Zeitsprung: Das Dopinggeständnis von Maria Sharapova
Vor zehn Jahren, am 7. März 2016, löste Maria Sharapova einen großen Knall im Tennis aus. Auf einer skurrilen Pressekonferenz räumte die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin ein Dopingvergehen ein.
Als Maria Sharapova am 7. März 2016 in einem Hotel in Los Angeles eine Pressekonferenz einberief, dachte man an ein mögliches Karriereende oder an eine neue Geschäftsidee der ehemaligen Weltranglistenersten. Stattdessen überraschte Sharapova mit der Aussage, dass sie nach dem verlorenen Australian-Open-Viertelfinale gegen Serena Williams im Januar 2016 positiv auf das Dopingmittel Meldonium getestet wurde.
Maria Sharapova: „Ich habe nicht auf die Liste geschaut”
„Ich habe einen großen Fehler gemacht“, räumte die Russin ein. Sie habe zehn Jahre lang das Herzmittel Meldonium genommen, das bis Ende 2015 nicht auf der Dopingliste gestanden hatte. „Ich habe nicht auf die Liste geschaut“, erklärte Sharapova im Hinblick darauf, dass Meldonium, eine Art „Lifestyle-Droge“ in Russland, mit Beginn 2016 auf die Dopingliste gesetzt wurde.
Sharapovas Geständnis löste einen großen Knall in der Tennisszene aus. Dass die Russin mit dem positiven Befund offensiv umging, sich der Öffentlichkeit stellte und nicht wie andere Dopingsünder nach Erklärungen suchte, brachten ihr immerhin einige Sympathiebekundungen ein. Dennoch gab es auch reichlich Gegenwind von Spielerinnen und Spielern.
So ätzte die ehemalige Weltranglistenerste Jennifer Capriati: „Ich musste meine Karriere aufgeben, habe aber nie die Möglichkeit genutzt, zu betrügen. Ich musste das Handtuch werfen und leiden. Ich hatte kein teures Ärzteteam, das mir beim Betrügen half.“ Rafael Nadal sagte: „Es ist schwer vorstellbar, dass so etwas passiert. Für Maria möchte ich glauben, dass es ein Fehler war. Sie wollte es nicht tun. Aber es war offensichtlich fahrlässig. Sie muss dafür bezahlen.“
Maria Sharapova: Dopingsperre wird verkürzt
Sharapova wurde zunächst rückwirkend für zwei Jahre gesperrt. Nach ihrem Einspruch wurde die Sperre um neun Monate verkürzt. Am 26. April 2017 kehrte sie beim WTA-Turnier in Stuttgart auf die Tennisbühne zurück.
Nach der Dopingsperre konnte Sharapova, die fünf Grand-Slam-Turniere gewann und insgesamt 21 Wochen die Weltrangliste anführte, an ihre Glanzzeiten nicht mehr anknüpfen. Sie gewann nur noch ein WTA-Turnier und beendete am 26. Februar 2020 ihre Karriere.
„Wie lässt man das einzige Leben zurück, das man je gekannt hat? Ich habe mein Leben dem Tennis gegeben. Tennis hat mir die Welt gezeigt“, sagte Sharapova, die durch ihren Wimbledonsieg 2004 im Alter von nur 17 Jahren zum Weltstar des Sports aufstieg.
