Boris Becker

Zum Geburtstag: Das Boris-Becker-ABC

N wie Nummer eins

Es dauerte lange, bis Becker erstmals die Nummer eins der Welt wurde. Nach seinem fünften Grand Slam-Titel, bei den Australian Open 1991, war es endlich so weit. Becker bestieg den Tennisthron und verweilte dort im gleichen Jahr insgesamt zwölf Wochen (drei Wochen nach den Australian Open, neun Wochen nach Wimbledon).

O wie Olympia

Becker nahm nur einmal am olympischen Tennisturnier teil – 1992 in Barcelona. Während er im Einzel bereits in der zweiten Runde ausschied, gelang im Doppel der ganz große Wurf – und das mit seinem Erzrivalen. Gemeinsam mit Michael Stich gewann er die Goldmedaille nach dramatischen Siegen. Davis Cup-Kapitän Niki Pilic spielte damals den Vermittler bei der Zweckgemeinschaft. „Mein Verhältnis zu Olympia ist goldig“, sagte Becker nach dem Triumph. Becker wollte die Goldmedaille ausgiebig feiern, doch Stich reiste am gleichen Abend ab. Eine Entscheidung, die Stich im Nachhinein bereute.

Goldiger Moment: Boris Becker gewinnt an der Seite von Michael Stich die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona.

P wie Poker

Neben Tennis ist Poker die große Leidenschaft von Becker. „Jeder braucht seine Oase, bei mir ist es der Pokertisch. Beim Poker bekomme ich die Gefühle, die ich früher beim Tennis auf dem Platz hatte. Ein Royal Flush gibt mir ein Hochgefühl.“ Durchschlagenden Erfolg mit Millionengewinnen hatte Becker am Pokertisch allerdings noch nicht.

Q wie Queen’s

Das Rasenturnier im Londoner Queen’s Club zählte zu Beckers Lieblingsturnieren. Hier triumphierte er insgesamt viermal und gewann im Juli 1985 als 17-Jähriger seinen ersten ATP-Titel, um danach auch in Wimbledon zu triumphieren.

R wie Rekorde

Becker hat in seiner aktiven Zeit viele Rekorde gehalten, die lange Bestand hatten bzw. immer noch haben. Der Deutsche siegte insgesamt zehnmal nach 0:2-Satzrückstand und ist damit gemeinsam mit Aaron Krickstein und Roger Federer Rekordhalter. Zudem gewann er 19-mal gegen den aktuellen Weltranglisten-Führenden. Becker ist bis heute der jüngste Spieler, der in einem Davis Cup-Finale ein Match gewinnen konnte, 1985 sogar beide Einzel. Außerdem triumphierte er innerhalb von 14 Tagen bei drei Turnieren auf drei verschiedenen Kontinenten. Zwischen dem 19. Oktober und 2. November 1986 gewann er die Turniere in Sydney, Tokio und Paris-Bercy. Und natürlich: Er ist mit 17 Jahren und 227 Tagen bis heute jüngster Wimbledonsieger.

Boris Becker

Zarte 17 Jahre: Becker bei seinem ersten Wimbledon-Sieg 1985.

S wie Sandplatzfluch

Kaum vorzustellen, aber Becker konnte in seiner Karriere keinen ATP-Titel auf Sand gewinnen. Jedes seiner 61 Sandplatzturniere auf der ATP-Tour endete mit einer Niederlage. Sechsmal stand er im Endspiel ganz dicht vor einem Titel auf Sand. Ganz knapp war es 1995 in Monte Carlo, als er in einem dramatischen Finale gegen Thomas Muster zwei Matchbälle hatte und einen davon mit einem Doppelfehler vergab. „Nur der Himmel weiß, warum ich in meiner Karriere nie ein Sandplatzturnier gewonnen habe“, bilanzierte Becker in seiner Biografie.

