Matze Knop

bitte lächeln: Matze Knop, einer der bekanntesten Comedians Deutschlands, spielt auch Tennis.Bild: Boris Breuer Fotografie

Matze Knop: „Mein Aufschlag kommt immer“

Matze Knop, Comedian und Talkshow-Host, über seine ­Tennis-Qualitäten, Erinnerungen an Boris Becker und einen besonderen Tennisplatz.

Herr Knop, als „Matze“ kennt jeder Ihre Parodien von Fußballspielern. Wie ist Ihr Kontakt zur Sportart Tennis?

Mein Vater war Fußballtrainer, mein Onkel war Fußballtrainer. Ich habe immer Fußball gespielt. Aber irgendwann in meiner Jugend oder Kindheit, mit zehn, elf oder zwölf, hatte ich Tennistraining bei Uwe Erkenbrecher. Ich weiß nicht, ob man den noch kennt. Der war mal Fußball-Bundesligatrainer und auch Fußballtrainer bei Borussia Lippstadt. Nebenbei hat er in der angrenzenden Tennishalle Tennistraining gegeben.

Und Sie waren dabei?

Genau. Irgendwann sagte der Uwe Erkenbrecher zu mir: Matze, wenn ich dir mal was sagen darf, ich habe dich ja auch Fußballspielen gesehen, weil du ja in unserem Verein bist. Also wenn ich dir einen Rat geben darf: Ich würde auf Tennis setzen. Er meinte, ich hätte im Tennis mehr Talent. Er sagte: Du hast wirklich eine gute Vorhand, eine gute Rückhand, ein sehr gutes Ballgefühl und eine gute Übersicht. Das hat mich natürlich motiviert, sodass ich einige Tennisstunden bei ihm absolviert habe.

Wie ging es weiter?

Irgendwann habe ich die Tennisstunden aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft, mit Schule und so weiter. Aber ein bisschen habe ich dann immer noch Tennis gespielt. Ich habe mich immer mit Freunden getroffen und gerade in der Abiturzeit war es dann so, dass ich wirklich viel Tennis gespielt habe. Wir trafen uns nachmittags in einer Lerngruppe. Da haben wir erst gelernt und danach für zwei Stunden einen Tennisplatz gemietet. Ich hatte ja Sportabitur. Tennis gehörte dazu. In meiner Verwandtschaft gab es sogar mal jemanden, der einen eigenen Tennisplatz hatte. Da wuchs schon Unkraut drauf und keiner hat gespielt. Außer ich. Ich hatte meinen eigenen Schlüssel.

Sind Sie der Filzkugel treu geblieben?

Der Tennissport hat mich immer begleitet. Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern früher, wenn sie überhaupt gemeinsam Sport gemacht haben, sich einen Tennisplatz gemietet haben. Da bin ich dann immer rumgeflitzt, habe als Balljunge die Bälle eingesammelt. Im Urlaub spiele ich heute immer noch Tennis und leih’ mir auf jeden Fall auch einen Schläger aus. Uwe Erkenbrecher hatte recht: Wenn man Fußballspieler ist, hat man ein gewisses Ballgefühl, davon profitiert man im Tennis. Und dann ist es so: Ich wohne ja in Lippstadt, das ist von Halle/Westfalen nicht allzu weit weg. Da schaue ich dann auch schon mal vorbei, wenn es zur Sache geht.

Sie sind Jahrgang 1974 und damit ein Kind des Becker-Booms, richtig?

Ich gehe mal davon, das könnte so ungefähr passen. Der Boris war 17. Da haben ja alle angefangen.

Haben Sie dann im Fernsehen auch alles verfolgt?

Ja selbstverständlich habe ich das verfolgt. Ich kann mich noch an legendäre Matches erinnern. Eins war in Hartford gegen John McEnroe. Das muss so 1987 gewesen sein.

Exakt.

Als Boris Wimbledon gewonnen hat, da war ich mit meinen Eltern im Urlaub in Holland. In so einem Wohnwagen in Zandvoort. Also nicht in Hartford, sondern in Zandvoort. Später habe ich für Radio Bielefeld arbeiten dürfen. Da haben wir die Gerry-Weber-Open immer begleitet, manchmal auch mit mir als Tennis-Reporter. Dadurch, dass ich selbst den Schläger geschwungen habe, wusste ich ein bisschen Bescheid und habe mich entsprechend vorbereitet.

Gab es einen Lieblingsspieler?

Boris und Steffi Graf. Die fanden wir schon immer geil. John McEnroe war cool, wenn er rumgemotzt hat. So einen Bösewicht wollte jeder sehen. Wen gab es noch: Mats Wilander und Ivan Lendl. Andre Agassi war der erste, der durch seine Klamotten auffiel. Später war Rafael Nadal ein geiler Spieler. Mir fällt noch etwas ein…

Bitte

2007 war ich beim Davis Cup-Match in Moskau dabei. Eine Firma hatte mich als Franz Beckenbauer gebucht. Am Center Court habe ich nicht den Fußball-Kaiser, sondern den Tennis-Kaiser gemacht. 2008 oder 2009 traf ich Roger Federer. Ich bin ja Schirmherr bei dem Verein „Kinderlachen e.V.“. Federer hatte sich damals auch sozial engagiert. Ein netter, sympathischer Typ und eine Maschine auf dem Platz. Mit Federer und Nadal war es wie mit Messi und Ronaldo. Also entweder Nadal oder Federer, viel gab es sonst nicht. Ich glaube, so etwas braucht eine Sportart. Es steht und fällt immer mit Ikonen. Zu Boris‘ Zeiten war er unser Mann. In der Formel 1 gab es Michael Schumacher und bei der Tour de France Jan Ullrich.

