Playitas Resort Fuerteventura

Playitas Resort Fuerteventura: Alles geht ums Spielen

Für Sport heißt die Topadresse auf den Kanaren Playitas Resort. Die Macher behaupten sogar, es sei die beste Sportstätte Europas. Was stimmen könnte. In jedem Fall versprüht die Anlage mit Schwimmern, Leichtathleten, Fitnessjüngern und Tennisspielern olympisches Flair. 

Der Name passt. Las Playitas heißt das kleine Fischerdorf mit den gemütlichen Tavernen und den sanft schaukelnden Booten im Minihafen. Playitas – so heißt auch das riesige Ferienresort, rund 45 Autominuten südlich vom Flughafen auf Fuerteventura gelegen. Nach Aussage der Macher ist es „Europas bestes Sportresort“. Das Motto hier in der kargen Szenerie der Vulkaninsel: „Let‘s Play“ – der spanische Ortsname lässt grüßen. Und weiter heißt es: „Free your mind“.

Also: Auf geht‘s zum Spielen! Und – frei übersetzt – zum Seele baumeln lassen. Der Mann, der das verkörpert, obwohl er nach eigener Aussage nur noch „Gehirnsport“ betreibt, heißt Markus Kempen. Der 51-Jährige – 1,90 Meter groß, braungebrannt, Pferdeschwanz, Dreitagebart, heller Leinenanzug, Einstecktuch – ist der Hoteldirektor des Playitas, einer gigantischen Hotel- und Sportanlage, die sich auf 900.000 Quadratmetern erstreckt. Früher hat er halbprofessionell Handball gespielt. „Ich sage gerne, dass ich mitgeholfen habe, Bayer Dormagen in die Bundesliga zu bringen. Die Wahrheit ist aber, dass ich schon ein Jahr vorher aufgehört habe“, sagt Kempen. Ein Meniskusschaden beendete die Sportlerkarriere.  

Auf Fuerteventura wird auf Quarzsand gespielt. Das Playitas Resort verfügt über fünf Plätze mit dem gelenkschonenden Belag.

Sport statt Liegen reservieren

Würde man einen Hotelier in südlichen Gefilden casten, sähe er wahrscheinlich aus wie Kempen und hätte eine ähnlich beeindruckende Vita wie der geborene Kölner: Stationen in diversen Urlaubsclubs in der Karibik, Indonesien und Tahiti. Seit 30 Jahren in der „Dienstleistung“ tätig, seit 22 Jahren Hoteldirektor und „bekennender Single“, wie Kempen grinsend bemerkt.

Sein aktuelles Baby – das Playitas – macht ihm deswegen so viel Spaß, „weil ich gestalten kann“. Ein Drei-Jahres-Plan für einen Ausbau liegt vor. Zurzeit können 1.200 Gäste auf dem palmenumsäumten Areal urlauben – im Hotel oder auch in Luxusvillen mit eigenem Pool. 

„Auf 1.700 Betten können wir ohne Probleme erhöhen“, sagt Kempen – das Wohlfühlambiente bliebe erhalten. Der Hotelchef definiert es so: „Es gibt hier keinen Moment des Stresses.“ Heißt: Weil alles so riesig ist, fällt es kaum auf, wenn das Hotel voll ist. Der Kampf um die Plätze am Hauptpool? Entfällt, „weil meine Gäste morgens um sieben Sport machen und keine Liegen reservieren“.

Neue Tennisanlage geplant

25 Millionen Euro stehen bereit, um das Sportlerleben auf der zweitgrößten Insel der Kanaren noch angenehmer zu machen. Die Zimmer werden erneuert, ein Hostel für Jugend-Nationalmannschaften diverser Sportarten gebaut. Die Bauarbeiten für einen Edelstahl-Pool mit zehn Bahnen für Schwimmprofis, die sich in der Wärme auf die Saison vorbereiten, sollen noch Ende 2018 starten. Geplant sind auch eine 110 Quadratmeter große Holzterrasse direkt am Strand für Yogi und ein Outdoor-Fitnesstempel nach Vorbild Muscle Beach in den USA. „Eisen“, sagt Kempen, „ist wieder schwer im Kommen.“ Er sitzt jetzt in seinem Büro, nippt an seinem Espresso und zeigt einen Imagefilm, in dem Radfahrer strampeln, Schwimmer ihre Bahnen ziehen und ein paar Dutzend Fitnessjünger synchron ihre Beine dehnen.

Das Outdorr-Schwimmbecken hat olympische Maße. Nationalteams diverser Länder bereiten sich im Winter auf die Sonne vor.

Ein paar Minuten später gibt es das Ganze live. Wer über die Anlage schreitet, fühlt sich wie in einem Olympischen Dorf mit lauter sportlichen Menschen. Kempen sagt: „Der größte Luxus ist, dass alle Sportarten bei uns viel Platz haben.“

Auch Tennis. Geht es nach dem Drei-Jahres-Plan, wird das Spiel mit Schläger und Ball künftig noch einmal mächtig aufgewertet. Eine neue Anlage mit fünf oder sechs Courts – Hart- und Quarzsandplätzen –, mit trendigen Paddletennis-Courts und einem schönen Clubhaus soll entstehen.

20-jähriges „Matchpoint“-Jubiläum

Der Mann, der auf Fuerteventura Tennis betreibt, heißt Winfried Sobotta. „Winnie“, wie ihn alle nennen, besitzt eine Tennisschule, die in sieben Hotels auf der Insel ansässig ist. In diesem Jahr feiert „Matchpoint“ Jubiläum – 20 Jahre ist Winnie mit seinem Partner Jiri im Geschäft. Wobei sich die beiden Diplom-Tennislehrer ihren Kuchen inzwischen aufgeteilt haben – Jiri kümmert sich um das Geschäft auf Mallorca und dem spanischen Festland, Winnie, dessen Karriere als Coach im nördlichen Corralejo begann, ist Fuerteventura treu geblieben. Gelegentlich gibt es Ausflüge zu zwei Ferienclubs nach Marokko und Ägypten. Die „Base“ mit Pro Shop und Büro aber ist das Fuerteventura Princess im Süden der Insel mit vier hoteleigenen Plätzen.

Winnies Philosophie: Spieler individuell weiterentwickeln – mit Akribie und Spaß. Zwischen April und September kann der Spaß jedoch gelegentlich vergehen. „Wenn der Wind pfeift und bei 30 Grad, haben die wenigsten Lust auf Tennis“, sagt Sobotta. Dafür brumme es im Frühjahr.

Besonders beliebt bei seinen Kunden neben dem normalen Training ist eine Spielform, die sein Coach Frank aus Dubai mitgebracht hat: „Beat the Coach“ heißt die Übung, bei der man gegen den Trainer Sätze von der Grundlinie bis elf spielt. Genug gesehen und geredet und ab auf den Platz. Wir sind schließlich im Playitas – es geht ums Spielen!