Boris Becker

27. Januar 1991: Boris Becker erklimmt den Tennisthron

(SID) – Bis zu diesem Januartag im Jahr 1991 war Boris Becker schon vieles: Dreimaliger Wimbledonsieger, dazu der jüngste überhaupt. US-Open-Champion, Davis-Cup-Held und verantwortlich für den Boom einer bis dato eher elitären Sportart. Was Boris Becker bis zum 27. Januar 1991 noch nicht war: Weltranglistenerster im Tennis.

Ganz offiziell, so viel muss gesagt sein, änderte sich das erst am 28. Januar, als das ATP-Ranking im Computer aktualisiert wurde. Doch schon einen Tag zuvor stand fest: Boris Becker hat den Tennisthron erklommen. Dank seines fünften Grand-Slam-Titels, den er sich im Finale der Australian Open in Melbourne gegen Ivan Lendl mit 1:6, 6:4, 6:4, 6:4 sicherte.

Bis heute ist Becker der einzige Deutsche, der es an die Spitze schaffte. Klar: Steffi Graf klebte so lange auf Platz eins wie keine andere Spielerin, doch bei den Männern schafften es Michael Stich und Tommy Haas „nur“ auf Platz zwei. Die beste Platzierung des aktuellen Hoffnungsträgers Alexander Zverev ist Rang drei.

Becker brauchte einigen Anlauf, um sich an Lendl oder den Schweden Mats Wilander und Stefan Edberg vorbeizudrängeln. „Letztendlich ist es egal, wann man die Nummer eins wird, wenn man sich das vorgenommen hat. Entscheidend ist, dass man es erreicht hat. Damals ging ein Traum in Erfüllung“, sagt er rückblickend.

Nach nur drei Wochen musste er die Spitze wieder an seinen Dauerrivalen Edberg abgeben, kehrte aber noch im Jahr 1991 wieder auf Platz eins zurück – dank der unerbittlichen Arithmetik der Computer-Weltrangliste. Diesmal katapultierte ihn kein Triumph nach vorne, den Thron bestieg Becker zum zweiten und letzten Mal nach einer seiner bittersten Niederlagen: Am 7. Juli verlor er in Wimbledon das Finale gegen Michael Stich. Am 8. Juli grüßte er dennoch von der Spitze.