2019 US Open – Day 1

Dominik Koepfer bei US Open: „Es war ein toller Moment”

Nach seinem Erstrunden-Sieg gegen Jaume Munar erzählt Dominik Koepfer gegenüber tennis MAGAZIN von seinen Eindrücken bei den US Open.

Diesmal war es anders als in Wimbledon. Dominik Koepfer stand nicht per Wildcard im Hauptfeld. Bei den US Open musste er sich in drei Qualifikations-Matches durchsetzen, um das Hauptfeld zu erreichen. Und hier erwartete ihn der Spanier Jaume Munar, 22 Jahre alt und an Rang 97 in der Weltrangliste geführt – 21 Plätze vor dem Deutschen. Mit einem 6:4, 7:6, 5:7 und 7:5- Sieg zog Koepfer in die zweite Runde ein. Am Mittwoch trifft er auf den US-Amerikaner Reilly Opelka, der für Koepfer kein Unbekannter ist.

 

Herr Koepfer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem erfolgreichen Debüt bei den US Open. Was waren Ihre Eindrücke vom Erstrunden-Match?

Das Match lief ganz gut. Es hat gut angefangen im ersten Satz, den habe ich relativ leicht gewonnen. Ich habe zwar ein paar mehr Breakbälle abwehren müssen, bin dann aber ganz gut in Führung gegangen. In den zweiten Satz bin ich gleich schlecht gestartet und habe 5:2 zurückgelegen. Aber ich habe Munar zurückgebreakt und anschließend den Tiebreak gedreht. Eine 2:0-Satzführung ist in einem Best-of-five-Match immer gut. Aber Anfang bzw. Mitte des dritten Satzes haben mir ein bisschen die Nerven im Weg gestanden. Ich habe Krämpfe in der Hand und in den Oberschenkeln bekommen. Bei den Seitenwechseln habe ich mich hingesetzt und viel getrunken, ein paar Mineralien und eine Salzpackung zu mir genommen. Den dritten Satz habe ich leider verloren, aber im vierten Durchgang ging es mir dann wieder besser und bin wieder zu Kräften gekommen. Meinen ersten Matchball habe ich gleich genutzt. Das war natürlich sehr wichtig. Ich weiß nicht, wie viel Kraft ich noch gehabt hätte für einen fünften Satz.

Wie würden Sie die Stimmung bei den US Open beschreiben?

Die Stimmung in Flushing Meadows ist komplett anders als in Wimbledon. Es ist ein bisschen verrückter hier in Amerika. Ich habe viele Freunde und Fans dabei gehabt, die aus New Orleans und Deutschland hergekommen sind. Meine Mutter ist auch hier. Daher hatte ich auch ein bisschen Heimvorteil gegen Munar. Es war eine coole Atmosphäre draußen und es hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein toller Moment.

Etwas abgelegen von den großen Stadien spielt Koepfer mit Unterstützung seiner Familie und Freunde.

Wo sind Sie untergebracht?

Wir wohnen in der Stadt, also in Manhattan. Es sind circa 20 bis 30 Minuten bis zur Anlage. Jetzt im Hauptfeld fahren wir mit dem Auto. Davor mussten wir den Bus nehmen. Deswegen ist es jetzt viel einfacher, als es in der Quali war und nicht so schlimm. Es gibt viel zu Essen in Manhattan. Es ist die bessere Gegend zum Wohnen.

Ich will auf jeden Fall in die dritte Runde

In der nächsten Runde treffen Sie auf den Aufschlagriesen Reilly Opelka aus den USA. Sie haben bereits gegen ihn gespielt. Wie stellen Sie sich auf das Match ein?

Genau, gegen Opelka habe ich schon drei Mal gespielt. Das letzte Mal war im März beim Challenger in Dallas. Dort hatte ich sogar einige Matchbälle, habe aber 14:12 im dritten Satz im Tiebreak verloren. Darum rechne ich mir auf jeden Fall Chancen aus und hoffe, dass ich ein oder zwei Mal im richtigen Moment ahne, wohin er aufschlägt, sodass ich dann vielleicht die Chancen bei seinem Aufschlag bekomme. Dabei muss ich natürlich darauf achten, dass ich selber fokussiert spiele bei meinen Aufschlagspielen. Dann ist auf jeden Fall etwas möglich. Ich freue mich auf die Chance.

Keine leichte Aufgabe: Der 2,11-Meter große Reilly Opelka war in der ersten Runde dem Italiener Fabio Fognini in vier Sätzen überlegen.

Den Heimvorteil, den Sie bei Ihrem Erstrunden-Match genossen haben, werden Sie vermutlich gegen einen Amerikaner nicht mehr so zu spüren bekommen?

Ich denke, der Druck ist bei ihm, weil er in den USA spielt. Wahrscheinlich sind mehr Fans für ihn da, weshalb die Erwartungen an ihn höher sein werden. Ich will auf jeden Fall in die dritte Runde. Es ist für uns beide eine gute Chance. Ich hoffe, dass ich sie nutzen kann.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie im Match gegen Opelka?

Gegen Opelka ist es etwas nervig zu spielen. Man weiß ja nie, was kommt. Man kann Breakbälle haben und er schlägt drei Asse. Deshalb muss man mental voll da sein. Wenn ich fokussiert bleibe und mental ruhig bleibe, dann ist auf jeden Fall was drin, denke ich.