Haggerty initiierte die kritisierte Davis-Cup-Reform

Haggerty bleibt vier weitere Jahre ITF-Präsident

HaggertyKöln (SID) – Der umstrittene US-Amerikaner David Haggerty ist für vier Jahre als Präsident des Tennis-Weltverbandes ITF bestätigt worden. Der 62-Jährige setzte sich am Freitag in Lissabon im ersten Wahlgang klar gegen seine Gegenkandidaten Dave Miley (Irland), Anil Khanna (Indien) und Ivo Kaderka (Tschechien) durch.

Haggerty ist Initiator der stark kritisierten Davis-Cup-Reform. Diese hatte für heftige Ablehnung in zahlreichen Verbänden gesorgt, auch beim Deutschen Tennis Bund (DTB). Mehrere Profis wie der Hamburger Alexander Zverev hatten ihre Teilnahme am neu eingeführten Finalturnier frühzeitig abgesagt. Viele sehen in der Veränderung einen Ausverkauf der fast 120-jährigen Tradition des Teamwettbewerbs.

Haggerty und Pique

Dass hinter der Reform die von Fußball-Profi Gerard Pique geführte Investmentfirma Kosmos steckt, die der ITF für 25 Jahre drei Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hat, stößt ebenfalls vielen sauer auf – bei den kleinen Verbänden sorgte das neue Format hingegen aufgrund der winkenden Mehreinnahmen für Begeisterung.

Statt vier über das Jahr verteilten Runden gab es im neuen Modus Anfang Februar eine Qualifikationsrunde, in der 24 Teams, darunter auch Deutschland, um zwölf Plätze im Finalturnier spielten. 18 Teams bestreiten vom 18. bis 24. November das neu geschaffene Turnier in Madrid.

Anfang September hatte die ITF auch die untere Ebene des Nationenturniers reformiert: Von 2020 an wird unterhalb der Finalisten eine Weltgruppe I sowie eine Weltgruppe II etabliert. Diese ersetzen die Gruppen I und II der regionalen Zonen Amerika, Asien/Ozeanien sowie Europa/Afrika. Zwischen den Weltgruppen soll es eine Auf- und Abstiegsregelung geben.