich glaube, ich habe dort ein Vermächtnis zu vertreten“, sagt Buse.

 

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6. Sein Onkel ist ein dekorierter Chefkoch

Der Onkel von Ignacio Buse, Gaston Acurio, ist ein dekorierter Chefkoch, der zahlreiche peruanische Restaurants auf der ganzen Welt betreibt. „Ich habe mit meinem Onkel so viel erlebt. Ich sehe ihn nicht allzu oft, aber wenn, dann habe ich immer eine tolle Zeit mit ihm. Er ist für mich ein Vorbild im Leben, weil er so viel erreicht hat. Ich sehe ihn als Vorbild und Inspiration“, sagt Buse über seinen Onkel.

7. Eigene Kochkünste

Als Ignacio Buse klein war, wollte er seinem Onkel nacheifern und selbst Chefkoch werden. Doch seine Mutter überzeugte ihn, dass der Lebensstil auf dem Tennisplatz deutlich besser zu ihm passe als die Arbeit eines Chefkochs. Seine eigenen Kochkünste hält Buse für ausbaufähig. „Ich kann überhaupt nicht gut kochen. Aber mein Lieblingsgericht ist auf jeden Fall Ceviche. Das ist einfach zuzubereiten. Es ist so etwas wie roher Fisch mit etwas Zitrone, scharf gewürzt mit Aji. Es ist ein Gericht, bei dem man den Fisch, wenn man ihn fängt, aufschneidet und dann im Boot isst“, sagt er.

8. Botschafter von Peru

Es gibt wenig bekannte Sportler aus Peru, hauptsächlich Fußballer. Umso mehr sieht sich Ignacio Buse in der Verpflichtung, sein Heimatland würdig zu vertreten. „Ich versuche, die peruanische Kultur zu verbreiten, zum Beispiel das Inka-Reich, Machu Picchu, einfach alles. Ich habe mit Novak Djokovic gesprochen, und er sagte mir, er wolle die Energie von Machu Picchu erleben. Ich habe versucht, ihm auch von dem peruanischen Essen zu erzählen, das fantastisch ist. Ich bin sozusagen ein Botschafter Perus, weil ich so viel reise und mit jedem auf so viele verschiedene Arten über Peru spreche“, sagt Buse.

9. French-Open-Champion Albert Costa als Mentor

Ignacio Buse hat eine besondere Beziehung zu einem ehemaligen Grand-Slam-Champion – Albert Costa, French-Open-Sieger von 2002. „Seit 2023 trainiere ich am Tennis Empowerment Centre Carles Ferrer Salat (TEC) in Barcelona. Das ist eine Art Stiftung. Diese Akademie kümmert sich nicht nur um uns als Tennisspieler. Im Grunde versuchen sie, uns als Spielern sowohl ein soziales als auch ein Tennisprojekt näherzubringen. Wir beschäftigen uns mit vielen verschiedenen Aspekten und Problemen auf der ganzen Welt. Wir sind uns all der aktuellen Probleme sehr bewusst“, sagt Buse.

Über seine Beziehung zu Albert Costa sagt er: „Albert ist der Leiter der Stiftung. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu ihm. Er sagt mir auf dem Platz immer, dass es keine Rolle spielt, ob ich drei Doppelfehler hintereinander mache oder was auch immer ich tue. Er will nur, dass ich beim nächsten Punkt zu 100 Prozent bereit bin. Die vorherigen Punkte spielen keine Rolle, ich soll einfach versuchen, beim nächsten Punkt mein Bestes zu geben und die anderen Punkte zu vergessen.“

10. Großer Traum

Apropos soziale Projekte, die am Tennis Empowerment Centre Carles Ferrer Salat (TEC) in Barcelona gelehrt werden. „Wir haben über ein soziales Projekt in Peru gesprochen. Im Grunde geht es darum, mehr Tennisplätze zu bauen, Tennis für arme Menschen zugänglicher zu machen und zu versuchen, diesen Sport zu fördern. Und zu versuchen, Tennis zu einem verbindenden Element zu machen, denn ich glaube, Sport verbindet. Das Ziel ist, die Peruaner durch den Sport zusammenzubringen – hoffen wir, dass es beim Tennis klappt“, sagt Buse über seinen großen Traum.