Boris Becker

Boris Becker: „So gewinnst du kein Grand-Slam-Turnier“

Boris Becker spricht im Interview mit dem Socrates Magazin über die Generation Millennials, Alexander Zverev und das deutsche Tennis.

Boris Becker hat im Interview mit dem Socrates Magazin die derzeitige Generation von jugendlichen Tennisspielern scharf kritisiert. Der 51-Jährige hält nicht viel von der Generation „Millennials“. „Die haben keine Ahnung von Zusammenhängen, nicht die geringste. Es geht heute nur um die unmittelbare Befriedigung. So gewinnst du kein Grand-Slam-Turnier“, sagte Becker.

Boris Becker: „Ihre Aufmerksamkeitsspanne beträgt 15 Sekunden”

Auf die Frage, ob sich junge Spieler heutzutage zu sehr ablenken lassen, entgegnete der sechsmalige Grand-Slam-Sieger. „Natürlich, ich habe doch selbst Kinder in diesem Alter. Ihre Aufmerksamkeitsspanne beträgt 15 Sekunden. Sie sprechen nicht mehr, sie schmeißen dir ein paar Brocken hin und du sollst wissen, was sie meinen. Das ist die Generation, mit der wir zu tun haben. Und manche von denen spielen Tennis.“

Eine große Ausnahme sei laut Becker sein Landsmann Alexander „Sascha“ Zverev. „Mir gefällt besonders an Sascha, dass er schon das dritte Jahr in den Top 5 steht. Jeder kann eine gute Saison haben, aber seine Erfolge zu bestätigen und dann noch die ATP Finals zu gewinnen – das war sein Durchbruch. Meiner Meinung nach ist er auf dem richtigen Weg.“ An einen neuen Tennisboom in Deutschland wie in den Achtzigern und Neunzigern, als Steffi Graf, Becker und Michael Stich die Massen begeisterten, glaubt der Head of Men’s Tennis im Deutschen Tennis Bund nicht.

Tennisboom? „Glaube nicht, dass es noch mal passieren wird”

„Es war eine einzigartige Zeit und ein bisschen verrückt. Tennis war damals sogar beliebter als Fußball, ich glaube aber nicht, dass das noch mal passieren wird. Es gibt so Momente, etwa als Angie Kerber in Wimbledon gewann oder Zverev in London. Ich hoffe, dass Sascha eines Tages die French Open oder Wimbledon gewinnt, und dann schauen wir uns den Effekt an. Tennis ist ja durchaus populär in Deutschland. Die TV-Rechte sind ganz schön teuer, das ist ein gutes Zeichen. Wir werden sehen.“

Die aktuelle Entwicklung im deutschen Tennis sieht Becker positiv. „Ich bin seit anderthalb Jahren mittendrin als Verantwortlicher für die Herren. Barbara Rittner ist für die Damen zuständig. Ich denke, es ist der richtige Weg, Leute in diesen Funktionen zu haben, die wirklich Ahnung vom Tennis haben. Die Franzosen und Spanier haben sich ähnlich aufgestellt, glaube ich. Wir haben Ahnung, wir bringen Leidenschaft mit und sprechen die gleiche Sprache. Das ist wichtig.“



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