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Rückenprobleme: Kampf mit dem Kreuz

Ein Rücken kann entzücken – so lange er gesund ist. Wer Tennis spielt, sollte sein Kreuz schützen, weil die Belastungen enorm sind. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Übungen Sie sich für harte Matches wappnen können. 



„Ich liege auf dem Boden neben dem Bett. Jetzt erinnere ich mich wieder. Ich bin während der Nacht vom Bett auf den Fußboden umgezogen. Das tue ich meistens. Ist besser für meinen Rücken. Zu viele Stunden auf einer weichen Matratze führen zu höllischen Schmerzen. Ich zähle bis drei, dann beginne ich mit dem langen, schwierigen Prozess des Aufstehens. (…) Jetzt, wo die Müdigkeit nachlässt, kommt die erste Schmerz-welle. Ich fasse mir an den Rücken. Mein Rücken packt mich. Ich fühle mich, als hätte sich über Nacht jemand hereingeschlichen und so eine Lenkradkralle an meinem Rückgrat befestigt.“

So beginnt Andre Agassis Biographie „Open“. Eindrücklicher lässt sich kaum beschreiben, wie heftig Rückenschmerzen für Profis sein können. Agassi hatte in seiner Karriere zwei Bandscheibenvorfälle, die letzten Jahre seiner Laufbahn überstand er auf dem Platz nur mit Schmerzmitteln.

Auch wenn Agassi ein extremes Beispiel ist: Pein im Kreuz haben viele Tennisspieler, natürlich auch Amateure und Breitensportler. Man kennt das: Nach acht Stunden im Bürostuhl geht es am Abend noch auf den Platz. Ein bisschen Bewegung. Schadet ja nicht. Doch genau dabei kann es ruckzuck passieren: unaufgewärmt, verspannt und oft mit zu viel Ehrgeiz werden die ersten Bälle geschlagen – und dann macht der Rücken dicht.

Erschwerter Einbeinstand

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Mit dem rechten Bein auf den Balance-Trainer stellen, dabei das Kniegelenk leicht beugen. Dann die Außenseite vom linken Fuß auf den rechten Oberschenkel legen und das Gleichgewicht halten, was für Anfänger schon schwer genug ist. Fortgeschrittene strecken Arme auf Schulterhöhe aus und bewegen sie zügig auf und ab. Die Wirbelsäule bleibt lang, ruhig atmen und 30 Sekunden die Position halten. Danach das Bein wechseln. Trainiert Bein- und Rückenmuskeln, schult gleichzeitig den Gleichgewichtssinn.

Hilfsmittel wie Balance-Trainer oder Pezzibälle gibt es im Sanitätsfachhandel. Online zum Beispiel hier: www.togu.de

„Tennis gehört zu den Sportarten, die eine hohe Rückendisziplin der Sportler erfordern“, gibt Reinhard Schneiderhan zu Bedenken. Was der Facharzt für Orthopädie aus Taufkirchen in Bayern und Präsident der Wirbelsäulenliga meint: Tennisspieler sollten sich parallel zu ihrem Sport regelmäßig um ihren Rücken kümmern. „Er muss kontinuierlich gekräftigt werden“, rät der Wirbelsäulen-Spezialist. Schneiderhan, selbst Hobbytennisspieler, ­kümmerte sich schon um die Rückenbeschwerden von Tommy Haas. „Viele Sportler tun erst dann etwas für ihren Rücken, wenn sie Probleme bekommen. Dann ist es aber oft zu spät“, mahnt Schneiderhan. Das Problem: Viele Sportler, auch Profis, trainieren nur die oberflächliche Muskulatur. Dabei sind es die tiefer liegenden Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren. Von einer „Pseudosicherheit“ spricht Schneiderhan, die normales Krafttraining im Fitnessstudio bringt: „Bei einer unerwarteten Bewegung reicht der Schutz dann nicht mehr aus.“

Standwaage im Vierfüßlerstand

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Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand, wobei das linke Knie auf einem Balance-Trainer abgelegt wird. Bauchnabel nach innen ziehen, rechtes Bein vom Boden abheben und lang nach hinten strecken. Gleichtzeitig linken Arm gerade nach vorne strecken, das Becken bleibt dabei parallel zum Boden und dreht nicht nach oben auf. Linker Arm, Kopf, Wirbelsäule und rechtes Bein bilden eine Linie. Position 30 Sekunden halten, danach Wechsel auf die andere Seite. Dient zur Kräftigung der Rückenmuskulatur.

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