Maria Sakkari: „Man kann sich immer verbessern“
Vor vier Jahren war Maria Sakkari die Nummer drei der Welt. 2017 feierte sie in Wuhan ihren internationalen Durchbruch und erreichte das Halbfinale. Bei den diesjährigen Wuhan Open stand ihr Name wieder in den Schlagzeilen. 2026 erreichte sie das Viertelfinale.
Als Maria Sakkari bei den Wuhan Open 2017 ins Halbfinale kam, stand sie erstmals auf der großen Bühne. Neun Jahre später betitelte sie das Turnier in China als ihren Durchbruch. Als Nummer 80 der Weltrangliste spielte sie sich damals über die Qualifikation bis ins Halbfinale. Durch diesen Lauf erreichte sie erstmals in ihrer Karriere die Top 50 der Weltrangliste. Während des Turniers verzeichnete sie zudem ihren ersten Top Ten-Sieg. In Runde zwei hatte sie Caroline Wozniacki besiegt. „Dieser Ort hat einen besonderen Platz in meinem Herzen“, sagte Sakkari laut der WTA am Dienstag in Wuhan.
(Fast) zurück zu alter Stärke
In diesem Jahr kehrte sie zurück nach Wuhan – zurück zu alter Stärke? Fast! Nach Siegen über Donna Vekic, Marta Kostyuk (aktuell Nummer zehn der Welt) und Mia Pohankova erreichte die Griechin das Viertelfinale. Ein erneuter Halbfinaleinzug wurde dann von der diesjährigen Paris-Finalistin Maja Chwalinska verhindert, die das Match in drei Sätzen (6:0, 3:6 und 7:5) gewinnen konnte.
Maria Sakkari steht aktuell auf Rang 35 der Weltrangliste. Ihr bestes Ranking, Nummer drei der Welt, erreichte sie im März 2022. Damit und durch weitere Meilensteine gilt sie als erfolgreichste griechische Tennisspielerin. Sakkari stand lange Zeit unter den Top Ten-Spielerinnen der Welt. Oft wurde der Griechin vorgehalten, trotz ihres hohen Rankings nur zwei WTA-Turniere gewonnen zu haben. 2019 siegte sie beim WTA-250-Turnier in Rabat, den Marokko Open.
Sakkari: „Ich bin zufrieden mit meiner Karriere“
In der Dokuserie „Breakpoint“ auf Netflix gab Sakkari genaue Einblicke in ihr Mindset und den Druck, erneut einen Titel auf der Tour zu gewinnen. Auch im „Tennis Insider Club“-Podacast von der ehemaligen französischen Profispielerin Carolina Garcia, sprach sie während der Saison 2024 über diese Hürde. „Ich werde mich nicht vor dem Problem verstecken, dass ich vier Jahre lang damit zu kämpfen hatte, ein Turnier zu gewinnen. Bis zu Guadalajara fiel es mir schwer, meine Angst und den Stress in den wichtigen Momenten zu kontrollieren“, erklärte sie damals.
Ihren ersten Titel auf der 1000-Ebene gewann Sakkari dann im September 2023 in Mexiko bei den Guadalajara Open und konnte damit eine mentale Hürde überwinden. Mittlerweile gehört das Turnier der WTA-500-Kategorie an. Mittlerweile störe die Griechin der Vorwurf, sie habe nur zwei Titel gewonnen, nicht mehr. „Ich bin zufrieden mit meiner Karriere. Ich bin mit mir selbst zufrieden. Es ist mir egal, wenn Leute sagen, ich hätte nur zwei Turniere gewonnen. Sie haben keins gewonnen.“ Profispieler performen bekanntlich auf einer öffentlichen Bühne. Kritik, zum Teil auch Hass, bleibt dabei nicht aus. Diesbezüglich sagte die 31-Jährige: „Letztendlich können die Leute sagen, was sie wollen. Mittlerweile ist es mir egal, was sie sagen. Es hat lange gedauert, bis ich an diesem Punkt angekommen bin.“

Gewann in ihrer Karriere zwei WTA-Titel: Maria Sakkari.Bild: Imago
Zu weiteren Erfolgen der Griechin zählen zwei Halbfinal-Teilnahmen bei Grand Slam-Turnieren. 2021 erreichte sie bei den French Open das Halbfinale, welches sie gegen die spätere Roland Garros-Siegerin Barbora Krejčíková verlor. Auch bei den US Open 2021 stand sie im Halbfinale, in welchem sie sich Emma Raducanu geschlagen geben musste, die in diesem Jahr einen unglaublichen Lauf von der Qualifikation bis zum Titel hinlegte.
