Rafael Nadal

Tipps und Tricks zum richtigen Trinken beim Tennis

Die richtige und rechtzeitige Zufuhr von Flüssigkeit kann sowohl auf Sand als auch in der Halle spielentscheidend sein. Zehn Tipps zum Thema Trinken. 

Die Wichtigkeit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr wird von vielen Spielern unterschätzt. Deshalb gilt zu wenig zu trinken als einer der häufigsten Fehler. Bei muskulärer Anstrengung und warmer Umgebung produziert unser Körper Schweiß, um durch die Schweißverdunstung Wärme abgeben und so die Körpertemperatur regulieren zu können. Durch die Schweißproduktion ergeben sich allerdings Flüssigkeitsverluste von ca. anderthalb bis zwei Liter pro Stunde. Unter Extrembedingungen sollen sogar bis zu vier Liter Schweiß pro Stunde möglich sein.

Wird bei einem langen Match nicht regelmäßig und ausreichend getrunken, stellt sich ein Ausdauer- bzw. Leistungsverlust ein, der Körper kann überhitzen oder es kann zu Muskelkrämpfen, Kreislaufproblemen oder Konzentrationsschwäche kommen. Genauso entscheidend wie die Zusammensetzung eines Sportgetränks ist die Art und Weise, wie beim Tennis getrunken wird. Der richtige Zeitpunkt für das Trinken entscheidet oft, ob man ein hartes Match durchhält oder nicht. 

10 Tipps für richtiges Trinken beim Tennis

1. Versuchen Sie, bereits vor dem Tennis immer eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz zu schaffen. Die Ausgeglichenheit ist für die Konzentration, Motorik, Leistungsfähigkeit und Koordination verantwortlich.

2. Warten Sie während des Matches nicht, bis der Durst kommt. Durst ist ein Warnsignal des Körpers. Verspürt man ein Durstgefühl, ist man bereits zu einem gewissen Grad dehydriert und es ist meist schon zu spät für eine optimale Leistungsentfaltung. Um diesem gerade bei heißen Temperaturen vorzubeugen, sollte man bereits vor dem Durst an genügend Flüssigkeit denken und jeden Seitenwechsel zum Trinken nutzen.

3. Trinken Sie nicht zu viel auf einmal. Am besten sind kleine, regelmäßige Mengen. Beim Herunterstürzen von Getränken wird nur wenig Flüssigkeit aufgenommen, da die Nieren direkt angesprochen werden und es zu einer direkten Ausscheidung kommt.

4. Um eine bestmögliche Resorption zu gewährleisten, sollte das Getränk nicht zu warm und nicht zu kalt sein. Die optimale Getränketemperatur liegt bei ca. 15 bis 21 Grad. Je weiter die Temperatur des Getränks von der Körpertemperatur abweicht, desto mehr muss der Körper arbeiten, um einen Ausgleich zu schaffen, was wiederum Energie verbraucht.

5. Achten Sie auf eine gute Verträglichkeit und Zusammensetzung des Getränks (bei Schorlen ein Verhältnis von 1:1). Die Geschwindigkeit, mit der die Wasserverluste ausgeglichen werden können, wird wesentlich durch die Zusammensetzung eines Getränks beeinflusst. Sie beeinflusst die Magenentleerungsrate und die Absorptionsrate im Dünndarm.

6. Ein guter Geschmack des Getränks hilft, regelmäßig zu trinken.

7. Auf Kohlensäure sollte besser verzichtet werden. Getränke mit wenig oder ohne Kohlensäure werden häufig besser vertragen als kohlensäurereiche Getränke. Ein hoher Kohlensäuregehalt kann auch dazu führen, dass zu wenig getrunken wird.

8. Ritualisieren Sie Ihr Trinkverhalten. Das kann dabei helfen, regelmäßig zu trinken. Zudem geben Rituale Sicherheit und steigern die Konzentration.

9. Direkt nach dem Sport trinken. Dies ist unerlässlich für eine gute Regeneration.

10. Alkohol ist als Durstlöscher tabu. Zum einen entzieht er dem Körper Wasser und Mineralstoffe, da er wie Kaffee die Nierentätigkeit anregt. Zum anderen belastet die Verarbeitung von Alkohol den Körper und sorgt so bei Hitze für zusätzliche Anstrengung. Außerdem beeinträchtig Alkohol eine schnelle Regeneration und Superkompensation. 

Text: Oliver Reiff

Oliver Reiff ist ausgebildeter Sportphysiotherapeut des DOSB. Gehört zum Betreuerstab der deutschen Taekwondo-Nationalmannschaft sowie der Herren-Mannschaft des Tennisclubs am Schanzl in der 2. Tennis-Bundesliga. Infos: www.physiomed-amberg.de