Iga Swiatek beendet ihre Saison vorzeitig. In einem Instagram-Statement teilt sie die Hintergründe ihrer Entscheidung.
„Das war eines der anspruchsvollsten Jahre meiner Karriere, geprägt von vielen Herausforderungen, Veränderungen und Lektionen“, schrieb Iga Swiatek auf Instagram (@iga.swiatek).
Holpriger Start in die Saison
Die Saison begann für die Polin mehr oder weniger frustrierend auf dem Hartplatz. In Melbourne musste sie sich im Viertelfinale der späteren Australian Open-Siegerin Elena Rybakina geschlagen geben. Auch in Doha und Indian Wells schaffte Swiatek es nicht über das Viertelfinale hinaus. In Miami verlor sie dann das polnische Duell in ihrem Auftaktmatch gegen Magda Linette.
Auch auf einem ihrer stärksten Beläge, wenn nicht sogar dem stärksten Belag, Sand, fand die 25-Jährige nicht zu ihrer Bestform. Ihr größter Erfolg war dabei das Halbfinale beim Masters in Rom.
Kein Paris-Wunder und keine Titelverteidigung in Wimbledon
In Roland Garros musste sie sich dann erneut früh geschlagen geben. Im Achtelfinale verlor sie gegen die Siegerin der Madrid Open, Marta Kostyuk. 2020 feierte Swiatek ihren ersten Grand Slam-Sieg überhaupt auf der roten Asche. Paris-Siege folgten in den Jahren 2022, 2023 und 2024. Im Jahr 2022 gewann sie zudem die US Open in New York.
Insgesamt ist die 25-Jährige bereits sechsfacher Grand Slam-Champion. In der vergangenen Saison triumphierte sie auf dem heiligen Rasen in Wimbledon. Die Titelverteidigung gelang ihr jedoch nicht. In der dritten Runde musste sie sich der Philippinerin Alexandra Eala in zwei Sätzen geschlagen geben. Bereits im Vorfeld des Rasen-Klassikers sagte Swiatek, dass sie die Titelverteidigung realistisch angehen wolle. Ihre Ausgangslage sei eine andere, als in der Saison zuvor.
Swiatek: „Ich bin zuversichtlich“
Mit den angesprochenen Veränderungen könnte Swiatek unter anderem den Wechsel in ihrem Team gemeint haben. Im April engagierte die Polin den Spanier Francisco Roig als neuen Coach. Roig ist bekannt durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Tennis-Legende Rafael Nadal. Zuvor wurde die vierfache Roland Garros-Siegerin von Wim Fissette trainiert.
Bild: ImagoArbeitet seit April mit dem Spanier Francisco Roig zusammen: Iga Swiatek.
Trotz den vielen, für ihre Verhältnisse, frühen Niederlagen bei Turnieren zeigte sich Swiatek in ihrem Statement zuversichtlich bezüglich der Änderungen. „Ich bin besonders stolz auf die Arbeit, die wir in der zweiten Jahreshälfte geleistet haben und auf die damit verbundenen Fortschritte. Das gibt mir viel Zuversicht für die Zukunft“, schrieb sie auf Instagram.
Lichtblick: Titel in Toronto
Der Lichtblick der Saison: der Sieg beim WTA-1000-Turnier bei den National Bank Open in Toronto. Im Finale setzte sich die Polin gegen Elena Rybakina mit 6:2 und 6:3 durch. Swiatek war in den vorherigen Monaten online vermehrt dafür kritisiert worden, als ehemalige Nummer eins nicht mehr mit den Besten mithalten zu können. Auch die Strukturen und Veränderungen in ihrem Team wurden auf Social Media und in Schlagzeilen kommentiert und kritisiert.
Bereits in Kanada beschrieb Swiatek die laufende Saison als die „wahrscheinlich härteste“ ihrer Karriere. Den Titel widmete sie dann „allen, die mit ungerechter Beurteilung und Hass zu kämpfen haben“.
Polnisches Duell mit Chwalinska
Die darauffolgenden Turniere verliefen wechselhaft. In Cincinnati erreichte sie das Halbfinale, beim letzten Grand Slam des Jahres, den US Open, das Achtelfinale. In Peking musste sie sich im Viertelfinale geschlagen geben. Im polnischen Duell mit Maja Chwalinska beim WTA-1000-Turnier in Wuhan musste sich Swiatek letztendlich nach zwei Sätzen geschlagen geben.
Trotz medical Timeout und dem Rat des Physiotherapeuten, das Match zu beenden, spielte Swiatek die Partie zu Ende. In der anschließenden Pressekonferenz sagte die 25-Jährige, dass sie nicht verletzungsbedingt aufgegeben habe, damit ihre Kontrahentin den Sieg „ganz normal auf dem Platz gewinnen konnte“. Die beiden Polinnen trainieren seit jungen Jahren zusammen und feierten im Juniorinnen-Alter gemeinsame Erfolge im Doppel. Chwalinska gewann letztendlich das Turnier in China und erreichte durch ihrem ersten WTA-1000-Titel einen neuen Meilenstein in ihrer Karriere. Aktuell steht Chwalinska auf Rang elf, Swiatek auf Rang neun.
Swiatek: „Die letzten Jahre waren intensiv“
Für Swiatek war das Halbfinal-Match in Wuhan das letzte der Saison. „Die letzten Monate, oder eigentlich die letzten paar Jahre, waren unglaublich intensiv und ich habe das Gefühl, dass ich mich erholen und meinen Körper wieder vollständig regenerieren muss. Genau das werde ich also tun, diesmal etwas länger“, schrieb die ehemalige Nummer eins der Welt in ihrem Statement. Außerdem teilte sie mit: „Ich habe beschlossen, meine Saison hier zu beenden, was bedeutet, dass ich in diesem Jahr keine Turniere mehr bestreiten werde.“
Damit verpasst die Polin in diesem Jahr die WTA-Finals in Indian Wells. Qualifiziert war sie in dieser Saison noch nicht. Mit dem vorzeitigen Saison-Aus nahm sie sich selbst aus dem Rennen um die Teilnahme am prestigeträchtigen Finale zum Jahres-Abschluss. 2023 gewann Swiatek die Finals in Cancun (Mexiko).
„Ich werde mit Leidenschaft und Motivation zurückkommen, um mich weiter zu verbessern. Danke, dass ihr mir die Treue gehalten habt, bis bald! „, damit schloss Swiatek ihr Instagram-Statement ab. Fans der Polin hoffen auf ein Swiatek-Comeback 2027. Dafür spricht: Aus der Saison 2026 hat sie im nächsten Jahr deutlich weniger Punkte zu verteidigen als aus den Jahren zuvor.
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.