Klaus Hofsäss, Steffi Graf

Klaus Hofsäss über Graf: „Serena hätte keine Chance gegen Steffi“

Der ehemalige Fed-Cup-Kapitän Klaus Hofsäss sieht Steffi Graf als beste Spielerin im Damentennis – ohne Wenn und Aber. Im Vergleich mit Serena Williams sieht der 70-Jährige „Fräulein Vorhand” klar vorne. 

Klaus Hofsäss, ehemaliger deutscher Fed-Cup-Trainer, hat anlässlich des 50. Geburtstages von Steffi Graf (14. Juni) in einem Interview mit der Sport Bild über die Karriere der 22-maligen Grand-Slam-Siegerin gesprochen. Für Hofsäss ist klar: Graf ist die beste Spielerin aller Zeiten. Der 70-Jährige gilt als Entdecker der Deutschen und war auch bei ihrem Golden Slam 1988 an ihrer Seite.

Klaus Hofsäss über Graf: „Sie ist unvergleichbar”

„Sie ist unvergleichbar. Sie hatte ja auch sehr starke Gegnerinnen und hat trotzdem so viele Turniere gewonnen. Erst waren da Chris Evert und Martina Navratilova, die beide jeweils 18 Grand-Slam-Turniere gewonnen haben. Dann kamen Gabriela Sabatini, Monica Seles, Arantxa Sanchez-Vicario. Heute gibt es solche Spielerinnen nicht mehr. Da ist mal die eine oben, dann die andere. Stabile Nummer-1-Spielerinnen gibt es nicht mehr“, sagte Hofsäss der Sport Bild.

Im Vergleich mit Serena Williams, die bislang 23 Grand-Slam-Titel gewann, sieht Hofsäss die Deutsche klar vorne, wenn beide in Topform wären. „Serena hätte keine Chance gegen Steffi. Serena hat extreme Power in ihren Schlägen und schlägt überragend auf. Aber sie bewegt sich nicht sehr gut. Das hätte ich sehen wollen, wie sie gegen Steffi zehnmal nach links und rechts laufen muss. Bei allem Respekt: Mit dem Körper hätte es Serena in einer anderen Sportart schwer. Serena hat ja auch nie den Grand Slam geschafft, also den Sieg bei allen vier großen Turnieren in einem Jahr. Steffi hat sogar noch Olympia-Gold draufgepackt und den Golden Slam perfekt gemacht.“

Vor allem Grafs Zähigkeit und Unerbittlichkeit haben Hofsäss imponiert. „Sie spielte im Fed Cup gegen die Kanadierin Patricia Hy. Den ersten Satz gewann sie, dann riss eine Sehne in ihrer Schulter. Das müssen höllische Schmerzen gewesen sein. Ich sage ihr: Gib auf, es hat keinen Sinn, du kannst den Arm nicht mehr heben. Aber Steffi wollte nicht aufgeben. Sie löffelte den Ball nur noch zurück und gewann das Match. Eine unglaubliche Willensleistung. Aber so war sie“, erinnerte sich Hofsäss an eine besondere Episode in Grafs Karriere zurück.