Serbia’s Novak Djokovic returns the ball

Die längsten Endspiele der Grand Slam-Turniere

von Florian Vonholdt



Australian Open 2012: Novak Djokovic vs. Rafael Nadal (5:53 Stunden)

Was diese beiden in Melbourne geboten haben, gab es in der Tennisgeschichte zuvor noch nie. Sage und schreibe 5 Stunden und 53 Minuten duellierten sich Rafael Nadal und Novak Djokovic im Endspiel in der Rod Laver Arena. Sie gingen dabei bis zum Äußersten, kämpften bis zur totalen Erschöpfung und mussten sich bei der Siegerehrung sogar Stühle reichen lassen, da sie sich nicht mehr auf den geschundenen Beinen halten konnten. Am Ende setzte sich der Weltranglistenerste durch, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigte. 5:7, 6:4, 6:2, 6:7, 7:5 hieß das Resultat des mit Abstand längsten Grand Slam-Finals aller Zeiten. Rafa, du bist einer der Besten, wir haben heute Geschichte geschrieben. Leider konnten wir nicht beide gewinnen, tröstete der Champion seinen Rivalen nach der Partie. Es war das dritte Grand Slam-Endspiel in Folge, das Djokovic gegen Nadal gewann.

US Open 1988: Mats Wilander vs. Ivan Lendl (4:54 Stunden)

Das Duell der Dauerrivalen der 80er Jahre. 1988 wurde es das längste Finale der US Open-Geschichte. Ivan Lendl hatte vor diesem Endspiel dreimal in New York triumphiert und war die Nummer eins der Welt. Sein Pendant konnte mit einem Finalsieg nicht nur die Siegesserie von Lendl in Flushing Meadows beenden, sondern den Tschechen nach 159 Wochen von der Spitze der Weltrangliste stoßen. Mats Wilander stoppte die Siegesserie und schlug Ivan den Schrecklichen im mit 4:54 Stunden bis dato längsten Finale der Grand Slam-Geschichte. Lendl schaffte beim 6:4, 4:6, 6:3, 5:7, 6:4 zwar zweimal den Satzausgleich, doch im entscheidenden fünften Durchgang hatte der Schwede die Nase vorn. Damit revanchierte er sich für die Finalniederlage aus dem Jahr zuvor. Wilander krönte mit diesem Sieg das Jahr 1988 zum erfolgreichsten in seiner Laufbahn. In jenem Jahr hatte er bereits die Australian Open und die French Open gewinnen können. Der Erfolg bei den US Open sollte gleichzeitig der letzte Major-Titel in seiner Karriere sein.

Wimbledon 2008: Rafael Nadal vs. Roger Federer (4:48 Stunden)

Es war nicht nur das längste, sondern auch eines der besten Wimbledon-Endspiele aller Zeiten. Nadal legte eine Zweisatz-Führung vor und es sah nicht danach aus, als könnte Federer dem Spanier dessen ersten Wimledon-Titel noch streitig machen. Doch der Schweizer stemmte sich vehement gegen seine erste Niederlage nach 65 siegreichen Spielen an der Church Road und erzwang den entscheidenden fünften Satz. Dieser wurde, wie die beiden Durchgänge zuvor, zu einem Krimi. Die Dunkelheit brach bereits über den Centre Court herein. Schlussendlich hatte der Mallorquiner das Glück auf seiner Seite und schlug seinen großen Rivalen, der zuvor fünfmal in Folge auf dem heiligen Rasen triumphiert hatte, nach 4:48 Stunden Spielzeit und zwei Regenunterbrechungen mit 6:4, 6:4, 6:7, 6:7, 9:7. Federer sprach seinerzeit von der schlimmsten Niederlage seiner Karriere.

French Open 1982: Mats Wilander vs. Guillermo Vilas (4:42 Stunden)

Mit nicht mal 18 Jahren holte sich Wilander 1982 seinen ersten Grand Slam-Titel. Keiner war seinerzeit jemals jünger gewesen. Erstaunlich: Obwohl die Partie nur über vier Sätze ging, ist sie dennoch das längste Finale, das jemals in Roland Garros stattfand. Zudem gab es mit dem 1:6 im ersten und 6:0 im dritten Durchgang vom Ergebnis her zwei sehr klare Sätze. Zu erklären ist die lange Spieldauer durch die enorm langen Ballwechsel. So dauerte etwa das fünfte Spiel im ersten Satz satte 18 Minuten. Im vierten Satz schafften es die beiden Kontrahenten, den Ball 84-mal über das Netz zu spielen, ehe Vilas den Punkt machte. Das Tempo der damaligen Zeit sieht nach heutigen Maßstäben wie Zeitlupe aus. Wilander spielte immer wieder Bälle in hohem Bogen und verlangsamte so das Spiel beträchtlich. Vilas kam damit nicht zurecht. Der ungesetzte Schwede bezwang so den favorisierten Argentinier in 4:42 Stunden mit 1:6, 7:6, 6:0 und 6:4.

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