Neues Kapitel! Maria Sharapova veröffentlicht eigenen Podcast

Maria Sharapova Bild: Imago

Maria Sharapova war bereits zu ihren Profizeiten eine umtriebige Geschäftsfrau.

Für Maria Sharapova bricht eine neue Ära an: Die ehemalige Nummer eins der Welt veröffentlicht ihren eigenen Podcast „Pretty Tough“.

Am 22. April 2026 veröffentlichte Maria Sharapova erstmals eine Episode ihres neuen Podcasts, den sie zuvor via Instagram (@mariasharapova, @prettytough) am 15. April angekündigt hatte. Anschließend sprach sie mit unterschiedlichen US-Medien über ihr neues Projekt. Sie verrät, was es mit dem Namen „Pretty Tough“ auf sich hat und was Zuhörer in den nächsten Wochen erwarten können. Außerdem spricht sie über ihr Leben nach ihrer erfolgreichen Tenniskarriere, die sie im Februar 2020 beendet hatte.

Sharapova: „Meine Mentalität war pretty tough“

„Pretty tough (zu deutsch: ziemlich taff) ist eine Mentalität, die meine Karriere über viele Jahre lang ausgemacht hat“, sagt Sharapova in der US-amerikanischen Today-Show. Die ehemalige Nummer eins war vor allem für ihre geballte Faust nach gewonnen Punkten bekannt. Dieses charakteristische Merkmal spielt auch in ihrem Podcast eine große Rolle. Es geht um weiblichen Ehrgeiz und darum, sich für diesen nicht zu entschuldigen. „Jetzt darf ich unglaubliche Frauen interviewen, die tolle Dinge in ihrem Leben erreicht haben“, schwärmt Sharapova.

 

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Der erste Gast in Sharapovas wöchentlichem Format ist die Oscar-Preisträgerin Zoe Saldaña. Die US- amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin mit dominikanischen Wurzeln spricht unter anderem über ihre Reise: von einer jungen Balletttänzerin im New Yorker Stadtteil Queens hin zu einer berühmten Persönlichkeit in Hollywood.

 

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Sharapova gibt in der Today-Show einen Einblick in Folge eins mit Zoe Saldaña. „Wir sehen oft nur die starken Momente, in denen man die Trophäe in der Hand hält (oder in Zoes Fall den Oscar)“, erklärt Sharapova. Die starken Momente können für Zuschauer beeindruckend wirken, doch es stecke mehr dahinter: „Wenn man die Trophäe in der Hand hält, blickt man zurück und denkt: `Ich bin stolz, dass ich durch diese Unsicherheiten gegangen bin und das erreicht habe`.“ Das sei die ehrliche Wahrheit hinter großen Erfolgen. Es gehe um mentale Stärke und darum, Herausforderungen anzunehmen.

Neue Folgen des Video-Podcasts erscheinen jeden Mittwoch auf unterschiedlichen Streaming-Plattformen. Menschen zu interviewen mache Sharapova Spaß. „Ich war immer auf der anderen Seite. Ich war immer diejenige, die Fragen beantwortet hat“, erzählt die 39-Jährige. Besonders toll seien die Gespräche bei denen sie nicht auf ihre Notizen schaue und die Gäste anfingen, Geschichten zu erzählen, berichtet die ehemalige Weltranglistenerste in der Today-Show. Auf die Frage, wer ihr Traumgast bei „Pretty Tough“ wäre, hat Sharapova eine schnelle Antwort: „Madonna!“

Das Streben nach Erfolg – ohne Entschuldigung

„Ich möchte mit den Frauen sprechen, die sich selbst die Erlaubnis gegeben haben, (…) an mehr zu glauben, als an das, was andere von ihnen denken.“ Das sagt Maria Sharapova in dem offiziellen Trailer ihres neuen Podcasts – genau darum ginge es in „Pretty Tough“: um „das Streben nach Erfolg, ohne Entschuldigung“

Es geht um die Vielseitigkeit von Frauen. Damit spielt auch der Podcast-Name „Pretty“ „Tough“. In der US-amerikanischen „the Daily Show“ spricht Sharapova darüber, als Frau verschiedene Facetten zu haben: Tough auf dem Platz zu sein, ein Team anzuleiten, gleichzeitig elegant, verletzlich, soft und mütterlich zu sein – all das könne co-existieren. „Ich musste mich oft für das eine oder das andere entscheiden“, sagt Sharapova im Rückblick auf ihre Karriere. 

Ihr Ruf, kalt zu sein, sei der Preis für den Erfolg gewesen

Mit Gayle King, der Co-Moderatorin von CBS Mornings und Redakteurin von Oprah Daily, spricht Sharapova in New York City darüber, was dieser Ehrgeiz für Sie bedeutet hat. Abseits des Platzes sei sie oft für ihren eisernen Willen kritisiert worden: Das Ballen einer Faust sei einschüchternd, In Pressekonferenzen solle sie „softer“ wirken. Über ihren weiblichen Ehrgeiz sollte eine Art „Filter“ gelegt werden, so Sharapova. Ihr Ruf „kalt“ zu sein, sei der Preis gewesen,  den sie für ihren Ehrgeiz als Frau zahlen musste. Aber genau diese „ziemlich starke“ Mentalität, habe ihr zu unglaublichen Siegen verholfen. „Ich war so fokussiert auf etwas, dass ich so sehr geliebt habe“, sagt Sharapova in New York.

