John Isner gewann das Marathon-Match gegen Nicolas Mahut

Isner gegen Mahut, Wimbledon 2010: 11:05 Stunden für die Ewigkeit

Köln (SID) – Langeweile im Lockdown? Dafür bot die ATP die perfekte Lösung. Als sich die Welt zu Beginn der Corona-Pandemie in den eigenen vier Wänden vor dem Virus verkroch, holte der Verband zur allgemeinen Zerstreuung eine kolossale Konserve aus dem Keller. 11:05 Stunden für die Ewigkeit – mehr Tennis, als John Isner und Nicolas Mahut 2010 in Wimbledon spielten, wird es in einem Match wohl nie wieder geben.

Am 24. Juni vor zehn Jahren endete auf Platz 18 des All England Club das mit Abstand längste Match der Tennisgeschichte. Der US-Amerikaner Isner setzte sich am dritten Tag der einzigartigen Partie gegen den Franzosen Mahut mit 70:68 (!) im fünften Satz durch. Alleine dieser Durchgang dauerte acht Stunden und elf Minuten und damit deutlich länger als das vorherige Rekordmatch.

Die Tenniswelt feierte anschließend „zwei Gewinner“, Verlierer Mahut hat sich längst mit seinem Schicksal abgefunden. „Happy Birthday, mein Freund“, schrieb er zum Zehnjährigen an Isner. Auch der Aufschlagriese, der 112 Asse servierte und das Match gewann, obwohl er 24 Punkte weniger machte als Mahut, erinnert sich gerne an die historische Partie, obwohl sie ihn damals um ein besseres Ergebnis brachte. Nach dem Marathon schied er in der zweiten Runde in nur 74 Minuten entkräftet aus.

Isner ist übrigens schuld daran, dass solche ausufernden Matches – zumindest in Wimbledon – nie wieder gespielt werden können. Sein Halbfinale 2018 gegen den Südafrikaner Kevin Anderson dauerte 6:36 Stunden, Isner unterlag 24:26 im fünften Satz. Die feinen Herrschaften des traditionsreichen Tennisklubs im Londoner Südwesten änderten daraufhin die Regeln. Seit 2019 wird bei 12:12 im entscheidenden Satz ein Tiebreak gespielt.