WTA Finals 2025 – Final Singles

Gewann 2025 die WTA-Finals in Riad: Elena Rybakina schlug Aryna Sabalenka. 2026 wird das Turnier zum letzten Mal in Saudi-Arabien stattfinden.

Keine Vertragsverlängerung: WTA-Finals verlassen Saudi-Arabien

Die WTA-Finals werden 2026 zum dritten und letzten Mal in Saudi-Arabien ausgetragen. Ein neuer Standort für das Saisonabschluss-Turnier steht noch nicht fest.

Die WTA-Tour sucht einen neuen Gastgeber für ihr prestigeträchtiges Saisonabschluss-Turnier, berichtet US-Tennisjournalist Ben Rothenburg in seinem Blog Bounces. Nach zwei Jahren mit einigen Kontroversen verlässt die Damentour am Ende der Saison Saudi-Arabien, obwohl ursprünglich eine Verlängerung des Dreijahresvertrags (von 2024 bis einschließlich 2026) angedacht war. WTA-CEO Portia Archer hatte noch 2025 Interesse bekundet, den Vertrag mit Saudi-Arabien fortzusetzen. Doch dazu kam es nicht.

In einem Statement bestätigt die WTA gegenüber Bounces den Weggang aus Saudi-Arabien: „Wir haben die unglaubliche Chance, die WTA-Finals – ein erstklassiges, globales Premium-Event, das die Besten des Frauentennis präsentiert – an einen neuen Austragungsort zu bringen. Dies ist ein historischer Moment im Frauensport, und wir führen weltweit Gespräche mit potenziellen Partnern. Es wurden noch keine Entscheidungen über einen Austragungsort für die Finals 2027 getroffen, aber wie bei allen Entscheidungen bezüglich der Zukunft der WTA arbeiten wir eng mit den Spielerinnen zusammen und konzentrieren uns darauf, weiterhin eine starke Zukunft für das Frauentennis aufzubauen.“

WTA-Finals ohne Fans in Saudi-Arabien

Klar ist: Die WTA-Finals in Saudi-Arabien waren keine Erfolgsgeschichte, auch wenn das Preisgeld auf 15 Millionen Dollar anwuchs. Die Zuschauerzahlen waren zunächst enttäuschend, auch wenn sie sich 2025 verbesserten. Offizielle Zahlen wurden von der WTA jedoch nie veröffentlicht. Vermutlich aus guten Gründen. Hinzukamen kritische Stimmen aus dem Damentennis.

Martina Navratilova und Chris Evert sorgten etwa 2024 für Aufsehen, als sie sich in einem gemeinsamen Brief und in einem Gastbeitrag in der Washington Post scharf gegen die Austragung der WTA Finals in Saudi-Arabien aussprachen. Sie bezeichneten eine Vergabe dorthin als „signifikanten Rückschritt“ für das Frauentennis und die Rechte der Frauen im Allgemein.

Als neuer Austragungsort soll Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina gut Chancen haben, heißt es in Bounces. Die Stadt geriet schon einmal in die Tennis-Schlagzeilen, als sich Ben Navarro, Vater der Profispielerin Emma Navarro und US-Großinvestor, 2023 die Turnierrechte für das Event in Cincinnati sicherte. Damals drohte er damit, mit dem Turnier nach Charlotte abwandern zu wollen. Es lagen bereits Entwürfe für eine brandneue Tennis-Anlage vor.

Charlotte diente einst als Druckmittel

Letztendlich diente dieser Schachzug aber nur als Druckmittel: Navarro und seine Firma Beemok Capital bekamen von den lokalen Behörden in Cincinnati die gewünschten Mittel – nämlich 135 Millionen Dollar aus Steuergeldern – für eine umfassende Renovierung des bestehenden Geländes.

In den letzten beiden Off-Seasons wurde Charlotte nun zu einer Showkampf-Destination. Carlos Alcaraz, Frances Tiafoe, Madison Keys und Sloane Stephens lockten im Dezember 2024 16.194 Zuschauer an. Das „Charlotte Invitational“ 2025 war mit Venus Williams, Madison Keys, Frances Tiafoe sowie Taylor Fritz besetzt und zog 10.592 Fans an. Beide Events fanden im Spectrum Center statt, Heimat des NBA-Teams der Charlotte Hornets. Die Arena wurde kürzlich für 245 Millionen Dollar renoviert und könnte problemlos als Austragungsort für die WTA-Finals dienen. Die Kapazität beträgt bis zu 19.444 Zuschauer, je nach Konfiguration.

2025: Vier US-Spielerinnen bei den WTA-Finals

Ein Umzug der WTA-Finals in die USA käme zu einem Zeitpunkt, in dem das amerikanische Damentennis so stark ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Mit Amanda Anisimova, Coco Gauff, Madison Keys und Jessica Pegula waren vier der acht Teilnehmerinnen im letzten Jahr US-Amerikanerinnen. Zudem würde das Turnier zu seinen Wurzeln zurückkehren – die ersten 29 Ausgaben fanden in den USA statt, vor allem im legendären Madison Square Garden von New York.

In den letzten Jahren hat das Turnier etliche Ortswechsel erlebt: Nach Stationen in Madrid, Doha, Istanbul und Singapur sollte Shenzhen in China zehn Jahre lang Gastgeber sein. Doch nur eine Ausgabe fand dort statt, bevor die Pandemie und politische Kontroversen rund um die chinesische Spielerin Peng Shuai den Langzeit-Plan scheitern ließen. Danach wurden die WTA-Finals kurzfristig in Guadalajara, Fort Worth und Cancun ausgetragen. 2024 verkündete die WTA schließlich, die nächsten drei WTA-Finals in Riad auszurichten.

Nun steht die WTA steht vor einem Neuanfang: Der Abschied aus Saudi-Arabien ist beschlossene Sache und womöglich kehrt sie nun mit ihrem Premium-Produkt in dessen alte US-Heimat zurück.