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Profi-Tipps aus 30 Jahren (Teil 1)

Schlaue Aufschläge
Um erfolgreich Serve-and-Volley zu spielen, muss man mit Köpfchen aufschlagen. Servieren Sie mal glatt und knallhart durch die Mitte, spielen Sie mal weit mit viel Spin nach außen oder zielen Sie zwischendurch ruhig mal auf den Körper Ihres Gegners. Folgen Sie nach dem Treffmoment immer der Richtung des Balles. Beim Aufschlag durch die Mitte antwortet der Gegner meistens mit einem Crosscourt-Return. Sie sollten sich deshalb sofort in die entsprechende Richtung bewegen. Wenn Sie auf den Körper servieren, hat der Gegner kaum eine Möglichkeit, vernünftig zu returnieren, und Sie können den Volley leicht verwandeln. Wenn Sie nach außen servieren, können Sie den Winkel des möglichen Longline-Returns verkleinern, indem Sie nach außen laufen. Der Crosscourt-Return ist ein schwieriger Schlag und wird deshalb sehr selten riskiert.

Tipp: Der Hausfrauen-Killer
Viele Anfänger und Hobbyspieler haben Probleme, trotz Erklärung und Demonstration die Schleifenbewegung beim Aufschlag umzusetzen. Die häufigste Fehlerquelle: Anstatt eine runde und gleichmäßige Schwungbewegung zu machen, nehmen die Schüler ihren Schläger meistens direkt über die Schulter nach oben. Heraus kommt dabei der sogenannte Hausfrauenaufschlag, der ohne viel Tempo übers Netz eiert. Hier ist eine praktische Übung zur Lösung des Problems: Der Trainer oder Spielpartner stellt sich rechts neben den Aufschläger (beim Rechtshänder) und hält sein Racket in Hüfthöhe an die Seite des Aufschlägers. Der Aufschlag muss jetzt unter dem seitlich gehaltenen Schläger des Trainers ausgeführt werden. Das Racket des Trainers sorgt dafür, dass der Schüler ganz automatisch eine Schleifenbewegung machen muss, um einen sauberen Schlag  . Bei der falschen Technik schlägt der Schläger des Spielers gegen das des Trainers und wird somit gestoppt.
Vorhand – Top mit viel Spin
Die Topspin-Vorhand gehört zu den Grundschlägen, die jeder ambitionierte Spieler beherrschen muss. Das Besondere dabei ist, dass der Ball mit Vorwärtsrotation geschlagen wird und dadurch auf der gegnerischen Seite in einer extrem starken Kurve herunterfällt. Je mehr Spin der Ball bekommt, desto kürzer wird seine Flugbahn (obere Grafik, grüne Kurve). Damit er dennoch genügend Länge bekommt und soweit fliegt wie ein Ball ohne Spin (untere Grafik, gelbe Kurve), muss die Flugkurve hoch sein. Entscheidend bei der Ausführung des Topspins ist, dass man mit dem Schlägerkopf von unten nach oben über den Ball wischt und ihn nicht glatt spielt.

Die Inside-Out-Vorhand
Wer sich nicht sicher mit der Rückhand fühlt, der sollte sie, wann immer es geht, umlaufen und den Ball mit der Vorhand spielen. Der Inside-Out-Schlag, den Andy Roddick hier zeigt, ist ein unberechenbarer Schlag, mit dem man gut punkten kann. Um ihn so perfekt wir der US-Boy zu spielen, braucht man schnelle Beine, hervorragende Antizipation und ein gutes Auge. Entscheidend sind beim Inside-Out-Schlag zwei Dinge: 1. Der Schlagarm liegt im Gegensatz zur klassischen Vorhand eng am Oberkörper an. 2. Das Handgelenk ist nach hinten angewinkelt. Roddick spielt den Ball im Aufsteigen noch weiß der Gegner nicht, wohin der Ball fliegt. Den entscheidenden Kick gibt Roddick dem Schläger mit dem Handgelenk. So fliegt der Ball crosscourt übers Netz und ist für den Gegner unerreichbar.