Day Nine: The Championships – Wimbledon 2017

Besser spielen mit Milos Raonic: Hüne mit Händchen

4) Schlagfläche öffnet sich leicht für den Unterschnitt

So vorbildlich die Beinarbeit von Raonic auch ist: In dieser Phase des Schlags muss der Hüne sein feines Händchen ­zeigen, um auch die Vorteile seiner perfekten ­Stellung zum Ball voll nutzen zu können. Der Welt­ranglistendritte öffnet leicht seine Schlagfläche leicht, um dem Ball Unterschnitt mitzugeben. Für tiefe Volleys die beste Wahl, weil man den Ball unterhalb des Netzes spielen muss und ihn gleichzeitig in der Hälfte des Gegners tief halten will. Durch den Sliceeinsatz ist das gewährleistet.

5) Seitwärtsspin, damit der Ball nach außen trudelt

Raonic begnügt sich aber nicht mit einem  schnöden Slicevolley. Anhand der Stellung von Schlagfläche und Unterarm lässt sich erkennen, dass der Kanadier dem Ball auch Seitwärtsspin mit auf den Weg gibt. Folge: Der Ball springt beim Gegner nicht nur tief ab, er trudelt auch nach außen weg. Selbst wenn es so aussieht, dass Raonic nach wie vor in perfekter Balance verharrt: Das hintere Bein schiebt sich langsam nach vorne – ein Indiz dafür, dass er mit dem Körper durch den Ball geht.

6) Hinteres Bein kommt nun beim vorderen an

Wie extrem der Spin ist, den Raonic einsetzt, wird nun deutlich: Die Schlag­fläche ist parallel zum Boden ausgerichtet. Gleichzeitig ist das hintere Bein beim vorderen angekommen, sodass Raonic bei Bedarf schnell weiter ans Netz vorrücken kann. Insgesamt zeigt sich, dass Raonic trotz seiner Größe keine Probleme bei ­tiefen Flugbällen hat. Das hat er vor allem seinen kräftigen Beinen, der hohen ­Kontrolle über seinen Körper und seinem stark ausgeprägten Touch zu verdanken.