Toolz für tennis Magazin. Foto: Frank Molter

Toolz-Spielplatz: Fit neben dem Tennisplatz

Athletiktraining ist längst so wichtig wie Schlagübungen. Mit den Trainingshilfen von Toolz haben wir Ihnen zehn abwechslungsreiche Übungen zusammengestellt.

Text: Sophie Affeldt, Franziska Brülls, Fotos: Frank Molter

Eigentlich gehen wir lieber auf den Platz, um ein paar Bälle über den Platz zu dreschen. Athletikübungen gehören eher zu dem unfreiwilligen Muss neben den Tenniseinheiten. Als wir die Produkte von Toolz erhalten haben, haben wir dem Fitnesstraining aber dann doch mal eine neue Chance gegeben. Mit Erfolg. Gemeinsam mit den Experten Christoph Radecke und Simon Patzwaldt verabredeten wir uns im ehemaligen Heimatverein von Alexander Zverev, dem Uhlenhorster HC in Hamburg. Die beiden Tennis- und Fitnesstrainer erarbeiteten uns ein unterhaltsames und effektives Trainingsprogramm mit den zur Verfügung gestellten Geräten. Neben Standard-Toolz wie Springseilen, Stepper oder Medizinbällen trainierten wir auch mit einem Reaktionsball, Tube-Bändern und dem Schlingentrainer. Egal, ob Übungen zum Aufwärmen, zur Stärkung der Muskulatur oder zur Verbesserung der Beweglichkeit – unsere Experten haben ein Fitnesstraining zusammengestellt, das für alle Spiel- und Altersklassen geeignet ist und nach eigenem Fitnesszustand variiert werden kann. 

In auffälligem Neongrün: Toolz stellt Trainingshilfen für Athletikeinheiten her.

Die Trainingsgeräte können Sie über die Webseite www.spodeco.de oder über www.tennispoint.de erwerben. Viel Spaß beim Training!

Übung 1: Seilspringen

Zum Aufwärmen: Beim Seilspringen werden alle Körperpartien beansprucht. Deshalb eignet es sich gut zu Beginn der Trainingseinheit.

Tool: Das Springseil mit digitaler Anzeige (14,90 €) zeigt Daten zur Sprunganzahl, Trainingsdauer und zum Kalorienverbrauch an.  

Ausführung:  Besonders für Tennisspieler empfiehlt sich das Springen auf dem Fußballen ohne Zwischensprünge, da die Bewegung auf dem Court zum Großteil über den Vorderfuß ausgeführt wird. Es sollte zwischen beidbeinigen und einbeinigen sowie Sprüngen im Wechsel und mit angezogenen Knien variiert werden. 

Expertentipp: Optimal zum Aufwärmen sind 300 Sprünge in verschiedenen Variationen.

Digital: Die integrierte Anzeige stellt den Spielern Informationen zur absolvierten Einheit zur Verfügung.

Übung 2: Schnell am Ball

Übung mit Spaßfaktor: Die außergewöhnliche Form des Balls veranlasst die Spielpartner zu kurzen und schnellen Bewegungen.

Tool: Reaktionsball (8,90 €).

Ausführung: Witzige Aufwärmübung zur Schulung der Reaktion. Besonders zum Trainieren der Reaktion auf unvorhersehbare Situationen, wie dem Verspringen des Balls auf der Linie, geeignet. Spieler eins lässt den Ball fallen. Spieler zwei versucht, den Ball nach einmaligem Aufspringen zu fangen.  

Expertentipp: Jeder Spieler lässt den Ball zehn Mal fallen und fängt zehn Mal. Die Übung wird im Wechsel durchgeführt. 

Pfiffige Rundungen: Der verformte Ball springt unvorhersehbar in verschiedene Richtungen ab und fordert somit die volle Aufmerksamkeit.

Übung 3: Vorhand-Rückhand-Rotation auf dem Wackelbrett

Kraft und Balance: Egal, ob auf einem Fuß oder auf zwei, mit zwei Kilogramm oder mit drei – die Toolz können für unterschiedliche Trainingsziele verschieden kombiniert werden.

