Daniil Medvedev

Daniil Medvedev möchte eine Reform des ATP-Rankings.Bild: Imago

Reform im ATP-Ranking? Daniil Medvedev stößt Debatte an

Geht es nach Daniil Medvedev dann sollen nur noch bei den Grand Slam- und den Masters-Turnieren Weltranglistenpunkte verteilt werden.

Bei einer Pressekonferenz im Rahmen des ATP-Turniers von Dubai äußerte sich Daniil Medvedev zu einer möglichen Reform der Weltranglistenordnung. Seiner Meinung nach sollten nur noch bei Grand Slam-Turnieren und Masters-Events Weltranglistenpunkte vergeben werden. Dies wäre laut Medvedev der einzige Weg, die Tour etwas zu verkürzen.

Zu viele Profis wären konstant unter Druck, dauerhaft Punkte zu sammeln. Dadurch spielen sie mehr Turniere als sinnvoll und gehen oft an ihre körperlichen Grenzen. Als direktes Beispiel nannte der US-Open-Sieger von 2021 den Dänen Holger Rune, der sich beim ATP-250-Turnier in Stockholm die Achillessehne riss. An solchen Turnieren teilzunehmen ist zwar keine Pflicht, jedoch ist der Zugzwang hier sehr hoch.

Daniil Medvedev: „Wenn es dort keine Punkt gäbe, wäre die Entscheidung einfacher”

Medvedev schildert auch seine eigene Situation und berichtet darüber, dass er sieben Turniere in Folge gespielt hat. ,,Musste ich? Nein. Jedoch wollte ich Punkte sammeln, um besser gesetzt zu sein. Wenn es dort keine Punkte gäbe, wäre die Entscheidung einfacher“, meinte er.

Sein Lösungsvorschlag für diesen enormen Druck wäre, dass es lediglich bei den vier Grand Slam-Turnieren und den fortan zehn Masters-Events (Saudi-Arabien kommt 2028 hinzu) zu einer Punktevergabe kommt – sonst nirgendwo.

Er selbst räumt jedoch ein, dass sein Vorschlag nicht allzu realistisch umzusetzen sei. Viele kleine Turniere sind rein wirtschaftlich auf die Vergabe von Ranglistenpunkten angewiesen, um überhaupt Topspieler anzuziehen. Eine Reduzierung würde dementsprechend gravierend in die Lizenz- und Finanzstrukturen eingreifen. Eine solche Reform bleibt also zunächst eher unrealistisch und auch Medvedev ist sich dessen bewusst: ,,Es wird nicht passieren!“