Sonnenschutz

Tennis und Sonnenschutz: Hohen Lichtschutzfaktor verwenden!

Wer in der Sonne spielt, sollte sich gut eincremen. Auch Hautpflege vor und nach dem Match ist wichtig. Wir haben mit der Expertin in Sachen Sonnenschutz, der promovierten Biologin Michaela Arens-Corell, gesprochen. 

Frau Arens-Corell, warum ist das Eincremen mit Sonnenschutzmittel wichtig? 

Im Freien sind Kopf, Arme und Beine der Sonne ausgesetzt. Selbst gebräunte Haut kann Sonnenbrand bekommen und Langzeitschäden entstehen sogar schon lange vor der ersten Hautrötung. Sie lassen die Haut vorzeitig altern und erhöhen massiv das Risiko für Hautkrebs. Darüber sollte sich jeder klar sein.

Wie hoch sollte der Sonnenschutzfaktor beim Tennis mindestens sein? 

Das hängt zunächst von der Sonnenempfindlichkeit der Haut ab. Je dunkler die Haut von Natur aus ist und je intensiver sie vorgebräunt ist, desto weniger empfindlich ist sie. Darüberhinaus sind die Länge des Matches und der Ort entscheidend – je näher am Äquator und je höher über dem Meeresspiegel, desto stärker ist die UV-Strahlung, Tageszeit und Sonneneinstrahlung sind weitere Faktoren. Unter 30 sollte der Lichtschutzfaktor nicht sein, weil normalerweise der Sonnenschutz zu dünn aufgetragen wird. Wer sicher gehen will, nimmt Lichtschutzfaktor 50.

Wie viel Sonnencreme sollte während eines Matches aufgetragen werden? 

Als Faustregelt gilt: Zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut braucht man, um gut geschützt zu sein. Das sind zwei Gramm allein für Gesicht und Hals – übrigens wesentlich mehr als die meisten verwenden. Arme und Beine brauchen dann jeweils auch so viel. In einer Studie wurde festgestellt, dass durchschnittlich nur ein Viertel der benötigten Menge aufgetragen wird und somit der ausgelobte Lichtschutzfaktor in der Praxis nicht erreicht wird. Die Anwendung sollte nicht erst auf dem Platz, sondern besser 20 bis 30 Minuten zuvor passieren. Der Schutz bleibt etwa eineinhalb Stunden bestehen, wenn man nicht schwitzt oder die Haut abreibt. Zieht sich ein Match länger hin, schwitzt man stark oder wischt die Creme von der Haut ab, muss man nachcremen, sonst droht Sonnenbrand.

Trocknet die Sonne die Haut während eines Tennismatches aus? 

Bei trocken-heißem Wetter kann die Haut austrocknen. Hochwertige Sonnenschutzprodukte haben aber eine Pflegwirkung, die das ausgleicht. Allerdings kann starkes Schwitzen paradoxerweise die Hautbarriere schwächen, sodass die Haut anschließend stärker austrocknet. Mit dem richtigen Duschgel kann man dem gegensteuern. Als idealer pH-Wert gilt 5,5. Er schützt nachweislich den Hautschutzmantel und die Barrierefunktion der Haut.

Welchen Schutz bietet die Tenniskleidung vor der Sonneneinstrahlung? 

Hochwertige Tenniskleidung bietet oft einen UV-Schutz. Leider ist die typische weiße Farbe in diesem Punkt ein Nachteil, denn neben dichter Webart leistet auch eine intensive dunkle Farbe einen Beitrag zum Schutzeffekt gegen Sonne. Das gilt auch für Kopfbedeckungen. Schwitzen macht den Stoff durchlässiger für UV-Strahlung. Wer empfindlich ist, muss deshalb unter Umständen auch von Kleidung bedeckte Körperstellen mit eincremen.

Wie pflege ich die Haut nach dem Match? 

Bei unempfindlicher Haut genügt ein mildes, mit pH-Wert 5,5 auf den Hautschutzmantel abgestimmtes Duschgel, wenn das Duschen nicht zu lang dauert und die Wassertemperatur nicht über 35°C gewählt wird. Für trockene und empfindliche Haut bietet eine passende Gesichtscreme und Körperlotion die nötige Entspannung. Das Eincremen von Kopf bis Fuß kann dazu noch als muskelverwöhnendes Stretching ausgeführt werden.