Hat Alexander Zverev das Zeug zu einer Ikone?

Ich glaube, das liegt weniger an ihm selbst als an der Zeit. Dasselbe haben wir im Fußball auch. Die Jungs sind mittlerweile sehr kontrolliert. Die Interviews sind sehr reduziert, wenn es um Schimpftiraden geht. Das Mediale hat sich verändert. Früher hattest du zwei, drei Fernsehsender, heute hast du gefühlt 30 Sender und da kann es schon mal passieren, dass du ein Halbfinale von den US Open verpasst. Das macht es für die Jungs ein bisschen schwerer, zu einer Ikone zu werden. Und mir fehlt heute manchmal ein bisschen die Show wie bei Agassi.

Also bietet Tennis für einen Comedian wenig Stoff?

Ja, auch weil man, wenn früher Tennis im Fernsehen lief, nicht daran vorbeikam. Jetzt wird es sogar beim Fußball immer schwieriger, weil man eigentlich nur noch die Spieler von Bayern und von Dortmund kennt. Und Freiburg, jetzt wo sie mal international dabei sind, sagt man, naja, da spielt heute der Ginter, aber der ist auch schon seit 15 Jahren dabei. Und alles, was bei Union Berlin und Wolfsburg und Bremen und Hamburg rumkriecht und fleucht, das weiß man gar nicht. Und deswegen, glaube ich, wenn wir über Comedy und Parodie sprechen, hätte der Zverev Tennis das größte Potenzial. Ich glaube, er müsste dann nur ein bisschen weniger Coolness und etwas mehr Leidenschaft haben. Aber das sagt sich so einfach. Das ist auch eine Typfrage.

Für eine Parodie ist er zu langweilig?

Profisport ist nichts anderes als Entertainment. Ohne Zuschauer wird das niemanden interessieren. Am Ende macht man es fürs Publikum. Ein Ronaldo ist ein perfektes Beispiel. Wenn er sich die Oberschenkel einölt und nochmal das T-Shirt auszieht, dann regen sich zwar viele drüber auf, aber er hat es total verstanden.

Noch einmal zurück zum eigenen Spiel. Was sind Ihre Stärken?

Was immer gut kommt, ist bei mir der Aufschlag. Die Rückhand habe ich auch ganz gut im Griff. Aber sobald es um Punkte geht, bin ich der Kandidat, der immer bei der Vorhand gerne entweder nicht genug in die Knie geht oder ich versuche den Ball zu knapp übers Netz zu schlagen. Andererseits bin ich ein Kämpfer. Das war ich immer schon. In einem Match kämpfe ich mich auch grundsätzlich wieder zurück. Wenn ich 0:4 zurückliege, gebe ich nicht auf. Ich ärgere mich weniger darüber, dass der Gegner führt, sondern dass ich die Bälle nicht vernünftig rüberspiele. Beim Golf spiele ich auch mal drei, vier Löcher richtig geil und dann geht nichts mehr. Das ist bei mir beim Tennis ein bisschen auch so.

Ihnen fehlt die Konstanz?

Ja. Ich habe Phasen, wo ich denke: Alter, da geht gar nix. Und dann kommen plötzlich vier Spiele, wo ich denke: Respekt, also wenn jetzt der Djokovic kommt, muss er sich warm anziehen.

INFO MATZE KNOP ON TOUR

„Spitzenreiter – Wo wir sind ist vorne!“

So heißt das Bühnenprogramm von Matze Knop. Zusammen mit seinem neuen Pferdebuddy reitet er wagemutig durch den Wahnsinn unseres Alltags.

Von künstlicher Intelligenz über Selbstbedienungskassen zum Leid eines gebeutelten SUV-Fahrers, wie Matze selbst einer ist, hin zur Dinkel-Dörte auf ihrem Lastenfahrrad und Politikern, die sich in ihren eigenen Aussagen verheddern wie Kabel-Kopfhörer im Rucksack.

 Und was wäre Matze ohne Fußball? Ob Champions League oder Kreisliga, ob VAR-Drama oder Traumtor – Matze verwandelt jede Pointe so sicher wie Messi einen Elfmeter. Mit scharfem Blick und jeder Menge Humor nimmt er die großen und kleinen Absurditäten des schönsten Sports der Welt aufs Korn und hat dabei die WM 2026 fest im Visier. Da dürfen dann die unverkennbaren Parodien von Matze wie Kloppo, Jogi, Ronaldo, Lodda und Diedää nicht fehlen.

Eines ist in Matzes Show jedenfalls sicher: Hier gleicht kein Abend dem anderen. Spontan, schlagfertig und immer nah am Publikum nimmt er jede Situation mit, die sich ihm bietet. Improvisation, Interaktion und jede Menge Überraschungen gehören bei ihm fest zum Konzept. Sein Publikum ist immer mittendrin, statt nur dabei – ob Fußball, Parodien, Politik oder popkulturelle Kapriolen.

 Termine unter: https://matzeknop.de/