Western & Southern Open – Day 7

Struff empfindet derzeitige Bedingungen im Tennis als „mentale Herausforderung“

München (SID) – Jan-Lennard Struff empfindet die Bedingungen für Tennisprofis in der Coronazeit als „mentale Herausforderung“, die „auf Dauer schwer durchzuziehen“ sei. Dies sagte Deutschlands Nummer zwei vor dem Beginn der French Open an diesem Sonntag im Interview mit dem „Münchner Merkur“ und der „tz“.

Einige Maßnahmen rund um die Turniere erscheinen dem 30-Jährigen aus Warstein „einfach unlogisch“, wie er bekundete: „Wir müssen uns bei den Turnieren in abgesperrten Bereichen bewegen und sind in den Hotels isoliert. In den Hotels wohnen aber gleichzeitig Gäste, die sich draußen frei bewegen dürfen und mit denen wir dann in Kontakt treten.“ Gleiches gelte für Hotel-Angestellte.

Mit dem anstehenden Event in Paris, bei dem der gebürtige Warsteiner in der ersten Runde auf den US-Amerikaner Frances Tiafoe trifft, verbindet er jedoch viele positive Erinnerungen. „Als ich 16 Jahre alt war, bin ich mit meiner Mutter im Auto nach Paris gefahren, um die Matches bei den French Open anzuschauen“, sagte er: „Wir mussten im Auto schlafen – ein Hotelzimmer haben wir nicht mehr bekommen. Am nächsten Morgen standen wir beim ersten Ballwechsel wieder auf der Anlage.“

Als einen wichtigen Grund für seine positive Entwicklung in den vergangenen Jahren sieht der Davis-Cup-Spieler die Geburt seines Sohnes Henri und seine neue Rolle als Familienvater an. „Mit einer Familie verschieben sich die Prioritäten“, sagte er: „Natürlich ist es auch eine Herausforderung, der Rolle als Papa und Tennisprofi gleichermaßen gerecht zu werden. Die Müdigkeit ist manchmal eine Challenge.“ Aber unter dem Strich sei die Familie eine „riesen Motivation“ für ihn – „sie pusht mich unglaublich.“