Max Schönhaus mit größtem Karriere-Erfolg: „Das war ein mega-gutes Match“
Der 18-jährige Max Schönhaus erreicht bei den Hamburg Open erstmals in seiner Karriere das Hauptfeld eines ATP-Turniers.
Bei seinem dritten Matchball im Hamburger Quali-Finale gegen US-Profi Marcos Giron machte Max Schönhaus das, was er am liebsten macht, wenn er auf dem Tennisplatz steht: die Initiative übernehmen. Er servierte einen krachenden ersten Aufschlag und folgte ihm ans Netz – Serve-and-Volley also. Womöglich ein etwas aus der Mode gekommener Spielzug, aber Schönhaus streut dieses Element immer wieder in sein eh so variables Spiel ein. Giron verschlug den Return und Schönhaus hatte gewonnen – 6:7, 6:4, 7:6 nach zwei Stunden und 50 Minuten.
Erstes ATP-Hauptfeld für Max Schönhaus! Bei den @hamburgopenatp schlägt der 18-Jährige (ATP# 472) US-Profi Marcos Giron (ATP# 77) mit 6:7, 6:4, 7:6 – es ist der größte Erfolg seiner noch jungen Karriere! pic.twitter.com/Q43J6XYPn6
— tennis MAGAZIN (@tennismagazin) May 17, 2026
Es ist der größte Erfolg für den Teenager aus dem Sauerland, der erst seit Anfang der Saison konsequent auf der Herren-Tour spielt. 2025 schloss er seine beeindruckende Juniorenlaufbahn ab, indem er als erster Deutscher die ITF Junior Finals in Chengdu gewann und das Jahr als Nummer zwei im U18-Ranking abschloss. Jetzt ist Schönhaus die Nummer 472 im ATP-Ranking. Welches Potential in ihm schlummert, zeigte er nun in der Qualifikation von Hamburg, für die er eine Wildcard bekam.
Den knapp 5.000 Zuschauern präsentierte Schönhaus seinen großen Mix an Schlägen: schnelle und gut platzierte Aufschläge, Power-Vorhände ohne Ende, dazu die einhändige Rückhand – sein Signature-Schlag –, die er wahlweise als giftig-tiefen Slice oder als bretthartes Rohr schlägt. Hinzukommen kontrollierte Volleys, hingehauchte Stopps und eine leichtfüßige Beinarbeit. Schönhaus liebt es, das Spiel selbst zu machen und „zu zocken“, wie er tennis MAGAZIN Ende 2025 einmal verriet.
Max Schönhaus im Zocker-Modus
In Hamburg zeigte sich: Wenn Schönhaus in seinem Zocker-Modus ist, dann spielt er tatsächlich am besten. Dass seine Spielart darüber hinaus auch noch fantastisch anzusehen ist und jeden Tennisfan schnell zum Staunen bringt, war auch dem Publikum anzumerken. Klar, Max Schönhaus wählt noch nicht immer den besten Schlag aus und macht auch noch ein paar leichte Fehler, aber das Gesamtpaket stimmt bei ihm einfach.
„Ich finde, dass ich heute ein mega, mega gutes Match gespielt habe. Da bin ich auf jeden Fall echt stolz drauf. Ich habe die Ruhe bewahrt und am Ende dann das Match für mich entschieden“, sagte Schönhaus tennis MAGAZIN nach der Partie. Tatsächlich war es erstaunlich, mit welcher Ruhe er den Sieg nach Hause brachte, nachdem er im dritten Durchgang schon mit einem Break zurückgelegen hatte. Im alles entscheidenden Tiebreak zauberte er gleich vier direkte Gewinnpunkte in den roten Sand vom Rothenbaum und zeigte seinem Gegner, immerhin die Nummer 77 der Weltrangliste, dass er in dieser Crunch-Time den Rhythmus vorgibt.
„Irgendwie war ich tatsächlich schon von Beginn an hier in Hamburg relativ entspannt, weil ich hier nichts zu verlieren habe. Ich freue mich auf die Matches, die ich hier spielen kann. Auch um zu sehen, wo ich genau stehe, und um mich mit richtig guten Spielern zu vergleichen. Beim Matchball bei 6:5 im Tiebreak war ich nicht nervös, weil ich einfach das ganze Match über gut aufschlagen hatte“, analysierte Schönhaus.
Großes Schlag-Repertoire
Nicht nur sein Service half ihm, Giron zu schlagen – sondern auch sein großes Schlag-Repertoire. „Der Game-Plan war darauf ausgerichtet, ihn viel über die Rückhand anzuspielen und dabei mit unterschiedlichen Höhen und Geschwindigkeiten zu arbeiten“, bestätigte er. „Insgesamt ist dieser Sieg natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Entwicklung geht voran – und das ist das übergeordnete Ziel von mir und meinem Team.“

Signature-Schlag: Die einhändige Rückhand von Max Schönhaus ist ein Genuss.Bild: IMAGO / Tischler
Wohin ihn diese Entwicklung tragen wird, bleibt abzuwarten. Schönhaus allerdings setzt sich bereits klare Ziele. 2026 will er sich für die Next Gen Finals der acht besten U21-Spieler qualifizieren. „Und ich würde dann am liebsten nächstes Jahr in Australien mitspielen“, sagte er noch.
Jetzt zählt aber erst einmal Hamburg. Schönhaus, bekennender Familienfan, wird am Rothenbaum von seinen Eltern, seinen älteren Geschwistern sowie seinen Nichten und Neffen angefeuert. „Das bedeutet mir extrem viel. Und ich glaube, das macht es dann auch einfach so ein bisschen besonders, dass alle da sind, ich vor ihnen spielen und dann wirklich gutes Tennis zeigen kann“, sagt er.
Die Geschichte von Max Schönhaus – sie fängt jetzt erst so richtig an.
