Robinson Club Khao Lak

Robinson Club Khao Lak: Spielen wie in Melbourne

Tropenatmosphäre wie in einer Filmkulisse – das ist der Robinson Club in Khao Lak. Auch Tennisspieler kommen in Thailand auf ihre Kosten. Die Anlage bietet ein Spielgefühl wie bei den Australian Open. 

Sawasdee. Immer wieder Sawasdee. Wer im Robinson Club in Khao Lak ankommt, der wird dieses Wort bei jeder Begegnung hören: zur Begrüßung, zur Verabschiedung, als Danksagung und als Entschuldigung. Sawasdee ist eines dieser Wörter, das sich schwer ins Deutsche übersetzen lässt. Alles ist Sawasdee in Thailand, im Land des Lächelns. Eine andere Welt öffnet sich bei der Reise aus dem tristen und regnerischen Herbst in Deutchland ins tropische Khao Lak. Bei der Ankunft am Abend sind es noch 30 Grad, dazu eine Luftfeuchtigkeit von knapp 80 Prozent. Für den nicht hitzeerprobten Norddeutschen kann dies zur Herausforderung werden. Doch der krasse Wetterumschwung ist sofort vergessen, als man bei der Begrüßung in die vielen freundlichen und lächelnden Gesichter der Thais blickt.

Tsunami-Welle verwüstet Küste

„Wenn du eine Fahrt zum Restaurant brauchst, lass es uns wissen. In der Anlage kann man sich schnell verlaufen“, wird mir bei der Ankunft in meinem Zimmer gesagt. Und tatsächlich: Beim ersten Spaziergang über die Anlage verlaufe ich mich sofort. Erst kurz vor der Abreise werden die Wege vertrauter. „Es ist die flächenmäßig größte Anlage aller Robinson-Clubs, 280.000 Quadratmeter groß“, erzählt Clubdirektor Andi Küng, ein smarter Schweizer, der mehr als 20 Jahren bei Robinson ist, beim Rundgang über die Anlage, die im November 2017 eröffnet wurde. „Mit 649 Betten bieten wir insgesamt zehn Prozent der Betten von ganz Khao Lak an. Das, was wir erschaffen haben, ist einmalig.“

Robinson Club Khao Lak

Sandstrand: Der Pak Weep Beach mit insgesamt 13 Kilometern Länge eignet sich zu erholsamen Spaziergängen.

Die Anlage in Khao Lak hat eine traurige Geschichte zu erzählen. Am 26. Dezember 2004 wurde das Areal von einer riesigen Tsunami-Welle getroffen. Die Folgen der Sturmflut waren verheerend. Mehr als 4.000 Menschen kamen allein in der Region Khao Lak ums Leben. Als Mahnmal dient ein Polizeiboot, das der Tsunami mehr als zwei Kilometer ins Landesinnere gespült hat. Bedenken gab es aber keine, die Anlage zu übernehmen, sagt Andi Küng. „Die Situation hat sich bedeutend verbessert. Wir haben nun ein Frühwarnsystem, das ein Signal in den Club sendet.“ Regelmäßige Trainings für das Team sorgen dafür, damit im Ausnahmefall jeder weiß, was er zu tun hat. „Solch ein Tsunami ist allerdings als Einzelereignis zu sehen, aber dennoch sollte man sich der Gefahr stets bewusst sein“, stellt Küng klar.