Tool: Balance-Board (16,90 €) und Medizinball. Der Medizinball ist in verschiedenen Gewichten erhältlich. Der 2kg-Ball kostet 24,90 €.

Ausführung: Der Spieler imitiert Vorhand- und Rückhand-Bewegungen mit Hilfe des Medizinballs auf dem Balance-Board. Hierbei ist besonders auf die Rotation im Rumpfbereich zu achten. Die Übung bereitet die Spieler für Schläge in Rückenlage mit Verlagerung des Gleichgewichts vor.

Expertentipp: Jede Seite sollte zehn bis 15 Mal bedient werden. Zur Steigerung kann der Ball durch einen Mitspieler zugeworfen werden. 

Übung 4: Koordinationsgitter

Sprungkraft: Die sichere einbeinige Landung fördert eine gute Koordinationsfähigkeit und setzt ein wenig Geschicklichkeit voraus.

Tool: Agility Grid mit sechs Gittern und Verbindungsclips (34,90 €).

Ausführung: Die Sechsecke können in verschiedenen Variationen zur Koordinations- und Beinarbeit eingesetzt werden. Im Foto zeigt Simon explosive Sprünge mit sicherer einbeiniger Landung. Ebenso sind beidbeinige Sprünge möglich. Alternativ können die Gitter anders angeordnet und auch aneinander befestigt werden. 

Expertentipp: Um schnelle Bewegungen zu fördern, sollte die Übung in fünf bis sechs Durchgängen in erhöhtem Tempo durchgeführt werden.

Variabel: Mit den vorhanden Clips an den Koordinations-Sechsecken können diese auch miteinander verbunden werden. Somit ist eine Vielzahl an Übungsmöglichkeiten geboten.

Übung 5: Seitlicher Hürdenlauf

Knie Hoch: Die Übung trägt zur Stabilisierung der Fuß-, Knie- und Hüftgelenke bei. Außerdem werden schnellere Richtungswechsel trainiert.

Tool: Kegel (4,95 € pro Stück) und Markierungsstange (4,50 € pro Stück). Sowohl Kegel als auch Stangen können vielfältig eingesetzt und mit weiteren Produkten kombiniert werden.

Ausführung: Der Spieler bewegt sich seitlich über die Hürden. Dabei zieht er die Knie so weit es geht an. Die Arme bewegen sich gegensätzlich zu den Beinen.

Expertentipp: Es kommt nicht auf die Dauer der Übung, sondern auf die Anzahl der Wiederholungen an. Gut sind zehn Durchgänge.

Übung 6: Schnellkraft-Training

Starke Schultern: Durch das seitliche Ziehen des Toning Tubes wird vor allem die Schultermuskulatur beansprucht. Zudem wird die Schnellkraft beim Schlag gefördert.

Tool: Toning Tube mit Schaumstoffgriffen (10,90 €)

Ausführung: Der Spieler steht mit einem Fuß auf dem Band. Während der eine Arm als Gegenkraft dient, zieht der zweite das Band seitlich bis auf Schulterhöhe an. Die zweite Übung eignet sich besonders fürs Aufschlagtraining. Hier wird das Band hinter dem Rücken geführt und der Arm wird, wie bei der Aufschlagbewegung, nach oben bewegt. Wichtig ist hierbei die Drehung des Handgelenks.

Expertentipp: Nur wer proniert, also das Handgelenk in der Aufschlagbewegung nach außen dreht, kann schnell aufschlagen. Jede Übung sollte 15 Mal wiederholt werden.

Fokus Aufschlag: Mit Hilfe des Toning Tubes wird die Aufschlagbewegung ohne Ball und Schläger imitiert.

Übung 7: Explosive Beinarbeit

Angespannt: Sowohl Band als auch Körper stehen unter ständiger Spannung.

Tool: Expander-Set mit drei Bändern, zwei Schaumstoffgriffen und zwei Befestigungen für Arme und Beine (21,90 €).

