Wimbledon: Preisgeld auf 31,6 Millionen Pfund erhöht

Wimbledon: Verluste von mehr als 190 Millionen Dollar

Nach der Absage des Wimbledon-Turniers 2020 drohen den Veranstaltern große finanzielle Einbußen – trotz einer Pandemie-Versicherung.

Relativ frühzeitig fiel der Entschluss in Großbritannien, Wimbledon 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht auszutragen. Obwohl sowohl Veranstalter als auch Spieler und Zuschauer bestürzt waren über diese Nachricht, war die Absage die richtige Entscheidung. Zumal der All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) als Turnier-Ausrichter über eine Pandemie-Versicherung verfügt, die den Club mit 139 Millionen Dollar entschädigte.

Wimbledon: Über 52 Millionen Dollar Verlust durch Ticketeinnahmen

Dennoch muss auch Wimbledon mit hohen Verlusten rechnen. Jake Kemp, Daten-Analyst der Beratungsfirma Sportcal, erklärt: „Die unterschiedlichen Ticketpreise für Wimbledon, von den Ground Passes bis zu den Sitzen am Center Court, bewegten sich im vergangenen Jahr zwischen 9 und 278 US-Dollar. Wenn man sich die täglichen Zuschauerkapazitäten ansieht, hatte das Event in diesem Jahr das Potenzial, 52.508.900 US-Dollar an Ticketgeldern zu generieren.“ In die Rechnung wurden die 500.397 Fans aus dem vergangenen Jahr einbezogen.

Tradition: Erdbeeren mit Sahne sind bei den Zuschauern in Wimbledon heiß begehrt.

Hinzukommen ausbleibende Gelder durch Medien- und Sponsorenverträge. Allein die fehlenden Zahlungen der TV-Rechteinhaber schlagen mit mehr als 87 Millionen US-Dollar zu Buche. Durch die Wegfall von Sponsorengeldern rechnet Kemb mit einem Minus von mehr als 51 Millionen US-Dollar. Weil Wimbledon 2020 auch keine Erdbeeren verkaufen wird, werden dem AELTC in dem Bereich 556.239 US-Dollar (Vergleichswert von 2019) fehlen.

Insgesamt kommen die Berater von Sportcal, das seit 2018 zum britischen Datenanalyse- und Beratungsunternehmen GlobalData gehört, auf eine Summe von mehr als 190 Millionen US-Dollar, die der AELTC 2020 nicht einnehmen wird. Die Entschädigungssumme aus der Pandemie-Versicherung wird also nicht die kompletten Verluste des Clubs kompensieren.

Einige Turniere werden möglicherweise nicht auf die Tour zurückkehren

Dennoch geht Sportcal davon aus, dass Wimbledon den Ausfall des Turniers gut verkraften wird – im Gegensatz zu vielen kleineren Turnieren auf der Profitour. „Für viele weniger hochrangige Events ist die Präsenz auf der ATP/WTA-Tour der wichtigste finanzielle Einnahmefaktor. Erst dadurch ist gewährleistet, dass das Turnier auch im folgenden Jahr ausgetragen wird. Absagen dieser Turniere beeinträchtigen das Jahresbudget der Veranstalter enorm. Einige werden wahrscheinlich nicht in der Lage sein, diese Kosten zu decken. Sie werden 2021 möglicherweise nicht auf die Tour zurückkehren.“