France v Switzerland – Davis Cup World Group Final: Day Two

Mail aus Lille: Davis Cup – Schweizer Träume

Die Schweiz führt im Davis Cup-Finale in Lille mit 2:1 gegen Frankreich. Roger Federer und Stan Wawrinka besiegten das französische Doppel Richard Gasquet/Julien Benneteau 6:3, 7:5, 6:4. Ein Rückblick unseres Reporters vor Ort.



Es gibt Momente an einem Davis Cup-Wochenende, die hängen bleiben. Zum Beispiel wenn man dieses riesige Stade Pierre Mauroy betritt. Samstag, 15:15 Uhr: Noch eine Viertelstunde bis zum Spielbeginn. Die Energie der mehr als 27.400 Fans ist gigantisch, sie wirken noch einmal enthusiastischer als am Tag zuvor. „Allez les Bleus, allez les Bleus“ hallt es minutenlang durch das Rund. Wenn hier der OSC Lille seine Heimspiele in der ersten französischen Fußballliga vor mehr als 50.000 Zuschauern austrägt, kann es kaum lauter zugehen. Als Journalist drängt man sich vom Mittelrang ziemlich weit nach unten, bis man die Presseplätze in der Ecke des Unterrangs erreicht. Es vergehen einige Minuten, in denen man sich auch ohne großartige Phantasie ausmalen kann, wie es sich für die Spieler anfühlen muss, in dieses Stadion einzulaufen. Wahnsinn.

15:30 Uhr: Die französische Hymne, die Marseillaise, hallt durch die Arena. Von Waffen, Truppen und blutigen Kämpfen soll sie handeln. Den Text muss man nicht gut finden. Gänsehaut bereiten die Gesänge trotzdem.

Davis Cup

Schweizer Duo: Roger Federer und Stan Wawrinka gewannen das erste gemeinsame Doppel im Davis Cup seit Juli 2011.

15:40 Uhr. Roger Federer eröffnet die Partie. Die Massen pfeifen. Dürfte hitzig zugehen heute. Der erste Punkt geht an die Schweizer, den zweiten gewinnen die Franzosen. Sofort bebt die Halle. Bei Twitter tauchen interessante Statistiken auf: Die letzten vier Doppelmatches im Davis Cup verlor der 33-Jährige an der Seite von Stan Wawrinka, zuletzt im Viertelfinale gegen Kasachstan. Eine Niederlage heute und der erste Triumph für die Schweiz würde in weite Ferne rücken. Auf der anderen Seite: Julien Benneteau und Richard Gasquet, die im Davis Cup noch nie zusammen spielten aber immerhin 2012 Olympia-Bronze in London gewannen. Bis eine Stunde vor Spielbeginn gingen selbst die französischen Kollegen der L’Equipe davon aus, dass Tsonga gemeinsam mit Gasquet spielen würde. Angeblich habe er Kapitän Arnaud Clement kurzfristig gebeten, ihn nicht aufzustellen. Angst nach der Niederlage gegen Wawrinka gestern?

Auch Serena Williams schaut Davis Cup

16:10 Uhr: Nach einer halben Stunde gewinnen Federer/Wawrinka den ersten Durchgang – verdient. Die knapp 3.000 Schweizer Fans brüllen „Hopp Schwiiz“ und machen einen ziemlichen Krach mit ihren Kuhglocken. Serena Williams twittert und erzählt der Welt, dass sie auch Davis Cup schaut und Doppel liebt.

17:05 Uhr: Auch der zweite Durchgang geht an die Schweiz – 7:5. Ein Satz der vergebenen Chancen für die Franzosen. Fünf Breakbälle konnten sie nicht nutzen. Die Schwachstelle: Richard Gasquet. Er wirkt unsicher, leistet sich viele Returnfehler, verschlägt reihenweise einfache Volleys. Kaum denkbar, dass hier noch etwas schiefgeht für die Jungs in den roten Shirts. Apropos Shirts: Federer trägt als einziger Schweizer in der Mannschaft nicht das Teamshirt. Er darf nicht – eine Klausel im Vertrag mit seinem Ausstatter verbietet es ihm.

17:30 Uhr: Benneteau gibt seinen Aufschlag ab, die Schweizer führen mit 3:2 und einem Break im dritten Satz. Beim Seitenwechsel dröhnt Avicii durch die Arena. „Wake me up, when it’s all over…“ Der eine oder andere Franzose mag es langsam ähnlich sehen.

17:52 Uhr: It’s all over now. Zumindest für heute. 6:3, 7:5, 6:4. Die Schweizer Träume vom ersten Davis Cup-Sieg – sie könnten morgen Realität werden.

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