Trainingstool Sweetspotter: Knüppel für den Takt

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Klar, er muss seine Erfindung promoten. Seit gut zweieinhalb Jahren ist der Sweetspotter auf dem Markt. Nach eigenen Angaben bislang verkauft für knapp 200 Dollar pro Stück. Der Preis ist happig. Yanns Erklärung: Zwei Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Gerät. Es ist zu 100 Prozent aus hochwertigen Kohlefasern gefertigt. Und die Stückzahlen sind noch so niedrig, dass er den Preis nicht über die Masse drücken kann. Dann erzählt er von den Anfängen des Sweetspotters. Es war ein normaler Trainingstag an seinem Mädchen-College in Washington. Seine Schülerinnen hatten zuvor schon „Softball“ gespielt, das ist Baseball in der Lightversion und in den USA eine beliebte Teamsportart für junge Frauen. Eine Studentin hatte ihren Tennisschläger vergessen. „Dann musst du eben mit deinem Softballschläger trainieren“, scherzte Yann. Sie traute sich das zu, stellte sich an die Grundlinie und zimmerte eine Krachervorhand ins Feld. Yann war baff, griff selbst zum Softballschläger, machte Aufschläge, Grundschläge, Volleys – alles klappte. Die Geburtsstunde des Sweetspotters.

Als Biomechaniker, der Bewegungsabläufe  analysiert, entwickelte er aus dem Softballschläger ein Trainingsgerät für den Tennisplatz.  Dann  suchte er in der Tennisschlägerindustrie einen Partner für sein Patent, erhielt aber nur Absagen. Yann hatte kein Geld, um seine Erfindung zur Marktreife zu bringen. Also machte er „Crowdfunding“. Auf einer Internetplattform stellte er sein Projekt vor und hoffte auf Geldgeber, die von der Idee überzeugt waren und für ihre Investition Vorzüge erhielten, wenn das Produkt tatsächlich hergestellt wird. Ein sechsstelliger Betrag kam zusammen, die Anschubfinanzierung.

Erfrischungskur für die Technik
Zwei Wochen später in Hamburg. Ich teste die Keule beim Mannschaftstraining. Meine Teamkollegen sind höchst amüsiert, können sich nicht vorstellen, was das Teil bringen soll – bis sie die ersten Bälle treffen. Staunen. Danach gebe ich Nikola Jurk, B-Trainerin beim ETV Eimsbüttel in Hamburg, den Knüppel. Ihr Fazit:„Er hilft, um sich besser auf den Schlag zu fokussieren. Man erlebt die Vorbereitungsphase intensiver, achtet mehr auf die Technik.“ Sie sieht aber auch Defizite. „Für Topspin­spieler und Anfänger eignet er sich eher nicht.“
Mein Fazit: Der Sweetspotter kann bei fort­geschrittenen Spielern wie eine Erfrischungskur  der eingerosteten Technik wirken. Allerdings braucht man jemanden, der einem Bälle zuspielt. Richtige Ballwechsel kriegen nur absolute Könner hin. Ich werde jetzt erst einmal an meinem Aufschlag arbeiten. John Isner, ich komme!

 

Weitere Infos:Der Sweetspotter ist online auf www.sweetspottertennis.com zu bestellen. Im Angebot sind vier Varianten, die sich bei Gewicht, Länge und Farbe unterscheiden. Das weiße Modell ist eher für Hobby­sportler geeignet (311 g, 70 cm), das schwarze für leistungsambitionierte Spieler (368 g, 70 cm). Für Kinder sind „Swetty” (rosa) und „Spotty” (blau) gedacht, die jeweils 255 Gramm wiegen und 65 Zentimeter lang sind. Sweetspotter für Erwachsene kosten 199 Dollar (ca. 150 €), die Kinder-Modelle 159 Dollar (ca. 120 €). Hinzu kommt eine Versandkostenpauschale von 49 Dollar (ca. 36 €), wenn die Geräte von den USA nach Deutschland geliefert werden sollen.