Wimbledon Championships Qualifying – Day 2

Lisicki nach Mononukleose-Erkrankung: „Ich spüre das Feuer noch“

Im Sommer 2019 wurde bei Sabine Lisicki Mononukleose, also Pfeiffersches Drüsenfieber, diagnostiziert. Nachdem die 30-Jährige die Krankheit überwunden hat, bereitet sie sich nun auf ihr Comeback vor.

Es war eine verwirrende Woche für die Fans von Sabine Lisicki. Am Wochenende noch erhielt sie von der Hauptstadtpresse  Glückwünsche zum 30. Geburtstag, wobei sie sich extrem locker gab. Lisicki: „Ich habe kein Problem mit der 30!“ Am Dienstag  poppte dann für nur wenige Stunden eine Meldung auf der WTA-Homepage auf. Überschrift: „Comeback von Sabine Lisicki gerät nach Mononukleose-Diagnose ins Stocken – ‚Ich war geschockt.'“

Lisicki mit positiverer WTA-Meldung

In einschlägigen Web-Foren machte der Text schnell die Runde, obwohl er schon längst wieder von der WTA-Website verschwunden war. tennismagazin.de fragte am Dienstag-Nachmittag bei der WTA-Tour und beim Management von Lisicki nach, warum die Meldung gelöscht wurde und ob Lisicki nun tatsächlich an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt sei. Die Anfragen blieben unbeantwortet. Die gelöschte Meldung hinterließ so eine Menge Fragezeichen.

Am frühen Freitagabend folgte dann schließlich die nächste WTA-Meldung zur Erkrankung Lisickis. In ihr wiederholen sich die meisten Zitate von ihr aus dem Bericht von Dienstag, insgesamt aber kommt der Text wesentlich positiver und optimistischer rüber. Die Überschrift lautet nun: „Sabine Lisicki ist bereit für Comeback nach Mononukleose-Diagnose  – ‚Es gibt nichts, was ich mehr will.'“ Wer nun dafür sorgte, die WTA-Meldung vom Dienstag schnell löschen zu lassen, bleibt ungewiss. Eine mögliche Erklärung: Dem Lisicki-Lager war der Text zu negativ.

Feststeht nun, dass die Wimbledon-Finalistin von 2013 mit den Symptomen des Pfeifferschem Drüsenfiebers im Sommer zu kämpfen hatte. „Es fühlte sich lange so an, als ob mein Geist bereit sei – aber mein Körper nicht“, sagte Lisicki der WTA. Die für sie unerklärliche körperliche Erschöpfung führte sie auf mangelnde Fitness zurück: „Wenn du dich in einem Match schwach fühlst, dann kannst du nicht fit genug sein, dachte ich.“

Lisicki: „Habe den Wunsch zu spielen und zu kämpfen“

Schließlich stellten Ärzte die Erkrankung fest, Lisicki war geschockt: „Man hört immer davon und viele Athleten haben es, besonders in jungen Jahren, aber ich hätte nie gedacht, dass ich es auch eines Tages bekommen würde.“ Nachdem Lisicki Ende Juli in der ersten Runde vom WTA-Turnier in Karlsruhe ausschied, legte die auf Platz 321 in der Weltrangliste zurückgefallene Berlinerin eine Pause ein.

In dieser Woche nun bekam sie von ihren Ärzten grünes Licht. Sie hat den Virus nicht mehr im Körper und kann nun langsam mit dem Wiederaufbau beginnen. Denn Lisicki will zurück auf die Tour: „Ich spüre immer noch das Feuer und habe den Wunsch zu spielen und zu kämpfen.“

Einen genauen Termin für ihr Comeback nannte Lisicki nicht. Sie wolle sich Zeit lassen und behutsam zurückkehren. „Aber ich kann es definitiv nicht erwarten, wieder auf dem Platz zu sein. Das ist es, woran ich denke. Es gibt nichts, was ich mehr will.“