Plexicushion-Belag aus Belgien

Als der Rundgang in Richtung Tennisanlage weitergeht, kommt der Clubdirektor ins Schwärmen. Vier neue Plätze sind im Entstehen, als tennis MAGAZIN zu Besuch ist. Alle vier bekommen den gleichen Belag wie bei den Australian Open in Melbourne. „Der Plexicushion-Belag wurde extra aus Belgien geliefert und federt deutlich besser ab als andere Hartplätze. Das ist vor allem für die Knie schonender“, sagt Küng. Eine Schicht fehle noch, um die Plätze fertigzustellen. Und diese letzte Schicht könne man nur aufziehen, wenn es vorher 24 Stunden trocken war, teilt der Schweizer mit. Doch der tägliche Regenguss in Khao Lak schiebt den finalen Arbeitsgang immer weiter nach hinten. Als ein Tag später ein weiterer langer Regenschauer auf die Plätze prasselt, ist klar: Spielen wie die Profis in Melbourne wird für das tennis MAGAZIN während unseres Besuchs leider nicht möglich sein.

Tennis im Robinson Club Khao Lak

Profi-Feeling: Vier Courts mit dem Originalbelag der Australian Open stehen den Clubgästen zur Verfügung.

Stattdessen geht es auf den bereits existierenden Hartplatz vom Vorgängerhotel. Tennistrainer Adriano Balestrieri steht zu einem Schlagabtausch zur Verfügung. Der Berliner trägt Robinson-Gene in sich, sein Vater war Reiseleiter bei der TUI. „Ich war immer im Club. Mit sechs Jahren habe ich zu meinen Eltern gesagt, dass ich Chefanimatur werden möchte.“ Balestrieri war für verschiedene Clubs als Basisleiter im Bereich Tennis tätig, ehe er nach zehn Jahren Robinson zurück zur Familie in die Heimat zog und ein Eiscafé eröffnete.

In Khao Lak sei er nur für die Eröffnungswochen, da sich der Haupttrainer kurz zuvor verletzt hat, erzählt der Linkshänder. „Es ist spannend, sich immer wieder auf neue Leute einzustellen“, sagt er über seine langjährige Tätigkeit als Clubtrainer. Balestrieri ist eng vernetzt in der Tennisszene und pflegt einen guten Draht zu Nicolas Kiefer, seitdem die beiden in einem Tenniscamp zusammengearbeitet haben. Immer wenn der Name Kiefer fällt, glänzen seine Augen. „Nicolas ist ein Supertyp ohne irgendwelche Allüren.“

Nicolas Kiefer machte sich fit in Thailand

Apropos Kiefer: Der ehemalige Weltranglistenvierte machte sich in Thailand des Öfteren fit für die Saison. Tennis spielen in Khao Lak ist allerdings eine schweißtreibende Angelegenheit. Bereits nach zehn Minuten lockeren Schlagens auf dem Hartplatz ist das Hemd klitschnass. „Ich habe im Hochsommer in der Türkei gearbeitet, aber die Bedingungen hier in Thailand sind noch krasser“, sagt Balestrieri nach der kurzen, aber intensiven Trainingseinheit. Am Abend an der Hauptbar gibt es ein Wiedersehen mit dem Berliner. Trotz der riesigen Anlage läuft man sich immer wieder über den Weg. Direkt am 13 Kilometer langen Sandstrand fällt ein feierlich gedeckter Tisch ins Auge. Wird es hier tatsächlich einen Heiratsantrag geben? „Ja, hier wird heute die Frage aller Fragen gestellt“, bestätigt Clubdirektor Andi Küng. Für diejenigen, die es ganz eilig mit dem Heiraten haben, steht auf der Anlage sogar eine Hochzeitskapelle zur Verfügung.

Eine Tropenatmosphäre wie in einer Filmkulisse – so erstrahlt die Anlage in Khao Lak. Wer trotz des vielfältigen Sport- und Wellnessprogramms etwas Abwechslung sucht, der wird auch außerhalb der Anlage fündig: im Khao Sok Nationalpark, am Ton Chong Fa Wasserfall oder beim Baden der Elefanten im Regenwald. Die Region in Khao Lak ist ein Paradies für Naturliebhaber. Wer mit den Thais auf Tuchfühlung gehen möchte, kann dies beim zehn Kilometer entfernten Bang Niang Market tun. Spätestens hier begegnet es einem wieder: das herzliche Sawasdee.