Aryna Sabalenka

Aryna Sabalenka: 10 Dinge über die Durchstarterin

Entwickelt sich Aryna Sabalenka zu einer zukünftigen, mehrfachen Grand-Slam-Siegerin und Nummer eins der Welt? Wir stellen die 20-jährige Weißrussin mit zehn interessanten Fakten näher vor: stöhnen, Tattoo, Wutausbruch und mehr.

Aryna Sabalenka hat das weißrussische Fed-Cup-Team mit zwei klaren Einzelsiegen gegen Deutschland ins Halbfinale geführt. Die 20-Jährige besiegte Andrea Petkovic mit 6:2, 6:1 und ließ ein 6:1, 6:1 gegen Laura Siegemund folgen. Für Barbara Rittner, Head of Women’s Tennis im Deutschen Tennis Bund, steht fest: Naomi Osaka und Aryna Sabalenka: „Das sind die beiden Spielerinnen der kommenden Jahre.“ Wir stellen die Weißrussin etwas näher vor.

1: Exzessives Stöhnen

Wer Aryna Sabalenka spielen sieht, der braucht ein gutes Trommelfell. Denn bei der Weißrussin geht es lautstark zu – hoher Dezibel-Alarm! Sabalenka begleitet in der Regel ihre Schläge mit exzessivem Stöhnen, wobei es zuletzt deutlich ruhiger wurde. „Manchmal kann ich komplett mit dem Stöhnen aufhören, manchmal stöhne ich wie verrückt. Es ist, wie es ist. Mir tun die Leute leid, die das nicht mögen. Ich möchte, dass die Zuschauer mein Spiel genießen und nicht mit Ohrstöpseln dort sitzen“, sagt Sabalenka über ihren Spielstil.

2: Frühe Konzentration auf Profikarriere

Ähnlich wie bei Naomi Osaka, die keinerlei Turniere auf der Juniorinnen-Tour spielte, trat Sabalenka als Juniorin kaum in Erscheinung. Die Weißrussin spielte nur vereinzelt Turniere, hauptsächlich in Osteuropa, und war bei keinem Grand-Slam-Turnier am Start. Die Folge: Als bestes Ranking als Juniorin steht Platz 225 zu Buche. Das vorrangige Ziel war es, früh auf unterklassigen Profiturnieren zu spielen und Erfahrung zu sammeln.

3: WTA Newcomer of the year 2018

2018 war das Jahr, in dem Sabalenka so richtig durchstartete. Sie erreichte vier Finals auf der WTA-Tour, von denen sie zwei gewann. Beim Premier-Turnier in New Haven feierte sie ihren ersten WTA-Titel. Sie ließ beim Premier-5-Turnier in Wuhan den zweiten Titel folgen. Sabalenka schloss das Jahr als Nummer elf der Welt ab und wurde zum WTA Newcomer of the year 2018 gewählt. In diesem Jahr hat Sabalenka bereits einen WTA-Titel vorzuweisen. Sie siegte in Shenzhen. Wenig später folgte der nächste Meilenstein: der erstmalige Einzug in die Top Ten. Sie ist derzeit die Nummer neun im WTA-Ranking (HIER geht es zur Weltrangliste).

4: Warten auf Grand-Slam-Durchbruch

2016: Top 300. 2017: Top 100. 2018: Top 50. 2019: Top 10. Die Ranglistenkurve von Sabalenka zeigt steil nach oben. Bei den Australian Open war sie eine von zehn Spielerinnen, die Simona Halep bei entsprechenden Ergebnissen als Nummer eins hätten ablösen können. Für Tennisexperten ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Weißrussin die Weltrangliste anführen wird. Was es dazu braucht, sind aber herausragende Ergebnisse bei den Grand-Slam-Turnieren. Ähnlich wie bei Elina Svitolina fehlt bei Sabalenka noch das große Ausrufezeichen auf Grand-Slam-Ebene. Ihr bestes Ergebnis: das Achtelfinale bei den US Open 2018.

5: Liebe zu Weißrussland

Weißrussland ist eine junge Tennisnation. Das Team nahm 1994 erstmals am Fed Cup teil. Victoria Azarenka ist immer noch das große Aushängeschild bei den Weißrussinnen. Doch Sabalenka spielt sich immer mehr in Richtung neue Nationalheldin. Sie wurde 2016 erstmals für den Kader im weißrussischen Fed-Cup-Team berufen – im Play-off-Spiel in Russland. Gemeinsam mit Azarenka und Aliaksandra Sasnovich schaffte das Land den erstmaligen Sprung in die Fed-Cup-Weltgruppe. Sabalenka hat seitdem an jeder Fed-Cup-Partie teilgenommen. 2017 fehlte nur ein Sieg und Weißrussland hätte im ersten Jahr in der Weltgruppe den Fed Cup gewonnen. Das Finale ging mit 2:3 gegen die USA verloren. In diesem Jahr sind Sabalenka & Co. wieder auf Titelkurs. Im Halbfinale müssen die Weißrussinnen allerdings im April nach Australien reisen.

