Aryna Sabalenka

Aryna Sabalenka führt derzeit die Weltrangliste mit klarem Vorsprung an.Bild: Imago

Aryna Sabalenka denkt über Dubai-Boykott nach

Aryna Sabalenka sprach am Rande der Miami Open über die Kritik des Turnierdirektors in Dubai. Die Weltranglistenerste denkt über Konsequenzen nach.

Aryna Sabalenka ist die ultimative Hartplatzspezialistin auf der WTA-Tour. 20 ihrer 23 WTA-Titel gewann sie auf Hartplatz. Die Weltranglistenerste hat fast jedes prestigeträchtige Turnier auf Hardcourt gewonnen, darunter die Australian Open, die US Open und die 1000er-Turniere in Indian Wells und Miami.

Das 1000er-Turnier in Dubai fehlt in der Erfolgsliste von Sabalenka. Und es könnte auch bis zum Karriereende so bleiben, denn die 27-Jährige denkt über einen Dubai-Boykott nach. Der Grund: Die Kommentare von Salah Tahlak, Turnierdirektor der Dubai Duty Free Tennis Championships, im Februar.

Aryna Sabalenka: „Für mich ist das zu viel”

„Ich finde das lächerlich. Ich glaube nicht, dass er sich von seiner besten Seite gezeigt hat. Für mich ist es wirklich traurig zu sehen, dass die Turnierleiter und die Turniere uns als Spielerinnen nicht schützen. Ihnen geht es nur um ihre Einnahmen, um ihr Turnier, und das war’s. Seine Äußerung war lächerlich. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach seiner Äußerung jemals dorthin gehen möchte. Für mich ist das zu viel“, sagte Sabalenka vor Beginn der Miami Open. Rumms!

Nachdem die beiden Topspielerinnen, Sabalenka (wegen einer Hüftverletzung) und Swiatek (Änderung ihres Zeitplans), kurz vor Auslosung in Dubai abgesagt hatten, meldete sich Turnierdirektor Tahlak zu Wort und zweifelte indirekt die Verletzung von Sabalenka an. Er bezeichnete die Begründungen der Absagen als „etwas merkwürdig“ und sprach von einer „nur geringfügigen“ Verletzung.

Dubai-Turnierdirektor fordert Punktabzug für Sabalenka & Co.

Nach Sabalenka und Swiatek folgten noch einige weitere kurzfristige Absagen, sodass in Dubai sieben Lucky Loser ins Hauptfeld nachrücken mussten. Tahlak echauffierte sich im Gespräch mit „The National“ über die zu geringen Strafen bei Absagen von Spielerinnen ohne gültige Entschuldigung.

„Ich denke, dass Geldstrafen nichts bringen. Vor vielen Jahren hat Serena Williams zurückgezogen und wurde mit 100.000 Dollar bestraft. Aber was sind 100.000 Dollar? Sie spielt woanders und verdient eine Million. Die Strafe ist also keine große Sache“, sagte Tahlak. Sein Vorschlag: Den Spielerinnen bei einer Absage Punkte für die Weltrangliste abzuziehen – beispielsweise 500 oder gar 1000 Punkte. Dies hätte unmittelbare sportliche Konsequenzen. Tahlak kündigte an, das Thema bei der kommenden WTA-Sitzung in Rom vorzubringen.

Ob Sabalenka nächstes Jahr in Dubai tatsächlich nicht antreten wird, bleibt abzuwarten. Kurz vor der verletzungsbedingten Absage in Dubai postete Sabalenka ein Trainingsvideo in Dubai mit den Worten: „Meine erste Liebe“. Den Boykott eines WTA-Turniers gab es in der Vergangenheit schon mal. Serena Williams und Venus Williams blieben dem Turnier in Indian Wells nach einem rassistischen Vorfall in der frühen Phase ihrer Karriere jahrelang fern. Serena Williams kehrte nach 13 Jahren Boykott nach Indian Wells zurück, Venus nach 14 Jahren.