Serena Williams Karikatur

Serena-Williams-Karikatur: Nicht rassisitisch und sexistisch

Im vergangenen Jahr löste die Karikatur zum US-Open-Finale zwischen Serena Williams und Naomi Osaka vom australischen Zeichner Mark Knight in der „Herald Sun” eine heftige Debatte aus. Nun wies der Presserat die Anschuldigungen, die Zeichnung sei rassistisch und sexistisch, zurück.

Anlässlich der Vorfälle bei dem US-Open-Finale zwischen Serena Williams und Naomi Osaka zeichnte der Künstler eine übergroße Serena Williams, die wutentbbrannt auf ihrem Schläger rumspringt. Neben dem Schläger liegt ein Schnuller, den sie zuvor wohl ausgespuckt haben mag. Im Hintergrund ist der Schiedsrichter zu sehen, der die blond dargestellte Naomi Osaka bittet, Serena doch einfach gewinnen zu lassen.

Negativreaktionen

Die berühmte Schriftstellerin J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Bücher, bezeichnet die Karikatur als sexistisch und rassistisch. Auch viele User in den sozialen Netzwerken kritisieren die Darstellung von Williams mit wulstigen Lippen und riesigem Hinterteil. Der Verband der schwarzen Journalisten nannte die Zeichnung „in vielerlei Hinsicht abstoßend“. Für einige User ist Knight ein Rassist, der dies in seinen Karikaturen auslebt. Der australische Soziologie-Professor Andrew Jakubowicz meinte, dass solche Darstellungen der rassistischen Tradition folgen, die es in Australien schon lange gebe.

„Herald Sun”: „Es hat nichts mit Geschlecht oder Rasse zu tun”

Knight teilte die Karikatur auf seinem Twitter-Profil, löschte dieses dann wenig später, nachdem es zahlreiche Reaktionen auf die Zeichnung gegeben hatte. Gegenüber dem Fernsehsender ABC erklärte Knight, dass sein Bild falsch interpretiert werden würde. „Es war ein Cartoon, der auf ihrem Wutanfall von diesem einen Tag basiert, und das war alles.” Damon Johnston, Chefredakteur der Herald Sun, stellte sich hinter den langjährigen Karikaturisten der Zeitung. „Ein Tennis-Champion hatte einen riesigen Wutanfall und Marks Cartoon zeigt genau das. Es hat nichts mit Geschlecht oder Rasse zu tun.“

Nicht sexistisch oder rassistisch

Der Presserat schließt sich letztendlich der Meinung des Herausgebers an. Die Karikatur leiste keine rassistischen Vorurteile gegen Afroamerikaner im Allgemeinen Vorschub. Die „Herald Sun” hatte sich zudem dazu entschieden, die Karikatur zwei Tage später nochmals zu veröffentlichen mit weiteren Zeichnungen bekannter Persönlichkeiten. Mit der Überschrift: „Willkommen in der Welt der politischen Korrektheit” setzten sie ein deutliches Statement.