Nach Drohnen-Attacke beim Challenger: Max Schönhaus ist wieder zu Hause
Max Schönhaus wollte beim Challenger in Fujairah starten – dann kamen iranische Drohnen. Inzwischen ist der Teenager wieder in Deutschland.
Eigentlich hätte Max Schönhaus, 18 Jahre alt und vielversprechendes deutsches Nachwuchstalent, am Dienstagnachmittag seine erste Runde beim Challenger-Turnier in Fujairah, Vereinigte Arabische Emirate, gegen Yi Zhou spielen sollen. Doch dazu kam es nicht. Am Dienstagvormittag wurde die Hafenstadt am Golf von Oman im Zuge des eskalierenden Nahost-Konflikts mit Drohnen aus dem Irak angegriffen. Glücklicherweise wurden die Geschosse abgefangen, doch Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne setzten ein Öl-Depot in Brand.
Fujairah-Challenger in den Arabischen Emiraten: Evakuierung nach Explosionen
5.000 Euro pro Person: ATP übernimmt Flugkosten für gestrandete Challenger-Spieler
Zu dem Zeitpunkt liefen drei Matches im Tennis Country Club von Fujairah. Ein Alarm wurde ausgelöst und alle Spieler, Schiedsrichter sowie das Ballpersonal wurden evakuiert. Der japanische Profi Yasutaka Uchiyama saß währenddessen im Spielerrestaurant. In einem Interview mit einer japanischen Tennis-Website schilderte er die Situation folgendermaßen: „Wir Spieler bekamen den Alarm auf das Handy, verstanden ihn aber nicht. Er war in der einheimischen Sprache verfasst. Es machte sich dann schnell Aufregung breit.“
Schwarze Rauchwolken über Fujairah
Kurz danach kam es zur Explosion in einem etwa 20 Kilometer entfernten Öl-Lager. Uchiyama filmte die aufsteigenden schwarzen Rauchwolken von seinem Hotelzimmer aus und postete sie auf der Plattform X: „Es ist schon ziemlich nah!“ Weil das Hotel direkt am Flughafen von Fujairah liegt und danach Meldungen die Runde machten, der Airport sei das eigentliche Ziel des Angriffs gewesen, habe er Angst bekommen: „Dann forderten auch noch die USA ihre Bürger auf, alle Länder in Nah-Ost sofort zu verlassen.“
警報が鳴って大会会場から退避して、無事にホテルに戻りました。この映像はホテルの部屋から撮影した黒煙の様子。おそらくアラートが鳴った原因の火災場所と思われます。
結構近い… pic.twitter.com/BtsHtWSd6G— 内山靖崇 / Yasutaka UCHIYAMA (@yasutaka0805) March 3, 2026
Max Schönhaus dürfte ähnliche Sorgen gehabt haben. Er war seit Freitag (27. Februar) vor Ort, um sich auf das Turnier vorzubereiten. „Bis Dienstagmorgen waren auch alle noch guter Dinge, zumal bis dahin in der Region alles ruhig geblieben war. Auch die ATP und der Veranstalter haben es als sicher ausgewiesen“, berichtet Torsten Schönhaus, Vater von Max, auf Nachfrage von tennis MAGAZIN. „Durch den Einschlag am Dienstagmittag hat sich alles dramatisch geändert.“
Max Schönhaus: Der DTB half ihm bei der Rückreise
Sein Sohn ist inzwischen wieder in Deutschland. Er bekam schon am Mittwoch einen Linienflug von Dubai nach Frankfurt. „Darüber sind wir sehr froh! Aber ohne die Unterstützung und das außerordentliche Engagement des Deutschen Tennis Bundes wäre es nicht so schnell möglich gewesen. Er ist mit einem regulären Flug, der frei buchbar war, mit der Etihad-Maschine aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgeflogen.“ Der DTB hatte sich in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro um die Flugbuchung gekümmert. Es war ein kurzfristig eingesetzter Flug, der natürlich schnell ausgebucht war.
Der DTB ließ mitteilen, dass man bei der Flugbuchung so gut es ging geholfen habe. Auch Niels McDonald, ebenfalls 18 Jahre alt, saß in der Maschine nach Frankfurt. Er war in der Qualifikation des Challengers in Fujairah angetreten und hatte in der ersten Runde verloren. Er stand an der Seite von Schönhaus aber noch im Hauptfeld der Doppelkonkurrenz. „Wir wollten beide schnell zurückholen“, hieß es von Seiten des DTB.
Für Max Schönhaus, derzeit die Nummer 533 in der Weltrangliste, geht es jetzt erst einmal darum, zur Ruhe zu kommen und die aufregenden Tage in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verarbeiten. Danach wird er sich auf die Sandplatzsaison vorbereiten und in Europa Future-Turniere spielen. Wo genau, steht aktuell noch nicht fest.
