Sara Errani

Bogota: Sara Errani leidet an „Yips“ und serviert 35-mal von unten

Sara Errani ist nicht bekannt für ihre Aufschlagstärke. Die Italienerin hat sich die „Yips“ eingefangen und griff beim WTA-Turnier in Bogota zu einer ungewöhnlichen Maßnahme – mit Erfolg. Errani siegte klar, obwohl sie 35-mal den Aufschlag von unten servierte.

Erwarte das Unerwartete: Das ist und bleibt das Motto bei Sara Errani. 2012 erreichte die Italienerin das Finale bei den French Open. Wenig später kam Errani in die Schlagzeilen beim Wimbledonturnier, als sie in der dritten Runde gegen Yarolsava Shvedova einen „Golden Set“ kassierte – also in einem Satz keinen einzigen Punkt machte. Errani spielt derzeit beim WTA-International-Turnier in Bogota und leidet derzeit offensichtlich an „Yips“, einer ruckartigen Muskelzuckung, die das Aufschlagen erschwert.

Die Italienerin, die ohnehin mit einer eigenwilligen Aufschlagtechnik ausgestattet ist, schlägt in der Saison 2019 Doppelfehler am Fließband. In zehn gespielten Matches fabrizierte die 31-Jährige 137 Doppelfehler. Schaut man sich das Videomaterial vom WTA-Turnier in Bogota an, kann man erahnen, wie schlimm es derzeit um den Aufschlag von Errani steht.

Sara Errani: Bei 35 von 55 Aufschlagpunkten von unten serviert

Die ehemalige Nummer fünf der Welt ging in Bogota in der Qualifikation an den Start. In der ersten Quali-Runde servierte sie 18 Doppelfehler – und gewann. Die gleiche Anzahl von Doppelfehlern machte sie bei ihrer Niederlage in der zweiten Runde. Errani rutschte schließlich als Lucky Loser ins Hauptfeld und setzte ihre Serie mit 18 Doppelfehlern fort. Diesmal ging die Italienerin wiederum als Siegerin vom Platz dank eines 4:6, 6:2, 6:3.

Auch ihr Achtelfinale bestritt Errani erfolgreich und siegte gegen die Niederländerin Bibiane Schoofs klar mit 6:2, 6:1 – bei nur vier Doppelfehlern. Allerdings: Laut Statistik griff die Italienerin wegen ihrer „Yips“ zu einer besonderen Maßnahme. Sie servierte bei 35 ihrer 55 Aufschlagpunkte von unten, vor allem beim zweiten Aufschlag, wo sie 28-mal in Folge von untern servierte. Die Taktik ging letztendlich voll auf. Errani servierte kaum Doppelfehler und kam zu einem klaren Erfolg. Ein klares Indiz dafür, wie stark sie in Returnspielen und von der Grundlinie ist.

Anna Kournikova und Guillermo Coria litten unter „Yips”

Errani trifft im Viertelfinale auf die Australierin Astra Sharma. Es wird spannend zu sehen sein, ob sie ihrer neuen Taktik treu bleibt und von unten serviert. Der Aufschlag von unten hatte in den letzten Wochen zu Kontroversen geführt, nachdem ihn Nick Kyrgios unter anderem in Acapulco gegen Rafael Nadal angewandt hatte.

Sara Errani: Dopingsperre nach Tortelini-Gate

Errani ist nicht die einzige Spielerin, die mit „Yips“ zu kämpfen hat. Eines der prominentesten Beispiele ist Anna Kournikova, die 1999 in nur zehn Matches 182 Doppelfehler servierte. Kournikova hält den Rekord auf der WTA-Tour mit 31 Doppelfehlern bei den Australian Open 1999, als sie trotz dieser Doppelfehlerarie das Match gegen Miho Saeki gewann. Auch Guillermo Coria machten die „Yips“, die es auch im Golf und Darts gibt, zu schaffen und zerstörten letztendlich seine Karriere.

Errani ist seit Februar 2019 wieder spielberechtigt, nachdem sie wegen einer positiven Dopingprobe für zehn Monate gesperrt wurde. In einer am 16. Februar 2017 genommenen Urinprobe von Errani waren Spuren von Letrozol, einem hormonellen und metabolischen Mittel, gefunden worden. Sie hatte den Verstoß in einer Anhörung eingeräumt. Sie behauptete, das Medikament habe ihre Mutter einnehmen müssen, da sie vor zehn Jahren an einem Tumor erkrankt war. Bei der Zubereitung von Pasta, genauer Tortellini, für die Familie habe die Mutter die Speise aus Versehen mit Letrozol kontaminiert. Der CAS stufte den Vorgang als ein leichteres Vergehen ein.  Für die Erklärung hatte die Italienerin einiges an Spott über sich ergehen lassen müssen.