Als erste Griechin überhaupt, qualifizierte Sakkari sich für die prestigeträchtigen WTA Finals am Ende der Saison in den Jahren 2021 und 2022. 2021 erreichte sie dabei das Halbfinale. Insgesamt stand sie elfmal im Einzel-Finale von WTA-Turnieren. Darunter beispielsweise zwei Mal in Indian Wells (2022 und 2024). 2026 erreichte sie das Endspiel ihres Heimat-Turniers in Athen. Damit trat sie in die Fußstapfen ihrer Mutter, die ebenfalls als Profi auf der Tour spielte. Angeliki Kanellopoulou stand 1986 ebenfalls im Finale in der griechischen Hauptstadt. Kanellopoulou erreichte 1987 Rang 43 der Weltrangliste.
Sakkari: „Ich habe vielen Leuten das Gegenteil bewiesen“
Über den Einfluss ihrer Mutter auf ihre eigene Karriere sprach Sakkari ebenfalls im Podcast von Caroline Garcia. „Ich glaube unsere Beziehung ist sehr gesund, weil sie vor allem meine Mutter ist“, erklärte die griechische Profispielerin. So habe sie Tipps von ihrer Mutter erhalten, diese habe sich jedoch nicht in das Training mit Sakkaris Coaches eingemischt. Es habe Vor- und Nachteile, wenn die eigene Mutter ebenfalls Profi war, erzählte Sakkari. Sie sei in Griechenland lange als „die Tochter von …“ bezeichnet worden. „Ich hatte diesen Druck auf meinen Schultern, dass ich es aus eigener Kraft schaffe. Ich habe vielen Leuten das Gegenteil bewiesen, denn viele sagten, ich sei nicht gut genug, um Tennisspielerin zu werden und als ich es geschafft habe, die Nummer drei zu werden dachte ich: ˋIch hoffe, dass ich damit alle zum Schweigen bringen kannˋ“, erzählte Sakkari.

War 2022 die Nummer drei der Welt: Maria Sakkari.Bild: Imago
In dem Format „When Passion meets Performance“ der WTA gab Sakkari vor Beginn der laufenden Saison (das YouTube-Video wurde im Januar veröffentlicht) Einblicke in ihre Saison-Vorbereitung und ihr Mindset. Die Griechin startete die Saison auf Weltranglistenplatz 52.
Die Vor- und Nachteile des Perfektionismus
„Perfektionist zu sein hat sowohl gute, als auch schlechte Seiten: Man möchte immer mehr erreichen, man möchte immer besser werden, man ist hart zu sich selbst, was manchmal negativ sein kann, aber ich glaube, dass mich das an die Spitze gebracht hat, es ist Teil meines Charakters, der mich hoffentlich wieder dorthin zurückbringen wird, wo ich einmal war“, sagte Sakkari im WTA-Format, das interessante Einblicke in Sakkaris Training mit Coach Tom Hill gibt. „Tom hat mir andere Spieler gezeigt, die genau das machen, woran wir arbeiten, wie die Beinarbeit und den Aufschlag“, erklärte die Griechin. Als Beispiel nannte sie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner.
Außerdem sagte sie: „Es ist faszinierend, sich jeden Tag verbessern zu können, egal in welcher Phase der Karriere man sich befindet. Manche glauben, man könne sich nur als junger Nachwuchsspieler verbessern. Ich glaube, dass man sich auch als erfahrener Spieler verbessern kann.“
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