6: Vergleich mit Serena Williams

Lange Ballwechsel mit Sabalenka gibt es nur in Ausnahmefällen. Die Weißrussin sucht schnell die Entscheidung. „Der Ballwechsel entscheidet sich bei ihr in den ersten zwei Schlägen. Aufschlag, erster Ball. Return, erster Ball. Wenn du da nicht wirklich gut reinkommst, ist der Punkt gelaufen“, stellte Laura Siegemund nach der krachenden 1:6,-1:6-Niederlage im Fed Cup fest. Die Deutsche zieht den Vergleich zu der besten Spielerin der Gegenwart. „Da ist so ein Druck die ganze Zeit da, von ihren Schlägen her. Sie ist groß, ein Tier, sage ich jetzt mal, von der Präsenz her. Das hat mich schon an Serena erinnert.“

7: Mit Dmitry Tursunov in die Weltspitze

Mit Beginn der Rasensaison 2018 verpflichtete Sabalenka Ex-Profi Dmitry Turnsunov als Trainer – früher einer der heißblütigsten Spieler auf der Tour mit einem großen Sinn für Humor. Seitdem geht es steil bergauf. Die 20-Jährige sieht die Arbeit mit dem Russen als eine der Hauptgründe für ihren großen Sprung in der Weltrangliste. „Als er spielte, war er genau wie ich – gleicher Spielstil und gleiches Gemüt. Deshalb finde ich, dass er mich zu hundert Prozent versteht, und weiß,. was ich auf dem Platz denke. Meine vorherigen Trainer haben mir stets erzählt, dass ich auf dem Platz nicht nachdenken sollte. Ich sollte nur auf den Ball hauen. Wenn ich den Ball sehe, einfach schlagen. Das ist, was ich gemacht habe.“ Tursunov versuche, einen weiteren Aspekt in ihrem Spiel zu implementieren, nämlich das bessere Verstehen von Taktik, sagt Sabalenka. „Man muss immer lernen. Ich bin erst am Anfang. Es gibt viele Dinge, die ich verbessern kann, vor allem meine Bewegung, mein Denken auf dem Platz und der mentale Aspekt in Matches.“

8: Tiger als Tattoo

Ihrem Spielstil angemessen hat sich Sabalenka das passende Tattoo auf ihrem linken Arm stechen lassen: ein brüllender Tiger mit fletschenden Zähnen. „Endlich wurde mein Wunsch wahr. Danke für dieses unglaubliche Motiv in einer tollen Atmosphäre“, freute sie sich über das Kunstwerk auf ihrer Haut. Warum der Tiger? „Ich wurde im Jahr des Tigers geboren. Deshalb habe ich das Tattoo.“

Aryna Sabalenka Tattoo

9: Wutanfall gegenüber Ballkind

Sabalenka hat sich 2018 den Zorn in den sozialen Medien zugezogen, als sie bei den China Open in Peking eine auffordernde Geste gegenüber einem Ballkind machte. Die Weißrussin bat höhnisch um eine neue Wasserflasche und warf diese schließlich zu Boden. Sabalenka bat wenig später um Entschuldigung und gelobte, ein besseres Verhalten an den Tag zu legen. „Es war emotional. Ich habe meinen Kopf verloren. Als ich es auf Twitter sah, dachte ich mir: ‚Oh mein Gott, was meint ihr überhaupt?‘ Ich konnte mich nicht mal daran erinnern. Das war schlecht von mir. Ich werde das nicht mehr tun und nett zu den Ballkindern sein, selbst wenn sie manchmal langsam sind. Sie sind nur kleine Kinder. Man kann ihnen nichts antun. Mit tut der Junge leid. Hoffentlich ist er nicht sauer auf mich“, blickte sie auf die Szene zurück.

10: Sabalenka vergisst nicht  

Dass Sabalenka nun zu den weltbesten Spielerinnen zählt und eine heiße Anwärterin auf Grand-Slam-Titel sowie die Nummer eins ist, haben sie in der Nationalen Tennisakademie in Minsk nicht vorhergesehen. Die Weißrussin wurde nicht als verheißungsvolle Teenagerin mit Riesenpotential betrachtet. Die 20-Jährige hat dies nicht vergessen. „Sie haben gedacht, dass ich doof bin. Dass ich keine Chance hätte, auf diesem Niveau zu spielen. Und nun sind alle nett zu mir. Ich möchte nicht mit ihnen reden, weil ich genau weiß, was sie über mich gesagt haben.“