Rafael Nadal, Roger Federer

Ein Finale, das das ­Herrentennis ­veränderte: Das Rom-Endspiel 2006 zwischen Roger Federer und Rafael Nadal dauerte 5:06 Stunden. Es ist einer der Gründe, warum auf der ATP-Tour kein Best-of-Five mehr gespielt wird.Bild: Imago

Federer vs. Nadal: Das Rom-Finale, das die Tenniswelt veränderte

Vor 20 Jahren spielten Roger Federer und Rafael Nadal in Rom ein denkwürdiges Finale. Die Folge: signifikante Änderungen im Herrentennis.

Die schlechte Nachricht verbreitete sich auf der Turnieranlage am Rothenbaum wie ein Lauffeuer. Die beiden Topspieler Roger Federer und Rafael Nadal sagten für das Masters-Turnier in Hamburg kurzfristig ab und sorgten somit für gewaltige Enttäuschung bei Zuschauern und dem Veranstalter. Der Absagegrund: Erschöpfung. Federer und Nadal hatten am Vortag in Rom eines der denkwürdigsten Matches der Tennisgeschichte gespielt und hätten am Dienstag bereits ihr Auftaktmatch in Hamburg bestreiten müssen. 

Das Endspiel für die Geschichtsbücher endete nach 5:06 Stunden Spielzeit in Rom zugunsten von Nadal – 6:7, 7:6, 6:4, 2:6, 7:6. Dabei führte Federer im fünften Satz mit 4:1 und hatte bei 6:5 zwei Matchbälle. Ein weiteres Mal konnte Federer das Rätsel Nadal auf Sand nicht lösen. Es war der 53. Sieg in Folge auf der roten Asche für den Spanier. So herzlich und freundschaftlich es später zwischen Federer und Nadal zuging, so unterkühlt war das Verhältnis zwischen den beiden zu Beginn der Karriere. Nach der bitteren Niederlage bezeichnete Federer Nadals Spielweise als „eindimensional“. Nadal konterte: „Er muss lernen, auch dann ein Gentleman zu sein, wenn er verliert.“ 

Federer vs. Nadal in Rom 2006: Abschaffung von Best-of-five

Das Marathonfinale in Rom führte zum ­Umdenken bei den ATP-Bossen. Um Absagen der Topstars, vor allem bei Masters-Turnieren wie damals in Hamburg, vorzubeugen, gab es signifikante Veränderungen auf der ATP-Tour. Zum damaligen Zeitpunkt war es üblich, dass die meisten Endspiele bei den Masters-­Turnieren sowie einige Finals bei heutigen 250er­- und 500er-Events über drei Gewinnsätze gespielt wurden. Der Best­-of­-Five­-Modus wurde auch wegen der epischen ­Partie zwischen Federer und Nadal abgeschafft. 

Bei der ATP-WM 2007 in Shanghai wurde schließlich zum bislang letzten Mal im Endspiel eines ATP-Turniers über drei Gewinnsätze gespielt. Aber nicht nur das: Die ATP verkleinerte das Teilnehmerfeld bei den Mas­ters­-Turnieren und führte Freilose in der ersten Runde für die Top 8 der Setzliste ein, um ihre Stars zu schützen und das Antreten bei den großen Turnieren zu erleichtern.

Für die Zuschauer in Hamburg kam es ein Jahr später zu einem Happy End. Sowohl Federer als auch Nadal traten nicht nur am Rothenbaum an, sie erreichten beide das Finale, das ebenfalls in die Historie einging. Federer beendete mit seinem Turniersieg die 81 Matches andauernde Siegesserie von Nadal auf Sand.