T wie Trainer

Becker wurde von vielen belächelt, als im Dezember 2013 bekannt wurde, dass er Trainer von Novak Djokovic wird. Nach drei Jahren Tätigkeit mit dem „Djoker“ bleibt festzuhalten: Unter Beckers Einfluss hat Djokovic sein Spiel auf eine neue Stufe gehoben. Im gelangen mit Becker 25 Turniersiege, darunter sechs Grand Slam-Titel; über zwei Jahre lang war er die klare Nummer eins der Welt. Diese Zahlen sprechen für sich.

U wie US Open

1989 schlug Beckers große Stunde bei den US Open. Er siegte im Finale gegen Ivan Lendl. Dabei stand er in der zweiten Runde gegen Derrick Rostagno kurz vor dem Aus. Mit Glück und Können wehrte Becker zwei Matchbälle ab und spielte sich schließlich zum Turniersieg.

V wie Visionär

Becker ist bis heute eine gefragte Person für die Werbung. Sein berühmtester Werbespot war sicherlich der für die Internetfirma AOL. Seine Aussprüche „Bin ich da schon drin, oder was?“ und „Ich bin schon drin“ haben sich zu geflügelten Worten entwickelt. Der AOL-Werbespot mit Becker als Visionär ist Kult.

W wie Wimbledon

„Wimbledon ist wie mein zweiter Geburtsort. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Matchball beim Finale 1985. Ich erinnere mich, dass ich gedacht habe, dass sich etwas verändert hat. Ich wusste nicht, was es war, aber ich hatte das klare Gefühl, dass sich irgendwas dramatisch verändert hat. Ich wurde der öffentliche Boris Becker.“ Der Centre Court in Wimbledon war für Becker wie „sein Wohnzimmer“. Am 7. Juli 1985 schrieb er Tennisgeschichte und wurde mit 17 Jahren und 227 Tagen der erste ungesetzte und jüngste Wimbledonsieger aller Zeiten. Siebenmal stand Becker im Finale, genauso oft wie Pete Sampras. Doch nur drei Endspiele konnte er gewinnen, neben 1985 auch noch 1986 und 1989. Die bitterste Finalniederlage war sicherlich die gegen Michael Stich im Jahr 1991.

X wie Xtra Long

Becker hat in seiner Karriere zahlreiche epische Matches gespielt, die weit über vier Stunden dauerten. Den meisten Tennisfans ist sicherlich das Einzel im Davis Cup 1986 gegen John McEnroe in Erinnerung geblieben, als er nach 6:21 Stunden Spielzeit in der „Schlacht von Hartford“ siegte. Bei den Australian Open 1991 gewann er in der dritten Runde gegen den Italiener Omar Camporese in einer Hitzeschlacht nach 5:11 Stunden. Oder das denkwürdige Masters-Finale 1988 gegen Ivan Lendl, das nach 4:42 Stunden mit dem berühmten Netzroller endete.

Y wie Youngster

Becker spielte nicht allzu lange als Junior und wurde bereits früh Profi. Der Erfolg sollte ihm Recht geben. Beim Junioren-Wimbledonturnier 1983 traf er in der ersten Runde auf Stefan Edberg – und verlor klar. Beide duellierten sich später in drei Wimbledonfinals. Beckers größter Erfolg bei den Junioren: die Endspielteilnahme bei den US Open 1984.

Z wie Zitate

„Wenn ich nicht verliere, kann der andere nicht gewinnen.“ Oder: „Siegen ist eine unglaubliche Lust. Eine Frau kann einem diese Befriedigung nicht geben.“ Oder: „In den ersten drei Jahren habe ich vor allem vom Talent gelebt und nicht viel gelernt.“ Becker hat zahlreiche amüsante Zitate und geflügelte Worte zum Besten gegeben. So mancher Versprecher wie dieser hier war auch dabei:


  1. Rudolf

    Das Becker-ABC🎾👍Boris Becker ist das Beste was dem deutschen Tennis passieren konnte. Er hat Tennis zu dem gemacht was es heute ist. Ein hochwertiges Spektakel was ohne Stars und Sternchen auch außerhalb des Courts nicht mehr denkbar ist💪👏 Boris Becker, Alles Gute für die nächsten vielen Jahre🍾🥂🍾


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