Fed Cup

Kritik an Reform des Fed Cup

London (SID) – Wie schon bei der Reform im Davis Cup hat auch die Einführung eines Finalturniers im Fed Cup große Kritik am Tennis-Weltverband ITF hervorgerufen. „Gute Arbeit, den Wettbewerb zu vernichten, genau wie schon beim Davis Cup. Und niemand hat sich die Mühe gemacht, die Meinung der Spieler zu erfragen. Sehr enttäuschend“, schrieb die Französin Alize Cornet auf Twitter.

Ins gleiche Horn stieß Barbara Rittner, Head of Womens Tennis im deutschen Verband. „Es gab leider keine Kommunikation mit den Teamchefs und den Spielerinnen vor dieser Entscheidung“, sagte sie dem Tennis Magazin und fügte an: „Dem Weltverband geht es primär nur ums Geld – auch im Herrenbereich. Dieses Gefühl habe ich schon seit langem.“

Die ITF hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass ab dem kommenden Jahr die Tennisspielerinnen im Mannschaftswettbewerb bei einem sechstägigen Event (14. bis 19. April) um den Titel kämpfen, gespielt wird von 2020 bis 2022 in Budapest auf Sand. Der neue „World Cup of Tennis“ wird in der Weltgruppe von bislang acht auf 20 Nationalteams ausgeweitet, nach einer Qualifikationsrunde im Februar treten in der ungarischen Hauptstadt zwölf Teams an. Das Preisgeld beträgt insgesamt 18 Millionen Dollar (rund 16 Millionen Euro).

Die frühere Weltranglistenerste Simona Halep hatte bereits Anfang der Woche einen Boykott angekündigt. „Wenn sich der Fed Cup ändert, werde ich nicht mehr spielen“, sagte die Rumänin am Rande des Turniers in Eastbourne: „Ich mag das jetzige Format. Wenn sie das ändern, wird es schwierig, weil die Heim- und Auswärtsspiele wegfallen.“

Auch vom Deutschen Tennis Bund (DTB) kamen Misstöne bezüglich der neuen Ausrichtung des Fed Cup. „Der DTB hätte gerne das alte Format – jedoch mit 16 Teams in der Weltgruppe – beibehalten, aber wir konnten die Reform nicht aufhalten“, sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus. Sportdirektor Klaus Eberhard meinte: „Dass durch die Reform der Modus Heim- und Auswärtsspiel bis auf eine mögliche Begegnung pro Jahr nicht mehr stattfindet, halten wir für nicht richtig.“

Der Davis Cup wird schon in diesem Jahr erstmals nach einem neuen Format ausgetragen. Statt in vier über das Jahr verteilten Runden geht es in der Woche vom 18. bis 24. November in Madrid um den Titel. Gegen die Reform hatte es viele Widerstände gegeben, etliche Topspieler wie etwa Alexander Zverev (Hamburg) haben bereits angekündigt, auf das Event in Spaniens Hauptstadt zu verzichten.