250 Zuschauer sind zu wenig für die Organisatoren

Tennis in Köln: Veranstalter hoffen auf Zuschauer in der zweiten Woche

Köln (SID) – Die Veranstalter der Tennisturniere in Köln wollen die Hoffnung auf Zuschauer zumindest für die zweite Eventwoche noch nicht aufgeben. Nachdem an den ersten beiden Turniertagen noch 999 Zuschauer in der Lanxess-Arena zugelassen waren, beschränkten die zuständigen Gesundheitsbehörden den Einlass auf maximal 250 Besucher – zu wenig in den Augen der Organisatoren, die daraufhin alle Tickets für die übrigen Turniertage der ersten Woche zurückgaben.

„Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen aus der Politik und von den Gesundheitsbehörden hierherkommen und sich ein Bild machen“, sagte Barbara Rittner. Die Bundestrainerin fungiert beim ATP-Doppelpack in ihrer Heimatstadt Köln als Turnierdirektorin und will ihre Kontakte zu Oberbürgermeisterin Henriette Reker nutzen, um die Arena doch noch für Zuschauer öffnen zu können.

Obwohl der Titelsponsor der Turniere die finanziellen Ausfälle übernimmt, war der Ärger über die Entscheidung der Behörden bei der eigens einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch deutlich zu hören. Bei allem Verständnis für die Aufgaben in der fortschreitende Pandemie, die in Köln zu einem Inzidenzwert von 70,4 (Corona-Neuinfektionen der vergangenen 7 Tage pro 100.000 Einwohner) geführt hat, könne man sich weiter auf das Hygienekonzept verlassen.

„Es kann funktionieren“, sagte Rittner, „und es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig vertrauen.“ Selbst ihre 80 Jahre alte Mutter, sagte die gebürtige Krefelderin, habe sich in der Halle sicher gefühlt. Turnierveranstalter Edwin Weindorfer kündigte an, einen Brief an die zuständigen Behörden zu schreiben. Für Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher ist die Zahl von 250 Zuschauern „nicht einmal ansatzweise zu verstehen“ und nur „Symbolpolitik“.

Durch den Ausfall zahlreicher Turniere in Asien ist der Doppelpack in Köln kurzfristig in den Kalender der ATP-Tour gerückt. Bei beiden Events ist Deutschlands Topspieler Alexander Zverev (Hamburg) an Position eins gesetzt, am Donnerstag greift der Weltranglistensiebte im Achtelfinale erstmals in Turniergeschehen ein. Gegen den Spanier Fernando Verdasco muss Zverev jedoch sicher ohne die Unterstützung der Fans auskommen.