Martina Navratilova stellt Tour-Rückkehr infrage

Navratilova nach Djokovic-Befund: „Was nun, US Open und Roland Garros?“

Köln (SID) – Die neunmalige Wimbledon-Siegerin Martina Navratilova hat sich über den positiven Coronatest des Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic bestürzt gezeigt und die Wiederaufnahme der Saison auf der Profitour nach diesem öffentlichkeitswirksamen Rückschlag infrage gestellt. „Igitt. Das ist nicht gut, und es ist ein Muster“, twitterte die 63 Jahre alte Tennislegende: „Ich hoffe natürlich, dass Novak wieder gesund wird! Aber was nun, US Open? Roland Garros? Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Die Vereinigung der männlichen Tennisprofis (ATP) reagierte mit knappen Genesungswünschen und zwischen den Zeilen deutlich erkennbarer Kritik auf die Coronafälle bei der Adria-Tour, die Djokovic ins Leben gerufen hatte. In einem Statement wünschte die ATP „den Spielern und ihren Mitarbeitern […] eine vollständige und rasche Genesung“. Allerdings dränge man „weiterhin auf die strikte Einhaltung von verantwortungsbewusster sozialer Distanzierung und Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen“.

Bei der Planung für die Wiederaufnahme der ATP-Tour ab dem 14. August habe man „umfassende Pläne zur Risikominderung durch eine Vielzahl von Vorsichtsmaßnahmen und Protokollen erstellt, die bei ATP-Veranstaltungen umgesetzt werden sollen“ und gebe „der Sicherheit bei der Beurteilung jeder Entscheidung Priorität“.

Bei der Adria-Tour, die unabhängig von der ATP auf die Beine gestellt wurde, war dies ins keinster Weise gegeben. In Serbiens Hauptstadt Belgrad und Zadar/Kroatien waren die Zuschauerränge dicht besetzt, Abstände wurden von den Akteuren während des Spiels und auch in der Freizeit nicht beachtet. Dies gipfelte in einem Club-Besuch mehrerer Protagonisten, zu denen auch Deutschlands Top-Spieler Alexander Zverev gehörte. Dessen erster Test auf COVID-19 fiel negativ aus – im Gegensatz zu denen bei Grigor Dimitrow, Borna Coric, Viktor Troicki und eben Djokovic.

Dem Serben, Chefkritiker am strikten Hygienekonzept der US Open, war am Montag der französische Profi Richard Gasquet zur Seite gesprungen. Djokovic habe das Event zwar organisiert, aber er habe „den Leuten keine Waffe an den Kopf gehalten und verlangt, dass 5000 Zuschauer da sein müssen. Die Regierung hat dies gestattet“, sagte Gasquet der L’Equipe: „Aber ja, das mit all diesen Leuten war verrückt. Es ist der einzige Ort auf der Welt, auf dem wir eine solche Menge gesehen haben.“


  1. Markus Luebker

    Wenn das Verhalten von Nole auch sehr fragwürdig ist und seine Aussagen (vor, während und nach Belgrad) somit in einem anderen Licht stehen, so zeugt doch der Kommentar von RG von einer noch größeren Dummheit als die Veranstaltung selbst. Djokovic, lieber RG, war der Veranstalter und er hatte nichts mit 5000 Menschen in dem Stadion zu tun? Auch nicht mit der Party, den Ballkindern etc.?? Dümmer geht es nimmer und nach Djokovic hat auch Gasquet damit an Zustimmung und Sympathie verloren….


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