Ausführung: Das Band wird am Netzpfosten befestigt und der Spieler steigt mit dem Fuß in den Griff. In aufrechter Körperhaltung wird ein Knie explosiv in einen 90-Grad-Winkel gezogen. Die Arme bewegen sich dabei in die gegensätzliche Richtung. 

Expertentipp: Die Übung sollte sowohl für das rechte als auch für das linke Bein 15 Mal durchgeführt werden.

Übung 8: Koordinationsleiter

Old but Gold: Die Koordinationsleiter zählt zum Standard-Repertoire der Trainer, kann aber nach wie vor vielfältig ins Training integriert werden.

Tool: Laufleiter in zwei oder acht Meter Länge (24,90 €/34,90 €). Die Abstände zwischen den Sprossen sind individuell verstellbar.

Ausführung: Die Leiter kann für verschiedenste Übungen eingesetzt werden. Im Bild durchläuft Simon die Leiter mit je einem Fußkontakt pro Feld, wobei jeder Fuß vor der Bewegung ins nächste Feld die Leiter nach Außen verlässt. Alternativ kann die Übung auch mit zwei Fuß­kontakten pro Feld variiert werden. 

Expertentipp: Schnelle Beinarbeit ist besonders für die richtige Stellung zum Ball entscheidend. Empfehlenswert sind acht bis zehn kleine Schritte zur Einnahme der passenden Schlagposition.

Übung 9: Liegestütze auf Erhöhung

Gar nicht so einfach: Die normalen Liegestützen sind allseits bekannt. Durch die einseitig erhöhte Position auf dem Stepper kann die Übung erschwert werden. Dadurch wird besonders der Schulterbereich intensiver trainiert. Außerdem werden auch Arm- und Brustmuskulatur effektiver beansprucht. Nicht leicht, aber mit ein bisschen Übung zielführend.

Tool: Stepper (39,90 €).

Ausführung: Es wird eine typische Liegestützposition eingenommen, wobei eine Hand auf dem Stepper platziert ist. Nach jedem durchgeführten Liegestütz wechselt der Spieler über den Stepper die Seite. Die Übung dient der Stabilisierung und Stärkung des Oberkörpers.

Expertentipp: Wichtig ist ein gerader Rücken. Die Anzahl der Wiederholungen sollte je nach Kraftniveau angepasst werden. 

Übung 10: Schlingentrainer

Körperspannung: Bei der Ausführung der Übung ist besonders auf ruhige und gezielte Bewegungsabläufe zu achten.

Tool: TRX-Band mit Befestigungen (89,90 €).

Ausführung: Der Spieler hängt mit den Füßen in den Halterungen und stützt sich mit gestreckten Armen ab. Für diese Übung ist ein besonders hohes Maß an Körperbeherrschung gefragt. Aus angespannter Körperhaltung werden die Beine einzeln oder zusammen in Richtung Brust gezogen. Alternativ können die Beine auch seitlich zum Ellenbogen geführt werden. In allen Ausführungen werden alle Muskelpartien beansprucht. 

Expertentipp: Die Übungen sollten langsam und kontrolliert ausgeführt werden. 15 Wiederholungen sind ausreichend. 

Runder Rücken: Diese Übung kräftigt alle Muskelpartien und stärkt vorwiegend die Stabilität in der Wirbelsäule.

Erhöhter Schwierigkeitsgrad: Beim seitlichen Anziehen der Beine werden besonders die seitlichen Bauchmuskeln trainiert.

Unsere Experten

Simon Patzwaldt (re.) ist 36 Jahre alt und spielt in der Regionalliga bei den Herren 30 beim TC an der Schirnau in Kaltenkirchen. Der Inhaber einer B-Trainer-Lizenz ist im Leistungssport als Privat-Coach tätig.

Christoph Radecke, ebenfalls 36 Jahre alt, leitet die Radecke Tennis Akademie auf dem Vereinsgelände des Uhlenhorster HC in Hamburg. Er verfügt über die DTB A-Trainer-Lizenz sowie die B-Lizenz im Fitnessbereich. Weitere Infos finden Sie unter www.radecke-akademie.de.