Ihr Fokus und ihre Zielstrebigkeit haben sie an die Spitze des Damentennis gebracht. 2001 begann Sharapova ihre Profikarriere und gewann insgesamt fünf Grand Slam-Titel im Einzel (Wimbledon 2004, US Open 2006, Australian Open 2008, French Open 2012 und 2014). Dabei gehört sie zum exklusiven Kreis der Spielerinnen, die den Karriere-Grand Slam komplettierten. Insgesamt gewann sie 36 WTA-Einzeltitel und 3 WTA-Titel im Doppel. Zudem erkämpfte sie sich 2012 die Silbermedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen in London. Insgesamt verbrachte die fünffache Grand Slam-Siegerin 21 Wochen auf Rang eins der Weltrangliste.

Zielstrebigkeit, Teamwork und Resilienz

Auf die Frage von Gayle King, ob Tennis Sharapova die Disziplin gegeben habe, ihr Imperium aufzubauen, antwortet diese mit: „zu 100%!“ Die Russin habe dem Sport viel zu verdanken: „Ich habe so viel gelernt.“ Dazu zählen: Zielstrebigkeit, Teamwork und Resilienz. „Jeden Tag lernt man im Sport eine neue Lektion“, so die 39-Jährige.

 

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„Ich habe schon mit Anfang 20 über das nächste Kapitel nachgedacht“

In der Today-Show verrät Sharapova, dass sie die Idee für einen Podcast schon lange im Kopf gehabt habe. Gemeinsam mit Vox Media habe sie über ein Jahr an „Pretty Tough“ gearbeitet.

Die fünffache Grand Slam-Siegerin habe sich allgemein früh Gedanken, um Perspektiven nach dem Beenden ihrer Profi- Karriere gemacht. Seit dem Karriereende 2020 ist Maria Sharapova erfolgreiche Unternehmerin und Investorin. Ihre Premium- Süßwarenmarke „Sugarpova“ gründete sie bereits 2012.

2022 begann ein weiteres Kapitel für den ehemaligen Tennis-Star: Maria Sharapova wurde Mutter eines Sohnes. In New York sagt Sharapova: „Mutter zu sein, ist der beste und härteste Job der Welt.“ Es sei ihr wichtig, ihren Sohn Theodore, der mittlerweile dreieinhalb ist zu ermutigen, einzigartig zu sein, Dinge anders zu machen und „herauszustechen“.

Denn Sharapova erinnert sich an den Beginn ihrer Karriere: „Wir sind in Miami gelandet mit einem großen Traum.“ Die ehemalige Profispielerin fügt hinzu: „Ich habe es geliebt anders zu sein. Ich habe es geliebt einzigartig zu sein.“ 1994 zog die damals siebenjährige Sharapova mit ihrem Vater (Yuri Sharapov) nach Florida, um ihre Tenniskarriere zu starten. Ihre Mutter konnte durch Probleme mit ihrem Visum erst zwei Jahre später in die USA einreisen.

August 2025: Serena Williams führt Sharapova in die Hall of Fame ein

Der Traum einer Profikarriere im Tennis wurde zur Realität. Im August 2025 wurde Sharapova in die International Tennis Hall of Fame in Newport eingeführt – und das von niemand geringerem als Serena Williams. Gegenüber Gayle King sagt Sharapova: „Sie war die erste Person, die mir in den Sinn kam.“ Sharapova habe über eine Stunde mit Williams telefoniert. Das Thema „Hall of Fame“ sei erst in den letzten fünf Minuten aufgekommen. Zuvor tauschten sich die beiden ehemaligen Rivalinnen über das Leben, ihre Karrieren, ihre Kinder und ihre Unternehmen aus.

Gegen Serena Williams habe Sharapova „einige ihrer härtesten Momente und größten Erfolge“ erlebt. Einer dieser Erfolge war Sharapovas erster Grand Slam-Sieg: Im Jahr 2004, im Alter von nur 17 Jahren, gewann Sharapova in Wimbledon gegen Williams.

 

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Gayle King zitiert im Interview den ehemaligen Basketballspieler Michael Jordan: „Seinen Kampfgeist verliert man nie.“ Auf Kings Frage, wie Sharapova diesen Satz auf sich beziehen würde, antwortet diese humorvoll, dass sie ihre Faust nicht mehr so oft balle wie früher.

Tennis spiele sie nicht mehr regelmäßig. In Folge eins von „Pretty Tough“ erklärt sie, dass es sich nicht mehr so anfühle wie früher, als sie an der Spitze stand. Trotzdem liebe sie Tennis noch immer.

Die Frage, ob es etwas im Leben gäbe, dass ihr die gleiche Aufregung und Freude bringe wie ein Grand Slam-Turnier, beantwortet Sharapova mit „leider nein.“ So viele Dinge kämen bei einem Grand Slam-Sieg zusammen: die harte Arbeit, ein tolles Team und im finalen Moment etwas Glück. All das wandle sich in Freude um. „Also nein“, antwortet Sharapova:“Es gibt nichts vergleichbares, aber das ist okay“. Das mache den Sport für sie so besonders.

All diese Erfahrungen und Lektionen, von denen Sharapova erzählt, deuten auf spannende Gespräche in den kommenden Podcast-Folgen von „Pretty Tough“ hin.

Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU Akademie